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Chronik Bayern 1866
Alle Staaten der Chronik · Mehr über Bayern
Januar
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27. Januar 1866Der Magistrat von Augsburg beschließt einstimmig, eine dringende Vorstellung an den König bezüglich endlicher Bestätigung des neugewählten (liberalen) Bürgermeisters Fischer.
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30. Januar 1866Der König nimmt die aus Franken und Schwaben an ihn gesandte Landesdeputation nicht an und weist sie an das Ministerium und den Landtag.
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30. Januar 1866Die Deputation von Vertrauensmännern aus Schwaben und Franken (vergl. Jahrgang 1865 XII 17, 20 u. 27) wird vom Könige nicht zur Audienz zugelassen:
März
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8. März 1866richtet eine identische Dep. an Sachsen, Württemberg, Baden, Hessen-Darmstadt und Nassau, dahin gehend, daß, wenn Oesterreich und Preußen ihre Streitigkeiten mit Umgehung des Bundes ausmachen wollten, die übrigen deutschen Staaten sich jed…
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8. März 1866richtet eine identische Depesche an Sachsen, Württemberg, Baden, Hessen-Darmstadt und Nassau, in welcher es unter Darlegung des Bundesstandpunkts ausspricht, daß, wenn Oesterreich und Preußen ihre Streitigkeiten mit Umgehung des Bundes aus…
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31. März 1866sucht durch eine identische Dep. an Oesterreich und Preußen zu beschwichtigen und zu vermitteln.
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31. März 1866Eine identische Depesche des Ministers v. d. Pfordten an Oesterreich und Preußen sucht zwischen beiden zu vermitteln, indem sie beide an den Art. 11 der Bundesacte erinnert und die Ursache der Kriegsgefahr weder in einigen Differenzen über…
April
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2. April 1866beginnt ebenfalls zu rüsten.
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2. April 1866beginnt auch seinerseits zu rüsten, indem bedeutende Pferdeankäufe für die Artillerie und Cavallerie angeordnet werden.
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21. April 1866sistirt seine Rüstungen wieder.
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21. April 1866sistirt vorerst weitere Pferdeankäufe.
Mai
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6. Mai 1866nimmt die am 21. April sistirten Rüstungen wieder auf.
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6. Mai 1866nimmt seine Rüstungen wieder auf: die am 21. v. M. sistirten Pferdeankäufe sollen ungesäumt wieder stattfinden.
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6. Mai 1866Die Rheinpfalz feiert das Jubiläum ihrer 50jährigen Vereinigung mit Bayern.
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10. Mai 1866Mobilisirung der ganzen Armee; Einberufung des Landtags auf den 23. Mai.
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10. Mai 1866Ein königl. Erlaß befiehlt die Mobilmachung der ganzen Armee und die Einberufung des Landtags auf den 23. d. M.
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13. Mai 1866Eine Volksversammlung in Frankenthal für die Rheinpfalz und Rheinhessen spricht sich in energischen Resolutionen gegen Abtretung deutschen Landes an Frankreich aus und erläßt einen warmen Aufruf dagegen an das gesammte deutsche Volk.
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21. Mai 1866Eine Besprechung der bayerischen Fortschrittspartei in Gunzenhausen geht gegen eine unbedingte Neutralität, für Volksbewaffnung und Einberufung eines Parlaments nach dem Reichswahlgesetze von 1849.
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23. Mai 1866Prinz Karl wird zum Höchstcommandirenden der bayerischen Armee, General v. d. Tann zu seinem Generalstabschef ernannt.
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27. Mai 1866Eröffnung des Landtags.
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30. Mai 1866II. Kammer: Die Regierung verlangt einen außerordentlichen Militärcredit im Betrage von 31,512,000 fl.
Juni
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2. Juni 1866ordnet eine außerordentliche Heeresergänzung von 18,000 Mann bis zum 2. Juli an.
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2. Juni 1866ordnet eine außerordentliche Heeresergänzung von 18,610 Conscribirten aus den Altersklassen von 1843 und 1844 an.
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8. bis 9. Juni 1866Adreßdebatte der II. Kammer.
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8. bis 9. Juni 1866II. Kammer: Adreßdebatte.
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9. Juni 1866II. Kammer: Adreßdebatte.
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10. Juni 1866Gen. v. d. Tann geht in besonderer Mission nach Oesterreich.
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10. Juni 1866General v. d. Tann geht in besonderer Mission nach Wien ab.
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14. Juni 1866schließt durch v. d. Tann in Olmütz eine besondere Convention mit Oesterreich ab, um sein Gebiet zu wahren, eventuell vielleicht zu erweitern.
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14. Juni 1866schließt mit Oesterreich in Olmütz eine besondere Militärconvention ab, die jedoch erst am 30. Juni vom König ratifizirt wird.
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16. Juni 1866Bayerische Truppen besetzen die preuß. Telegraphenstation in Frankfurt.
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16. Juni 1866Gen. v. d. Tann kehrt von seiner Mission nach Oesterreich zurück.
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18. Juni 1866II. Kammer: Debatte über den von der Regierung verlangten Credit von 31 Mill. für die außerordentlichen Bedürfnisse der Armee.
Juli
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4. Juli 1866Treffen bei Diedorf (Division Zoller) und bei Zella (Division Hartmann).
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10. Juli 1866Gefechte bei Kissingen und Hammelburg.
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10. Juli 1866Durch allerhöchste Verordnung wird die gesammte Landwehr aufgerufen.
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21. Juli 1866Der Minister v. d. Pfordten geht nach Wien und Nickolsburg ab, um einen Waffenstillstand mit Preußen zu erzielen.
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28. Juli 1866schließt in Nickolsburg einen Waffenstillstand mit Preußen ab, der aber erst vom 2. August an beginnen soll.
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29. Juli 1866Ein bayerisches Bataillon wird bei St. Johann nutzlos zusammengehalten.
August
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2. bis 23. August 1866Depeschen des den französischen Kammern im Februar 1867 vorgelegten Gelbbuches.
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22. August 1866Bayern schließt in Berlin seinen Frieden und ein (vorerst geheimes) Schutz- und Trutzbündniß mit Preußen.
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22. August 1866Abschluß des Friedens mit Preußen zu Berlin. (s. Anh.).
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22. August 1866Friedensvertrag von Berlin zwischen Preußen und Bayern d. d. 22. August 1866.
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27. August 1866Zusammentritt des Landtags.
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28. August 1866II. Kammer: Die vereinigte Linke (42 Mitglieder) beschließt, ihr bisheriges Programm in Beziehung auf die deutsche Frage folgendermaßen zu ergänzen:
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29. August 1866Die I. Kammer nimmt den Friedensvertrag mit Preußen einstimmig an.
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30. August 1866Die II. Kammer genehmigt mit allen gegen 1 Stimme den Friedensvertrag mit Preußen und erklärt sich gegen 11 Stimmen für einen engen Anschluß an Preußen, um etwaige Angriffe des Auslands erfolgreich abzuwehren.
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30. August 1866Die II. Kammer genehmigt den Friedensvertrag mit Preußen mit allen gegen 1 Stimme (des ultramontanen Abg. Ruland).
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31. August 1866I. Kammer: Debatte über die Deckung der Kriegskostenentschädigung an Preußen.
September
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2. September 1866Auflösung der mobilen Armee; Abschiedsproclamation des Prinzen Karl.
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6. September 1866Die Organisation der Landwehr in den Landgemeinden wird sistirt.
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29. September 1866Eine kgl. Verordnung setzt die Landwehr in den Landgemeinden definitiv wieder in die „ruhende Activität“.
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30. September 1866Die Regierung erläßt eine neue Verordnung über die Bildung der Schullehrer, durch welche dieselbe gehoben und die Mängel der bisherigen Einrichtungen beseitigt werden sollen, ohne jedoch das bisherige Verhältniß der Schule und der Schulleh…
Oktober
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11. Oktober 1866Modification des königl. Cabinets.
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12. Oktober 1866Officielle Erwiderung der „Bayer. Ztg.“ auf den Ausfall des badischen Ministers Freydorf gegen Bayern wegen seiner Convention mit Oesterreich v. 14./30. Juni d. J.
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19. Oktober 1866Der Redacteur des Volksboten, Zander, wird wegen seiner Angriffe auf General v. d. Tann als Generalstabschef im letzten Kriege vom Schwurgerichte freigesprochen.
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22. Oktober 1866Prinz Karl legt alle seine militärischen Würden in Bayern und selbst seine Inhaberstellen von Regimentern auswärtiger Staaten nieder.
November
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November 1866Rundreise des Königs in Franken.
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10. November 1866Die „Kronacher Ztg.“ (Franken) wird wegen ihrer Angriffe auf General v. d. Tann als Generalstabschef im letzten Kriege vom Schwurgericht freigesprochen.
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21. November 1866Die Kempt. Ztg. (Schwaben) wird wegen ihrer Angriffe auf Gen. v. d. Tann als Generalstabschef im letzten Kriege vom Schwurgericht freigesprochen.
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24. November 1866Die Regierung hebt durch Rescript an den Bischof von Regensburg ein von demselben im dortigen Schottenkloster errichtetes Convict von (aus Italien vertriebenen) Jesuiten als verfassungs- und concordatswidrig auf.
Dezember
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1. Dezember 1866Der Redacteur des Volksboten, Zander, wird wegen seines Widerstandes gegen das von der Regierung im Ministerium des Innern errichtete allgemeine offizielle Berichtigungsbureau (Dietrich) in erster Instanz freigesprochen.
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10. Dezember 1866Rückkehr des Königs von seiner Rundreise in Franken.
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24. Dezember 1866Die Regierung wird mit ihrer Klage gegen den Volksboten wegen des offiziellen Berichtigungsbureau's auch in zweiter Instanz abgewiesen.
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25. Dezember 1866Das neue kgl. Cabinetssecretariat wird schon wieder entlassen und App.-Ger.-Rath Lutz vom früheren Cabinetssecretariat neuerdings zum Chef desselben ernannt, Herr Pfistermeister in den erblichen Adelsstand des Königreichs erhoben.
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29. Dezember 1866Minister v. d. Pfordten erhält die nachgesuchte Entlassung.
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31. Dezember 1866Entlassung des bisherigen Ministerpräsidenten v. d. Pfordten und Ernennung des Fürsten Hohenlohe.
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31. Dezember 1866Fürst v. Hohenlohe wird zum Minister des Auswärtigen und des kgl. Hauses ernannt.