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Chronik Bayern 1876
Alle Staaten der Chronik · Mehr über Bayern
Januar
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Januar 1876Da der neue Erzbischof von Bamberg sich weigert, die Priesteramtscandidaten der preußischen Diöcese Paderborn ohne weiteres zu weihen, so weist die römische Curie die von der preußischen Regierung abgesetzten Bischöfe an, künftig weder den…
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1876Die Differenzen mit und in den Gemeinden haben denn auch wesentlich abgenommen.
Februar
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4. Februar 1876Die Ministerien des Innern und des Kriegs erlassen eine Verordnung bez. der Militärdienstpflicht der Theologen nach Maßgabe des Reichsmilitärgesetzes vom 2. Mai 1874, nach welchem die Zurückstellung oder Befreiung ganzer Berufsklassen voll…
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21. Februar 1876II. Kammer: da die Berathung des Budgets in Folge des Gegensatzes zwischen den beiden Parteien und des Gleichgewichts derselben in der Kammer zweifelsohne nicht rechtzeitig erledigt werden wird, bringt die Regierung einen Gesetz-Entwurf be…
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25. Februar 1876II. Kammer: die ultramontane Partei macht von ihrer Zweistimmenmehrheit Gebrauch und bestellt das Bureau der Kammer ausschließlich in ihrem Sinne.
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25. Februar 1876II. Kammer: die ultramontane Partei macht von ihrer Zweistimmenmehrheit Gebrauch und bestellt das Bureau ausschließlich aus ihrem Schooße.
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25. Februar 1876Die ultramontane Hälfte der Kammer nimmt zu der Frage der Aufbesserung der Beamtengehalte ihrerseits Stellung: der Finanz-ausschuß der Kammer beschließt mit 7 clericalen gegen 7 liberale Stimmen durch Stichentscheid des (clericalen) Aussch…
März
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3. März 1876II. Kammer: Die ultramontane Partei erneuert ihr vorjähriges Mißtrauensvotum gegen das Ministerium, ohne jedoch daran practische Anträge zu knüpfen.
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3. März 1876II. Kammer: der Führer der ultramontanen Partei, Jörg, verliest eine Interpellation betr. die Vorlage eines neuen Landtagswahlgesetzes
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7. März 1876II. Kammer: trotz der Erklärung der Regierung vom 3. März bringt der Führer der ultramontanen Kammerhälfte, Jörg, doch einen Initiativantrag auf Erlaß eines neuen Landtagswahlgesetzes ein.
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11. März 1876II. Kammer: Berathung des Budgets: die ultramontane Partei verfährt dabei bez. der Gehaltsaufbesserungsfrage der Beamten nach den von ihrer Partei im Kammerausschusse vom 25. Februar gefaßten Beschlüssen trotz einer eindringlichen Rede des…
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24. März 1876II. Kammer: verwirft einen Antrag auf Aufhebung des Schulgeldes für die Volksschulen, obgleich oder weil sich der Minister v. Lutz im Princip damit einverstanden erklärt, mit 78 (ultramontanen) gegen 69 Stimmen und lehnt sogar die Verweisu…
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29. März 1876II. Kammer: Generaldebatte über das Budget des Ministeriums des Innern. Das Ministerium wird von der ultramontanen Partei auf's heftigste angegriffen.
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29. März 1876II. Kammer: Generaldebatte über das Budget des Ministeriums des Innern. Das Ministerium wird von der ultramontanen Partei auf's heftigste angegriffen.
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30. März 1876II. Kammer: Berathung des Budgets für 1876 und 1877.
April
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2. April 1876Die Regierung sieht sich genöthigt, zwei kath. Volksvereine wegen Ausschreitungen zu schließen.
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29. April 1876II. Kammer: Berathung des Budgets: Etat des Auswärtigen: ein Antrag des Abg. Herz, sämmtliche diplomatische Stellen für die Vertretung Bayern's außerhalb des deutschen Reiches aufzuheben, wird abgelehnt, indem selbst ein Theil der Liberale…
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30. April 1876II. Kammer: Berathung des Budgets: Die ultramontane Zweistimmenmehrheit hat darauf verzichtet, das Budget dem Ministerium geradezu zu verweigern oder wenigstens systematisch zu beschneiden, rächt sich aber dafür durch einzelne der Regierun…
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30. April 1876Eine Delegirtenversammlung der altkatholischen Gemeinden der Pfalz spricht sich mit 15 gegen 3 Stimmen für Aufhebung des Priester-Cölibates aus.
Mai
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3. bis 4. Mai 1876Die ultramontane Zweistimmenmehrheit beginnt, die liberalen Landtagswahlen in einer Reihe von Städten mit überwiegend katholischer Bevölkerung aus ziemlich willkürlichen Gründen zu cassiren und macht den Anfang mit München I.
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3. bis 4. Mai 1876II. Kammer: da die ultramontane Zweistimmenmehrheit sich dem unzweideutig ausgesprochenen Willen des Königs gegenüber in die Unmöglichkeit versetzt sieht, das Ministerium Lutz-Pfretzschner durch Mißtrauensvoten oder dgl. zu stürzen und sch…
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6. Mai 1876II. Kammer: die ultramontane Majorität heißt die Wahlen von München II gut, da sie ultramontan ausgefallen sind, obgleich sie an derselben angeblich ungesetzlichen Urwahlbezirkseintheilung leiden, wie München I und obgleich dieß sogar ausd…
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12. Mai 1876Der König entläßt seinen bisherigen Privatsecretär, Staatsrath v. Eisenhart, und ernennt an seine Stelle den bisherigen Staatsanwalt v. Ziegler.
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14. Mai 1876Eine ultramontane Versammlung in München sucht für die bevorstehenden Neuwahlen statt der von der ultramontanen Mehrheit des Landtags cassirten Wahlen die Unterstützung der Socialdemokraten nach.
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16. Mai 1876Der zur Wahl von 4 Abgeordneten zur dießjährigen altkath. Synode versammelte bayerische Landesverein für die kath. Reformbewegung beschließt unter dem Vorsitze des Prof. Huber bez. der Cölibatsfrage einstimmig:
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18. Mai 1876Die von der ultramontanen Mehrheit der II. Kammer cassirten Wahlen in München fallen auch bei der Neuwahl wieder zu Gunsten der Liberalen aus und zwar mit noch größerer Mehrheit als früher.
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22. Mai 1876Auf einer landwirthschaftlichen Wanderversammlung zu Schweinfurt versucht der Frhr. v. Thüngen für das Programm der vereinigten Agrarier und Orthodoxen Propaganda zu machen, scheitert aber damit, indem die Versammlung mit allen gegen etwa …
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28. Mai 1876Die Regierung verlangt von derselben einen außerordentlichen Militärkredit von rund 16 Mill. Mark, wovon 3 Mill. für Militärbauten, der übrige Betrag dagegen für Ausrüstung zu Erhöhung der Schlagfertigkeit des Heeres bestimmt ist.
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31. Mai 1876Bischof Haneberg von Speier †.
Juni
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14. Juni 1876Eröffnung der allg. deutschen Kunst- und Kunstgewerbeausstellung in München.
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19. Juni 1876II. Kammer: die von ihr für die Vorberathung des Initiativantrages Jörg bez. ein neues Landtagswahlgesetz niedergesetzte Commission nimmt das von ihr ausgearbeitete Elaborat mit 7 (ultr.) gegen 6 (lib.) Stimmen an.
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24. Juni 1876Der König beglückwünscht telegraphisch den Minister Lutz zu seinem Namenstage unter Versicherung seines vollsten königlichen Vertrauens.
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26. Juni 1876II. Kammer: die ultramontane Mehrheit lehnt den von der Regierung eingebrachten Gesetz-Entwurf betr. Vervollständigung der bayerischen Staatsbahnen ab, wodurch nicht nur einzelne Landestheile schwer geschädigt werden, sondern auch die Regi…
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28. Juni 1876II. Kammer: nimmt den Jörg'schen Landtagswahlgesetzentwurf nur mit 75 gegen 72 Stimmen, also nicht mit der verfassungsmäßigen Zweidrittelmehrheit an.
Juli
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5. Juli 1876II. Kammer: die ultramontane Majorität cassirt auch die (liberalen) Wahlen des Wahlkreises Zweibrücken.
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13. bis 17. Juli 1876II. Kammer: Berathung des Budgets, Etat des Cultusministeriums.
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19. Juli 1876II. Kammer: die ultramontane Majorität cassirt auch die (liberalen) Wahlen der Wahlkreise Regensburg und Sulzbach.
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22. Juli 1876I. Kammer: spricht sich für die von der Regierung geforderte, von der ultramontanen Majorität der II. Kammer aber abgelehnte, weitere Theuerungszulage zu Gunsten der Beamteten aus.
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23. Juli 1876II. Kammer: die ultramontane Majorität lehnt die von der Regierung beantragte Verbindung der bisherigen Forstschule in Aschaffenburg mit der Universität München ab und will dieselbe durchaus dort belassen, obgleich die Regierung nachweist,…
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25. Juli 1876II. Kammer: genehmigt den von der Regierung geforderten Kredit für außerordentliche Heeresbedürfnisse mit einigen Abstrichen, immerhin aber noch im Betrag von 12,190,072 M (statt der geforderten 16,257,800 M.
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27. Juli 1876II. Kammer: hat das Budget beendigt und im Ganzen ohne allzu empfindliche Abstriche für die Regierung bewilligt.
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27. Juli 1876Die ultramontane Mehrheit cassirt auch die (liberalen) Wahlen der Wahlkreise Würzburg und Schweinfurt.
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28. Juli 1876Die ultramontane Mehrheit der II. Kammer hat im Ganzen 16 liberale Wahlen in Städten mit überwiegend katholischer Bevölkerung cassirt.
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28. Juli 1876Die in Folge der Cassationen der Wahlen in Regensburg durch die ultramontane Majorität der II. Kammer nothwendig gewordenen Neuwahlen fallen wieder zu Gunsten der Liberalen aus
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29. Juli 1876Schluß des Landtags und Landtagsabschied des Königs.
August
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August 1876Das Resultat der Landtagssession, das den Ultramontanen im Grunde gar keine Erfolge gebracht, hat die inneren Differenzen der Partei wieder in helle Flammen angefacht.
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13. August 1876Aufführung der Trilogie des Nibelungen-Ringes Richard Wagner's in Bayreuth
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Ende August.Spaltung innerhalb der ultramontanen Partei; Sigl greift Jörg mit steigender Heftigkeit an.
September
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17. September 1876Der König ernennt den Stiftsdecan Enzler zum Bischof von Speier und den P. Ambrosius Käs zum Bischof von Würzburg.
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17. September 1876Der König ernennt den Stiftsdecan Enzler in München zum Bischof von Speyer und den P. Ambrosius Käs in Würzburg zum Bischof von Würzburg.
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24. September 1876In Neustadt a. d. H. findet eine zahlreiche Versammlung (13 bis 1400) freisinniger Protestanten der Pfalz statt, welche eine Dankadresse an den König für die Bestätigung der Beschlüsse der letzten pfälzischen Generalsynode (directe Wahl de…
Oktober
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Oktober 1876In einer Broschüre: „Wo stehen wir?“ macht der ultram. Abg. Rittler folgendes Geständniß
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2. Oktober 1876Eine von der ultramontanen Partei gegen die weitere Ausdehnung der Simultanschulen in München versuchte Agitation mißlingt gänzlich.
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12. Oktober 1876Das Schwurgericht Würzburg verurtheilt den ultramontanen Landtagsabgeordneten Rittler wegen Abdrucks eines Artikels der „Germania,“ der in Berlin freigesprochen worden ist, zu 6 Monaten Festungshaft.
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15. Oktober 1876Die Neuwahlen der protestantischen Presbyterien in der Pfalz fallen überwiegend liberal aus.
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27. Oktober 1876Eine Versammlung freisinniger Protestanten in Nürnberg beschließt folgende Resolutionen
November
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10. November 1876In den 6 Wahlkreisen, deren 18 liberale Abgeordnete von der ultramontanen Zweistimmenmehrheit der II. Kammer cassirt worden, sind sämmtliche Abgeordnete, ohne eine einzige Ausnahme, wiedergewählt worden und zwar mit größeren Majoritäten, a…
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17. November 1876Die ultramontane Partei setzt ihren Willen bezüglich der vom Könige neu ernannten (gemäßigten) Bischöfe von Speyer und Würzburg durch.
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23. November 1876In der ultramontanen Partei zunächst Münchens tritt eine entschiedene Spaltung ein.