→ Chronik Bund und Reich
Chronik Bund und Reich 1905
Alle Staaten der Chronik · Mehr über Bund und Reich
Januar
-
1. Januar 1905Der Reichskanzler begründet die Handelsverträge.
-
1. Januar 1905Der Kaiser schlägt dem amerikanischen Botschafter vor, amerikanische Gelehrte sollten nach Deutschland kommen und an den deutschen Universitäten Vorlesungen halten, während umgekehrt deutsche Professoren die amerikanischen Universitäten be…
-
Anf. Januar.Der Kaiser teilt dem Zaren und dem Mikado mit, daß er dem General Stössel und dem General Nogi den Orden pour le mérite verleihen wolle.
-
1. Januar bis 28. Februar 1905Auf den Universitäten und Hochschulen finden lebendige Agitationen unter den Studenten gegen die konfessionellen Verbindungen statt.
-
1905Ein Unglücksfall gab Veranlassung, die Vorsichtsmaßregeln, wie Verkürzung der Arbeitszeit, Einschränkung des Alkoholgenusses während des Dienstes, zu diskutieren.
-
9. Januar 1905Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung“ demen- tiert Nachrichten über Spannung zwischen England und Deutsch- land.
-
9. Januar 1905Eine Konferenz sämtlicher deutschen Eisenbahnverwaltungen berät über die Betriebsmittelgemeinschaft.
-
9. Januar 1905Die „Norddeutsche Allg. Ztg.“ schreibt über die Beziehungen zu England
-
9. Januar 1905Eine Verordnung bestimmt, daß in allen Schulen des Schutzgebietes als Unterrichtssprache außer der Landessprache vom 1. Januar 1906 ab nur die deutsche Sprache zugelassen ist.
-
11. bis 16. Januar 1905Beratung des Reichsjustizetats. Schwurgerichte. Auslieferung.
-
12. bis 13. Januar 1905Budgetkommission. Beratung über Südwestafrika. Indemnitätsfrage.
-
12. Januar 1905Bei der Ersatzwahl in Calbe-Aschersleben erhält Albrecht (Soz.) 19013, Placke (ntl.) 11785, Rahardt (Mittelstandspartei und Bund der Handwerker) 8147, Dr. Fleischer (Zentr.) 454 Stimmen. Bei der Stichwahl am 24. erhält Albrecht 21719, Plac…
-
Mitte Januar.Bergarbeiteraufstand.
-
17. bis 20. Januar 1905Budgetkommission. Debatte über Südwestafrika.
-
19. Januar 1905Staatssekretär Krätke teilt über das Kapital und die Verzinsung der Reichspost mit: Das im Gesamtbetriebe steckende Kapital betrage 652 Millionen Mark, davon arbeiteten in der Post 230, in der Telegraphie 143, im Fernsprechwesen 279 Millio…
-
20. Januar bis 3. Februar 1905Interpellation über den Bergarbeiterstreik im Ruhrrevier. Erklärungen Bülows und Möllers.
-
22. Januar 1905Annahme der Handelsverträge.
-
24. Januar 1905Interpellation über Einführung einer Konstitution in Mecklenburg. Regierungserklärungen.
-
25. Januar 1905 · Österreich-UngarnDeutsches Reich und Oesterreich-Ungarn. Handelsvertrag.
-
25. Januar 1905Der Handelsvertrag mit Österreich-Ungarn wird unterzeichnet.
-
25. bis 26. Januar 1905In der Diskussion greifen Polen und Zentrum die Übersetzungsstelle in Posen an, die die Beförderung verzögern.
-
30. bis 31. Januar 1905Südwestafrika: Indemnitätsfrage; Entschädigung der Ansiedler.
-
Ende Januar.Es wird für eine Kundgebung zugunsten Maxim Gorkis in Schriftsteller- und Gelehrtenkreisen agitiert, um den Zaren zu seiner Freilassung zu bestimmen (vgl. Rußland).
-
Ende Januar.Nach Mitteilungen der englischen Regierung haben sich bis Ende November mehrere Häuptlinge und 1800 Hereros auf englisches Gebiet geflüchtet.
Februar
-
1. Februar 1905Reichskanzler Graf Bülow bringt die Handelsverträge mit folgender Rede ein (Vergleichung der Zölle für Industrie und Landwirtschaft, Folgen der Zollerhöhung, Dauer der Verträge, Erfolge und Opfer)
-
Februar 1905Auszeichnungen aus Anlaß der Handelsverträge.
-
4. Februar 1905Das Zentrum bringt den im Jahre 1900—1902 beratenen Toleranzantrag wieder ein.
-
6. Februar 1905Interpellation über die Abgaben auf Wasserstraßen.
-
7. Februar 1905Debatte über die zehnstündige Arbeitszeit.
-
8. Februar 1905Abg. Müller-Meiningen (fr. Vp.) will nur den ersten Teil annehmen; der zweite schaffe ein Ausnahmerecht gegen die nicht anerkannten Religionsgesellschaften.
-
8. Februar 1905Der deutsche Landwirtschaftsrat spricht sich einstimmig für die Handelsverträge aus.
-
9. Februar 1905Maler Adolf von Menzel †. Geboren 8. Dezember 1815 in Breslau.
-
9. bis 14. Februar 1905Erste Beratung der Handelsverträge. Verweisung an die Kommission.
-
10. Februar 1905Abg. Gamp (RP.) begrüßt den Zollschutz für die Landwirtschaft; er werde den Arbeitern durch Lohnerhöhungen zugute kommen, wie auch die Eisenindustrie zu ihren hohen Löhnen nur durch den Zollschutz befähigt worden sei.
-
11. Februar 1905Abg. Graf Reventlow (wirtsch. Vg.) wünscht langsame Durchberatung der verwickelten Verträge.
-
11. bis 12. Februar 1905Parteitag der Freisinnigen Vereinigung. Der Parteitag fordert eine allgemeine, unentgeltliche Volksschule unter Ausschluß jeder anderen öffentlichen Unterrichtsanstalt für den ersten Unterricht und lehnt die konfessionellen Schulen sowie d…
-
13. Februar 1905Die Generalversammlung des Bundes der Landwirte erkennt an, daß die neuen Handelsverträge eine gewisse Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktion bringen, obgleich viele berechtigte Wünsche nicht berücksichtigt seien.
-
14. Februar 1905Staatssekretär Graf Posadowsky bestreitet die vom Abg. Gothein aufgestellte Behauptung, daß Fürst Bismarck im Jahre 1887 beabsichtigt habe, für den Fall, daß ein Handelsvertrag mit Rußland zustande kommen sollte, mit den Getreidezöllen bis…
-
14. Februar 1905Bei der Ersatzwahl in Hof erhalten Geißler (Soz.) 10 329, Dr. Goller (verein. Liberale) 10 254, Metzger (Bd. d. Ldw.) 3291 Stimmen.
-
15. Februar 1905Der deutsche Handelstag billigt mit großer Mehrheit die Handelsverträge.
-
15. bis 17. Februar 1905Beratung und Annahme der Handelsverträge in der Kommission.
-
18. bis 21. Februar 1905Abg. Hieber (nl.): Da die Katholiken dogmatische Toleranz verweigerten, sei die Stellungnahme zum Antrag außerordentlich erschwert.
-
20. Februar 1905Zweite Beratung der Handelsverträge.
-
21. Februar 1905Der Reichstag genehmigt einen Antrag Paasche (nl.) auf Errichtung eines Reichsarbeitsamtes.
-
22. Februar 1905Annahme der Handelsverträge in dritter Beratung. Posadowsky über Sozialpolitik. Süddeutschland.
-
23. Februar 1905Abg. Friedberg (nl.) wendet sich scharf gegen Ministerialdirektor Althoff, dem er verletzende Sprache vorwirft.
-
24. Februar bis 1. März 1905Abg. Fischbeck (fr. Vp.) kritisiert das Urteil des brandenburgischen Konsistoriums gegen den Pastor Fischer (S. 11).
-
25. bis 27. Februar 1905Abg. Bebel (Soz.) fragt, ob der Flottenverein in Beziehungen zur Regierung stände.
-
27. Februar 1905Der Dom wird durch den Kaiser feierlich eingeweiht.
-
27. Februar bis 2. März 1905Die Debatte dreht sich vornehmlich um Fabrikinspektion, Sonntagsruhe, Lage der Handwerker, Bedeutung der Warenhäuser der Offizier- und Beamtenvereine, Lehrlingszüchterei, Befähigungsnachweis, Krankenkassen und Aerzte, Hausindustrie, Errich…
-
28. Februar bis 8. März 1905Beratung der Budgetkommission über den Heeresetat und die Vorlagen über Friedensstärke und Wehrpflicht.
März
-
März. April.Öffentliche Diskussion über die Beziehungen Deutschlands zu Marokko und den Vertragsmächten. Halbamtliche deutsche Erklärung.
-
Anfang MärzAnfang März wird bekannt, daß der Kaiser eine Mittelmeerreise machen und dabei Tanger besuchen will.
-
8. März 1905Der Reichstag lehnt gegen die Stimmen der Freisinnigen, Polen und Sozialdemokraten einen Antrag Kopsch (fr. Vp.) auf Neueinteilung der Wahlkreise ab.
-
14. März 1905Die Kommission bewilligt die geforderte Erhöhung der Friedenspräsenz um 10 339 Mann auf 505 839 Gemeine, Gefreite und Obergefreite.
-
11./15. März.Erster deutscher Studententag.
-
15. März 1905Abg. Spahn (Z.) fordert in einer Resolution ein Gesetz, Elsaß-Lothringen eine selbständige Vertretung im Bundesrate zu gewähren. Es müßte zu dem Zwecke in Elsaß-Lothringen eine konstitutionelle Regierung eingerichtet werden, die einen Bevo…
-
18. März 1905Der Reichstag genehmigt den Etat der Schutzgebiete nach kurzer Debatte.
-
20. März 1905Die Vereinigung der Handelskammern des niederrheinisch-westfälischen Industriegebiets spricht sich gegen die Berggesetznovelle aus.
-
20. März 1905Zweite Beratung der Friedenspräsenzstärke (vgl. S. 50, 62). Dienstdauer.
-
21. bis 27. März 1905Zweite Beratung des Militär-etats. Mißhandlungen. Strafgesetze.
-
23. März 1905Der Kaiser tritt auf dem Postdampfer „Hamburg“ eine Reise nach dem Mittelmeer an.
-
27. März 1905Beschlüsse über Resolutionen zum Reichsetat des Innern.
-
27. März 1905Der Reichstag bewilligt eine Neuforderung für Neuausrüstung der Artillerie.
-
28. März 1905Der Reichstag beendet die zweite Lesung des Etats.
-
29. bis 30. März 1905Dritte Beratung des Etats.
-
29. bis 30. März 1905Dritte Beratung des Etats. Marokko. Bergarbeiterstreik. Staats- und Reichsfinanzen.
-
31. März 1905Besuch des Kaisers in Tanger.
-
31. März 1905Der Reichstag bewilligt einen Nachtragsetat zu 1904 von 27 353 000 Mark aus Anlaß der südwestafrikanischen Expedition und verweist einen Ergänzungsetat zu 1905 von 34 257 000 Mark aus demselben Anlaß an die Budgetkommission.
-
Ende März; 7. April; 27. AprilIn Patrouillengefechten unweit Bethanien und Packriem fallen 1 Offizier und 9 Unteroffiziere und Reiter (Ende März).
April
-
April.Streit innerhalb des Zentrums.
-
5. April 1905Der Reichstag verweist die Novelle zur Maß- und Gewichtsordnung an eine Kommission.
-
10. April 1905Eine 3½prozentige Reichsanleihe von 300 Millionen Mark zum Kurse von 101,10 wird fünfzehnmal gezeichnet.
-
26. bis 27. April 1905Tagung der kirchlich-sozialen Konferenz. Hauptreferate: D. v. Örtzen: Patriarchalische Verhältnisse und modernes Arbeitsrecht. Generalsekretär Müller: Größere Anforderungen an die christliche Jugendliteratur.
Mai
-
Mai.Durch die in- und ausländische Presse gehen Nachrichten, wonach der Kaiser bei Ansprachen in Wilhelmshaven und Straßburg die russische Armee, insbesondere das Offizierkorps, scharf kritisiert haben soll.
-
Mai 1905In der sozialdemokratischen Presse wird Abg. Peus scharf angegriffen, weil er die Besteuerung der Konsumvereine durch eine Umsatzsteuer empfiehlt.
-
Mai 1905Zwischen den Flüssen Njong und Djah brechen Unruhen aus.
-
9. Mai 1905Feier zum Gedächtnis Schillers.
-
9. Mai 1905Der Todestag Schillers wird in ganz Deutschland gefeiert.
-
11. Mai 1905Staatssekretär des Innern Graf Posadowsky empfängt eine Handwerkerdeputation, die eine Ausdehnung der Invalidenversicherung auf die selbständigen Handwerker verlangt.
-
11. Mai 1905Der Reichstag verweist die Vorlage über den Bau einer Eisenbahn in Kamerun an die Budgetkommission.
-
12. Mai 1905Der Reichstag debattiert über die Bekämpfung der Unsittlichkeit in Literatur und Kunst.
-
Mitte Mai.Wachsen der christlich-nationalen Arbeiterbewegung.
-
18. bis 23. Mai 1905Entlastung des Reichsgerichts. Zweite Beratung.
-
19. Mai 1905Der Hottentottenhäuptling Morenga wird über die englische Grenze gejagt.
-
21. bis 22. Mai 1905Parteitag der nationalliberalen Partei.
-
22. Mai 1905Kongreß der freien Gewerkschaften.
-
23. Mai 1905Der Reichstag genehmigt gegen die Sozialdemokraten Anträge auf Aenderung des Gerichtsverfassungsgesetzes.
-
24. Mai 1905Der Reichstag genehmigt in dritter Beratung gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, Freisinnigen, Polen, der wirtschaftlichen Vereinigung und der Reformpartei die Zivilprozeßreform (S. 84).
-
30. Mai 1905Bei der Ersatzwahl in Hameln-Linden erhält Hausmann (nl.) 8166, Brey (Soz.) 8662, Rehren (Bd. d. Ldw.) 3697, v. Leuthe (Welfe) 4932 Stimmen.
-
30. Mai 1905Entscheidung über Vertagung oder Schließung der Session.
-
30. Mai 1905Der Reichstag protestiert einstimmig gegen ein gegen den Abg. Jessen eingeleitetes Strafverfahren als eine Verletzung der Immunität.
-
Ende Mai.Die nach Abessinien entsandte Gesandtschaft kehrt zurück.
Juni
-
6. Juni 1905Hochzeit des Kronprinzen.
-
6. Juni 1905Reichskanzler Graf Bülow wird in den Fürstenstand erhoben.
-
8. Juni 1905Bei der Ersatzwahl in Kaufbeuren wird Geiger (Z.) mit 10786 Stimmen gewählt.
-
8. Juni 1905Fürst Leopold von Hohenzollern †.
-
13. bis 15. Juni 1905Tagung des evangelisch-sozialen Kongresses.
-
15. Juni 1905Der frühere Gouverneur von Ostafrika, Hermann v. Wissmann, stirbt infolge eines Jagdunfalls in Liezen (Steiermark).
-
15. bis 16. Juni 1905Die Vereinigung der Freunde der „Christlichen Welt“ (evangelisch-liberal) protestiert gegen die Verfolgung liberaler Geistlicher
-
21. Juni 1905Der Kaiser wohnt dem Rennen des Norddeutschen Regattavereins bei und erwidert auf die Ansprache des Hamburger Bürgermeisters Mönckeberg
Juli
-
Anfang Juli.Plan des französischen Abgeordneten Jaurès in Berlin über den Weltfrieden zu sprechen.
-
Juli 1905In der sozialdemokratischen Presse findet ein heftiger Streit über die Frage statt, ob die Möglichkeit des politischen Massenstreiks auf dem Parteitage verhandelt werden solle.
-
Juli. August.Fleischteuerung.
-
7. Juli 1905Bei der Ersatzwahl in Villingen (2. badischer Wahlkreis) wird Duffner (Z.) mit 10 891 Stimmen gewählt.
-
8. Juli 1905Vertrag über Berufung der Marokkokonferenz.
-
10. Juli 1905Durch einen Brand in der Zeche „Borussia“ kommen 39 Bergleute um.
-
10. Juli 1905Der Kaiser tritt seine Nordlandsreise an.
-
13. Juli 1905Bei der Ersatzwahl in Oberbarnim (Mark) erhält Pauli (RP.) 6268, Kollmann (fr. Vp.) 3532, Bruns (Soz.) 6319 Stimmen.
-
14. bis 17. Juli 1905Die Hottentotten werden in zwei Gefechten geschlagen. Dabei fallen 15 Deutsche.
-
16. Juli 1905Zusammenschluß süddeutscher Eisenbahner.
-
18. Juli 1905Die Küstenbahn Lome-Anecho wird dem Verkehr übergeben.
-
20. Juli 1905Bei der Ersatzwahl in Erlangen-Fürth erhält Barbeck (fr. Vp.) 14 426, Segitz (Soz.) 13 624 Stimmen.
-
23. bis 24. Juli 1905Monarchenzusammenkunft.
-
25. Juli 1905Brief Kaiser Wilhelms an den Reichskanzler Fürsten Bülow v. 25. Juli 1905 und Telegramm an den Zaren v. 2. Aug. 1905 über nordische Fragen.
-
30. Juli 1905Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung“ schreibt über die Zusammenkunft zwischen dem Kaiser und dem Zaren
August
-
August.Infolge der Sendung neuer Truppen nach Südwestafrika wird in der Presse, vornehmlich in der „Kölnischen Volkszeitung“, die Frage aufgeworfen, ob hierdurch nicht das Budgetrecht des Reichstags verletzt werde.
-
August 1905Die „Gazeta Polska“ schreibt über die deutsche Ostmarkengrenze
-
August 1905Der „Vorwärts“ schreibt über die Polemik gegen Parteigegner
-
August.In den Matumbibergen und in den Bezirken Donda und Liwale brechen Unruhen aus.
-
Augustreich als Nachbar Marokkos den Beruf habe, dort für Aufrechterhaltung der Ruhe zu sorgen und den Sultan in den notwendigen militärischen und finanziellen Reformen zu unterstützen
-
August 1905Die deutsche Regierung erfuhr durch ihren Geschäftsträger nicht sogleich alle Einzelheiten der französischen Forderungen, aber was sie davon erfuhr, genügte zusammen mit den Äußerungen der französischen Presse, die laut die bevorstehende „…
-
August 1905gedrungen mit Deutschland über seine Marokkopolitik verständigen, wenn es nicht einen Bruch provozieren wollte.
-
AugustHottentotten erhebliche Verluste erlitten haben; u. a. ist ihr Hauptführer Hendrik Witbooi gefallen und sein Tod hat viele seiner Leute zur Ergebung bewogen.
-
14. August 1905Der Kaiser konferiert mit einigen amerikanischen Professoren über den Austausch deutscher und amerikanischer Universitätsprofessoren.
-
21. August 1905Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung“ schreibt über die Ostseefahrt der englischen Flotte
-
21. August 1905Der Kaiser gewährt dem Gouverneur Oberst Leutwein den Abschied und ernennt den Generalkonsul v. Lindequist zum Gouverneur.
-
23. August 1905Eine sozialdemokratische Versammlung verwirft die parlamentarische Aktion der Fraktion und erklärt Herbeiführung des Generalstreiks als wichtigste Aufgabe.
-
23. August 1905Am 23. August sterben in Bromberg und Graudenz mehrere Flößer und Arbeiter an Cholera
-
25. August 190552. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands.
-
29. August 1905Der „Reichs-Anzeiger“ teilt über die Ergebnisse des Reichshaushalts für 1904 mit
-
30. August 1905Kundgebungen über den Friedensschluß. Der Kaiser und Roosevelt.
-
31. August 1905Beendigung eines dreimonatigen Streiks im rheinisch-westfälischen Baugewerbe.
-
Ende August.Die Zeitungen teilen mit, daß der Direktor des Kolonialamts Dr. Stübel demnächst einen Gesandtenposten erhalten werde.
-
Ende August. September.Aufenthalt eines englischen Geschwaders in der Ostsee.
September
-
September.Deutsches Reich. Choleragefahr.
-
September. Oktober.Ausstand in der Elektrizitäts- und Metallindustrie.
-
September 1905 · Deutsches ReichDie Wangoni schließen sich dem Aufstand an.
-
September 1905 · Deutsches ReichIn Gefechten gegen streifende Herero werden 250 getötet, 767 gefangen. 1 Deutscher fällt, 2 werden verwundet.
-
4. September 1905Die Preßkommissionen haben dafür zu sorgen, daß in den ihrer Aufsicht unterstellten Parteiblättern nicht von neuem die oben verurteilte Art der Polemik Platz greift.
-
7. September 1905Bei der Ersatzwahl in Thorn-Kulm wird Ortel (nl.) mit 14 832 Stimmen gewählt.
-
8. September 1905Der Kaiser bringt bei der Paradetafel folgenden Trinkspruch auf das 18. Armeekorps aus
-
9. September 1905Der Kaiser bringt bei der Tafel für die Provinz folgenden Trinkspruch auf die Provinz Hessen-Nassau aus
-
11. September 1905Der Kaiser bringt bei der Paradetafel folgenden Trinkspruch auf das 8. Korps aus
-
12. September 1905Der Kaiser hält an der Tafel für die Provinz folgende Rede: Wiederum in dem schönen Rheinland eingetroffen, umbrandet von dem begeisterten Jubel der patriotischen Volksmengen, der aus leuchtenden Augen und durch begeisterten Zuruf Uns entg…
-
13. September 1905 · Deutsches ReichDie Hottentotten werden bei Haruchas geschlagen und verlieren 60 Tote.
-
Mitte September.Die „Köln. Volksztg.“ veröffentlicht Angriffe auf die Kolonialverwaltung, sie habe in der Beratung der Kameruneisenbahn unrichtige Mitteilungen gemacht und Reichsgelder privaten literarischen Publikationen zur Verfügung gestellt.
-
17. bis 23. September 1905Vorsitzender ist Abg. Singer. — Abg. Bebel kritisiert in einer Begrüßungsrede die auswärtige deutsche Politik: Rußland war 30 Jahre hindurch der Schiedsrichter Europas.
-
18. September 1905Der christlich-soziale Parteitag unter dem Vorsitz des Abg. Stöcker polemisiert u. a. gegen die Simultanschulen und debattiert über Kommunalpolitik, ohne ein festes Programm aufzustellen.
-
19. September 1905Reichstagswahl.
-
23. bis 25. September 1905Der Parteitag der freisinnigen Volkspartei tadelt die Haltung der Regierung in der Frage der Fleischteuerung, fordert Beschränkung der Kolonialpolitik, Reform der Branntweinsteuer und verwirft eine höhere Steuer auf Tabak und Bier. Ein Zus…
-
24. bis 26. September 1905Generalversammlung des Vereins für Sozialpolitik.
-
25. September 1905Der Reichskanzler hat eine Zusammenkunft mit dem russischen Minister v. Witte.
-
28. September 1905Deutschland und Frankreich schließen folgende Vereinbarung über das Programm zur Marokkokonferenz
Oktober
-
Oktober 1905Die Beschlüsse des sozialdemokratischen Parteitags über den Generalstreik werden von vielen Gewerkschaften zurückgewiesen; Bebels Rede sei eine hohle Deklamation.
-
Oktober. November. Dezember.In vielen Gefechten erleiden die Insurgenten große Verluste, die Deutschen verlieren nur einige Tote und Verwundete.
-
3. bis 7. Oktober 1905Tagung des zweiten Kolonialkongresses. Es werden öffentlich alle kolonialen Angelegenheiten diskutiert von Beamten, Missionaren, Gelehrten und Vertretern der wirtschaftlichen Interessen.
-
6. Oktober 1905Ferdinand Frhr. v. Richthofen, Professor der Geographie an der Universität Berlin, †.
-
8. bis 9. Oktober 1905Der deutsch-soziale Parteitag fordert Überwachung der Preispolitik der Kartelle und Verleihung der Rechtsfähigkeit an die Berufsvereine.
-
10. Oktober 1905Eine Betriebsmittelkonferenz wird abgehalten.
-
12. bis 15. Oktober 1905Deutsches Reich. Offizielle Kundgebungen über die Enthüllungen des „Matin“.
-
12. Oktober 1905Bei der Ersatzwahl in Zabrze-Kattowitz wird Korfanty (Pole) mit 23 208 Stimmen gewählt.
-
12. Oktober 1905Die „Kölnische Zeitung“ schreibt über die Enthüllungen des „Matin“ hinsichtlich eines englisch-französischen Einverständnisses gegen Frankreich
-
12. Oktober 1905Eine Hottentottenbande wird überfallen und verliert 50 Tote.
-
24. Oktober 1905Streit in der sozialdemokratischen Partei.
-
26. Oktober 1905Ein Denkmal Moltkes wird enthüllt. Bei der Festtafel hält der Kaiser folgenden Trinkspruch: Dem heutigen Tage seien zwei Gläser bestimmt. Das eine der Vergangenheit und der Erinnerung! In aufrichtigem Dank gegen die Vorsehung, die in große…
-
26. Oktober 1905Die deutsche Regierung regt bei den Großmächten an, die internationalen Besatzungstruppen aus China zurückzuziehen.
-
Ende Oktober.Da eine Torpedobootsdivision mobil gemacht wird, taucht in der Presse, namentlich in der sozialdemokratischen, die Behauptung auf, die Boote seien bestimmt, die Zarenfamilie aus Peterhof abzuholen.
November
-
November 1905Die deutsche Gesandtschaft in Tokio und die japanische in Berlin werden in Botschaften umgewandelt.
-
2. November 1905Bei der Ersatzwahl in Pr. Holland-Mohrungen wird Glür (kons.) mit 8682 Stimmen gewählt.
-
7. November 1905Bei der Ersatzwahl in Eisenach-Dermbach erhält Leber (Soz.) 6886, Schack (Antif.) 4045, Flex (nl.) 2780, Kichner (fr. Vp.) 2698, Müller-Fulda (3.) 1014 Stimmen. In der Stichwahl am 17. erhält Schack 9089, Leber 8321 Stimmen.
-
14. November 1905In Gegenwart des Kaisers, des Prinzregenten, des Großherzogs von Baden und vieler Fürstlichkeiten wird ein Kaiser-Wilhelm-Denkmal enthüllt.
-
Mitte November.Angebliche Einmischung in russische Verhältnisse.
-
Mitte November.Der Direktor des Kolonialamts tritt einen Urlaub an.
-
Mitte November.Auswärtige Blätter, besonders englische und polnische, behaupten, die deutsche Regierung suche die russische Regierung zu bestimmen, den Polen keine politischen Konzessionen zu machen.
-
17. November 1905Die Marinevorlage, die dem Reichstage zugehen soll, wird veröffentlicht.
-
17. November 1905Durch einen Zusammenstoß bei einer Nachtübung sinkt das Torpedoboot S 126, wobei ein Offizier und 32 Mann ertrinken.
-
27. November 1905Ein deutscher Städtetag, an dem Vertreter von 144 Städten teilnehmen, fordert zur Verhütung von Fleischteuerungen eine möglichst ungehinderte Einfuhr lebenden Viehes aus dem Auslande unter Wahrung der notwendigen Schutzmaßregeln zur Abschl…
-
Bis zum Zusammentritt des ReichstagsBis zum Zusammentritt des Reichstags sind folgende Gesetze der letzten Session publiziert worden: Feststellung eines 2. Nachtrags zum Reichsetat 1904 (Reichs-Gesetzblatt Nr. 5). — Feststellung eines 2. Nachtrags zum Kolonialetat 1904 (5). …
-
28. November 1905Eröffnung des Reichstags.
-
28. November 1905Der Kaiser eröffnet den Reichstag mit folgender Thronrede: Geehrte Herren! Bei dem Eintritt in Ihre Beratungen entbiete Ich Ihnen zugleich im Namen Meiner hohen Verbündeten Gruß und Willkommen. Das Hauptwerk Ihrer letzten Tagung bildete di…
-
29. November 1905Der Reichstag wählt die Abgeordneten Graf Ballestrem (Z.), Graf Stolberg (kons.), Paasche (nl.) zu Präsidenten.
-
30. November 1905Interpellation über die Fleischteuerung.
-
Ende November.Die Thronrede wird im In- und Auslande viel besprochen und namentlich die Offenheit, mit der die auswärtige Lage gezeichnet sei, hervorgehoben.
-
Ende November.Der Reichsetat enthält eine Forderung auf Umwandlung des Kolonialamts in ein selbständiges Reichsamt.
Dezember
-
Dezember 1905Aus den Ostseehäfen gehen auf Veranlassung des Reichskanzlers mehrere Dampfer nach Riga und Libau, um gefährdete Reichsangehörige abzuholen.
-
Dezember.Ein Zwischenfall mit Brasilien.
-
2. Dezember 1905Kolonialer Nachtragsetat: Eisenbahn Lüderitzbucht-Kubub.
-
6. bis 14. Dezember 1905Der Reichskanzler über auswärtige Politik.
-
6. bis 15. Dezember 1905Erste Beratung des Etats. Steuerreform. Flottenvorlage. Bülow über Frankreich, England, Marokko, Rußland, Ostasien. Sozialpolitik und Materialismus. Koloniale Fragen. Friedenspolitik des Kaisers. Reichskanzler Fürst Bülow begründet die Fin…
-
7. Dezember 1905Staatssekretär v. Tirpitz begründet die neue Flottenvorlage.
-
8. Dezember 1905Abg. Bassermann (nl.) bedauert die schlechten Beziehungen zu England, die der Grund der gespannten auswärtigen Verhältnisse seien.
-
8. Dezember 1905Bei der Ersatzwahl im 9. schleswig-holsteinischen Wahlkreise (Plön) wird gewählt Bockelmann (RP.) mit 8998 Stimmen gegen Struwe (fr. Vg.) mit 4540 und Weinheber (Soz.) mit 4406 Stimmen.
-
8. Dezember 1905In Gefechten mit Hottentotten fallen 5 Deutsche.
-
15. Dezember 1905Genehmigung der Bahn Lüderitzbucht-Kubub.
-
15. Dezember 1905Der Reichstag genehmigt den Nachtragsetat, der den Bahnbau Lüderitzbucht-Kubub enthält.
-
17. Dezember 1905Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung“ schreibt über die Haltung des Kaisers und Bülows in der Marokkofrage
-
17. Dezember 1905Eine große von den Ältesten der Kaufmannschaft berufene Versammlung spricht sich für gute Beziehungen zu England aus.
-
17. Dezember 1905Eine Vertrauensmännerversammlung der Zentrumspartei verwirft von der Reichssteuerreform den Quittungs- und Frachturkundenstempel, die Fahrkartensteuer und verlangt Modifikation der Tabak- und Biersteuer.
-
20. Dezember 1905Bei der Ersatzwahl in Donauwörth wird Pütz (Z.) mit 8891 Stimmen gewählt.