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Chronik Bayern 1877
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Januar
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1. Januar 1877Bezüglich der bevorstehenden Reichstagswahlen erscheinen diesmal keine bischöflichen Wahlhirtenbriefe; auch erläßt die ultramontane Partei keinen gemeinsamen Wahlaufruf, da weder die Bischöfe noch die ultramontane Partei unter sich ganz ei…
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12. Januar 1877Eigl betreibt die Bildung einer neuen sog. „katholischen Volkspartei“ im Gegensatz gegen die von Jörg geleitete sog. patriotische Kammerpartei, die er scharf anfeindet.
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12. Januar 1877Sigl betreibt die Bildung einer neuen sog. „katholischen Volkspartei“ in Bayern im Gegensatz gegen die von Jörg geleitete sog. patriotische Kammerpartei, die er scharf anfeindet.
März
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6. März 1877Die neue Sigl'sche „kath. Volkspartei“ constituirt sich in München und stellt ihr Programm fest.
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6. März 1877Die neue „katholische Volkspartei“ unter Führung Sigl's constituirt sich in München in prinzipiellem und ausdrücklichem Gegensatz gegen die sogen. patriotische Kammerpartei unter der Führung Jörg's, die keine „confessionelle" Partei sein w…
April
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19. April 1877Die Regierung von Niederbayern verbietet die von einigen Ultramontanen ausgehende Agitation für eine Kinderadresse an den Papst gelegentlich seines Bischofs-Jubiläums und die Vertheilung und Einsammlung derselben in den Schulen.
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20. April 1877Die Uneinigkeit im ultramontanen Lager ist sichtlich im Steigen begriffen.
Juni
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1. Juni 1877Das Bamberger Domcapitel votirt dem neuen Erzbischof Schreiber, der dem extrem ultramontanen Wesen entschieden abhold ist und daher auch mit der Regierung in Frieden lebt, gegenüber den Angriffen von Seiten der ultr. „Deutschen Reichs-zeit…
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1. Juni 1877Der Magistrat von München verweigert als Oberpolizeibehörde die vom Ordinariat des Erzbisthums München-Freising nachgesuchte Erlaubniß zu Abhaltung einer öffentlichen Procession zur Feier des Jubiläums des Papstes
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11. Juni 1877Die im Gegensatz gegen die „patriotische“ Kammerpartei Jörg's von Sigl gestiftete „katholische“ Volkspartei erregt in Rom eben um der Persönlichkeit Sigl's willen vorerst Bedenken
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17. Juni 1877Die neue Sigl'sche katholische Volkspartei constituirt sich auf einer Generalversammlung in Regensburg definitiv.
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25. Juni 1877Die Spaltung zwischen den gemäßigten und den extremen Ultramontanen verschärft sich.
Juli
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2. Juli 1877In Würzburg findet eine Besprechung von Vertrauensmännern des katholischen Clerus von Unterfranken statt, zu welcher mittelst besonderer Einladung aus jedem Dekanate zwei Vertreter gebeten worden sind.
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3. Juli 1877Zusammentritt des Landtags. Die ultramontane Zweistimmenmehrheit besetzt das Bureau ausschließlich ultramontan.
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3. Juli 1877Zusammentritt des Landtags. Die II. Kammer wählt den ultr. Baron v. Ow mit 78 von 152 Stimmen zum Präsidenten. Der liberale Gegencandidat, Frhr. v. Stauffenberg, erhält 74 Stimmen. Zum Vicepräsidenten wird Kurz (ultr.) mit 78 Stimmen gewäh…
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5. Juli 1877II. Kammer: die ultramontane Majorität derselben sieht sich genöthigt, auch in ihren Fractionsvorstand mehrere „Extreme“, namentlich Dr. Rittler, aufzunehmen, um eine offene Spaltung der Partei zu verhüten.
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13. Juli 1877II. Kammer: Beide Parteien besetzen ihre Fractionsvorstände: der Vorstand der clerical-patriotischen Fraction besteht diesmal aus 9, statt wie bisher aus 7 Mitgliedern.
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14. Juli 1877Auf eine Interpellation Freytag's (ultram.) bezüglich der von Preußen angeregten Reichsstempelsteuer antwortet der Minister des Auswärtigen, v. Pfretzschner, sehr bestimmt, daß die k. Regierung bis jetzt sich dem Antrage gegenüber im Bunde…
August
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19. August 1877Bayern führt das Mausergewehr statt des bisherigen Werdergewehres auch seinerseits ein, so daß also fortan die ganze deutsche Armee eine und dieselbe Handfeuerwaffe führen wird.
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19. August 1877Eine k. Verfügung befiehlt die Einführung des Mausergewehres statt des bisherigen Werdergewehres für das ganze bayerische Heer.
September
Oktober
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12. bis 16. Oktober 1877Die protestantische Generalsynode des diesseitigen Bayerns erklärt sich fast einstimmig für Aufrechthaltung des confessionellen Charakters der Volksschule.
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12. bis 16. Oktober 1877Protestantische Generalsynode der diesseitigen Landestheile in Ansbach. Dieselbe beschließt trotz der Abwehrung des k. Commissärs auf den Antrag des Regierungsraths Luthardt mit allen gegen 5 oder 6 Stimmen eine Erklärung betr. Wahrung des…
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24. Oktober 1877II. Kammer: die Regierung lehnt es auf eine Anfrage aus dem Schooß der ultramontanen Partei ab, ihrerseits ein neues Landtagswahlgesetz einzubringen, da ein solches bei dem gegenwärtigen Stande der Parteien in der II. Kammer doch keinerlei…
November
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6. November 1877lehnt einen Antrag wegen Aufhebung der außerdeutschen Gesandtschaften Bayerns mit 98 gegen 43 Stimmen ab. —. Bei der Berathung des Budgets verweigert die ultramontane Mehrheit dem Ministerium des Auswärtigen seinen bisherigen kleinen Dispo…
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6. November 1877II. Kammer: lehnt einen Antrag des Abg. Herz wegen Aufhebung der außerdeutschen Gesandtschaften Bayerns mit 98 gegen 43 Stimmen ab.
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9. November 1877II. Kammer: die in ihrer Mehrheit ultramontane Commission für die Frage der Errichtung eines Verwaltungsgerichtehofs setzt der Regierung alle möglichen Schwierigkeiten in den Weg
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9. November 1877liberale Correferent Völk zu folgendem Resultat: bei Art. 27 sei dem Vorschlage nicht beizutreten, sondern dem Regierungs-Entwurfe zuzustimmen.
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15. November 1877II. Kammer: Petitionsausschuß: lehnt die Bitte des bayerischen Volksschullehrervereins um Revision des Schuldotationsgesetzes mit 11 (ultramontanen) gegen 9 (liberale) Stimmen ab.
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17. November 1877II. Kammer: die Regierung legt derselben einen Gesetzesentwurf, betr. die Vervollständigung der bayerischen Staatseisenbahnen, der bayerischen Bodensee-Dampfschifffahrt und des Telegraphennetzes, vor.
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18. November bis 2. Dezember 1877Session der protestantischen Generalsynode der Pfalz.
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20. November 1877II. Kammer: die Regierung verlangt von derselben einen Credit für außerordentliche Bedürfnisse des Heeres im Betrage von 3,698,400 Mark.
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23. November 1877II. Kammer: Berathung des Budgets: der Etat der Forstverwaltung wird mit 77 gegen 76 Stimmen bewilligt, indem 2 Ultramontane mit den Liberalen stimmen.
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24. November 1877Der Finanzminister v. Berr verlangt seine Entlassung.
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28. November 1877der Minister des Innern weist derselben nach, daß die Errichtung eines Verwaltungsgerichtshofes dem Lande gar keine Kosten verursachen werde.
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28. November 1877II. Kammer: Ausschuß für die Vorlage betr. Errichtung eines Verwaltungsgerichtshofes
Dezember
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2. Dezember 1877(Deutsches Reich: Bayern.) Session der protestantischen Generalsynode der Pfalz.
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2. Dezember 1877Nachdem hinsichtlich der diplomatischen Vertretung Bayerns an die Stelle von außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Ministern in London, Paris und Brüssel schon vor einigen Jahren Geschäftsträger getreten sind, ist dies nun neuer…
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5. Dezember 1877II. Kammer: lehnt die vom Petitionsausschuß als zur Vorlage an die Kammer „nicht geeignet" befundene Petition des bayerischen Schullehrervereins um Revision des Schuldotationsgesetzes, von einem Mitgliede der Kammer selbständig aufgenommen…
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11. Dezember 1877II. Kammer: Budgetberathung: Gelegentlich des Ansatzes für die kgl. Bank in Nürnberg stiebt die ultramontane Fraction geradezu auseinander.
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15. Dezember 1877Mehrere eben versammelte Landräthe sprechen sich sehr entschieden gegen die von den Ultramontanen gelegentlich der Frage eines Verwaltungsgerichtshofes geforderte Zusammenlegung mehrerer Kreisregierungen, Verminderung der Bezirksämter und …
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18. Dezember 1877II. Kammer: die Aussichten auf das Zustandekommen des Verwaltungsgerichtshofes heben sich wieder.
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19. Dezember 1877II. Kammer: genehmigt mit 109 gegen 39 Stimmen unverändert den ihr am 18. November vorgelegten Gesetzesentwurf wegen Vervollständigung der Staatseisenbahnen.
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20. Dezember 1877II. Kammer: Berathung des Budgets: die ultramontane Mehrheit fährt fort, die ministeriellen Dispositionsfonds zu streichen.
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20. Dezember 1877II. Kammer: Berathung des Budgets der Justiz: der ministerielle Dispositionsfonds wird mit 78 (ultramontanen) gegen 75 (liberale) Stimmen gestrichen; doch erklären die ultramontanen Abgeordneten Freytag und v. Grießenbeck schon jetzt, für …
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23. Dezember 1877II. Kammer: die ultramontane Mehrheit lehnt den Budgetansatz für Verlegung der Forstschule in Aschaffenburg nach München mit 78 gegen 75 Stimmen ab und will ihr die theuere Reorganisation in Aschaffenburg aufzwingen.