→ Chronik Preußen
Chronik Preußen 1910
Alle Staaten der Chronik · Mehr über Preußen
Januar
-
1. Januar 1910Der Kaiser gibt die Verlobung des Prinzen Friedrich Wilhelm von Preußen, dritten Sohnes des verstorbenen Prinzen Albrecht, mit Prinzessin Agathe von Ratibor und Corvey, der ältesten Tochter des Herzogs Viktor von Ratibor, bekannt.
-
3. Januar 1910Parteitag der Sozialdemokraten Preußens.
-
6. Januar 1910In einer Versammlung des Bundes der Festbesoldeten wird nach einem Vortrag des Professors Delbrück eine Petition an den preußischen Landtag beschlossen, wonach Sparkassen, Banken und das Staatsschuldbuch zur Auskunft an die Steuerbehörde v…
-
11. Januar 1910Der Kaiser eröffnet den preußischen Landtag.
-
11. Januar 1910Vor Eintritt in die Tagesordnung spricht Ministerpräsident v. Bethmann Hollweg.
-
11. Januar 1910Die Gesamtziffern des preußischen Staats- haushaltsetats ergeben an Staatseinnahmen 3.837.412.963 Mark, an Staatsausgaben 3.929.412.963 Mark, also einen Fehlbetrag von 92.000.000 Mark, der durch eine Anleihe zu decken ist. Dabei sind an au…
-
11. Januar 1910Die preußische Staatsschuld.
-
12. Januar 1910Vor Eintritt in die Tagesordnung gibt Präsident Frhr. v. Manteuffel das Wort dem Präsidenten des Staatsministeriums v. Bethmann Hollweg
-
14. Januar 1910Der Abgeordnete Noeren hat mit Unterstützung der Zentrumsfraktion folgenden Antrag eingebracht: Die königliche Staatsregierung ist aufzufordern, Maßnahmen zur Herbeiführung eines wirksameren Schutzes gegen die schweren Schädigungen zu tref…
-
15. Januar 1910Etatsdebatte. Das frühere Präsidium v. Kröcher (K.), Dr. Porsch (Z.) und Dr. Krause-Königsberg (Nl.) wird durch Zuruf wiedergewählt.
-
16. Januar 1910Die sozialdemokratische Partei veranstaltet in Berlin und Umgegend 61 Wahlrechtsversammlungen, in denen folgende Resolution angenommen wird
-
17. Januar 1910Fortsetzung der Etatsdebatte.
-
18. Januar 1910Überweisung des Etats an die Budgetkommission.
-
19. Januar 1910Beratung der Interpellationen der Abgg. Dr. Porsch (Z.) und Genossen und der Abgg. Dr. von Jazdzewski (P.) und Genossen wegen der Maßregelung von Beamten und Lehrern in Kattowitz.
-
20. Januar 1910Gymnasialoberlehrer Hoffmann, der bei den Stadtverordnetenwahlen polnisch wählte, wird im Interesse des Dienstes nach Strehlen versetzt.
-
21. Januar 1910Fortsetzung der Interpellationsdebatte wegen der Kattowitzer Beamtenmaßregelungen.
-
22. Januar 1910Interpellation des Zentrums betr. den Arbeitsnachweis im Ruhrkohlenrevier.
-
24. Januar 1910Exzellenz v. Loebell, der am 14. Juli vorigen Jahres zum Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg ernannte frühere Chef der Reichskanzlei, nimmt krankheitshalber seinen Abschied, ohne seinen neuen Posten angetreten zu haben.
-
25. Januar 1910National-liberale Interpellation: Ist der Königlichen Staatsregierung bekannt, daß in der Provinz Posen gegen Beamte wegen ihres Eintretens für die nationalliberale Partei amtliche Maßregeln ergriffen worden sind? Billigt sie diese Maßnahm…
-
25. Januar 1910National-liberale und Konservative beantragen die landesgesetzliche Zulassung des Litauischen, Masurischen und Wendischen als Versammlungssprache gemäß § 12 des Reichsvereinsgesetzes.
-
25. Januar 1910In der allgemeinen Debatte über den Etat der landwirtschaftlichen Verwaltung kommt es beim Titel Ministergehalt zu einem sehr erregten Rededuell zwischen Dr. Dietrich Hahn vom Bunde der Landwirte und dem nationalliberalen Abgeordneten Wamh…
-
26. Januar 1910In der Budgetkommission erklärt der Regierungsvertreter, daß Pichelswerder und die an die Döberitzer Heerstraße angrenzenden Parzellen verkauft werden sollen.
-
28. Januar 1910Preußischer Kriegsminister v. Heeringen antwortet auf die Ausführungen einiger Redner über den „Duellunfug“ und die Bevorzugung des Adels.
-
28. Januar 1910Bei der Beratung des Etats der landwirtschaftlichen Verwaltung antwortet auf eine Anfrage des nationalliberalen Abg. Meyer (Diepholz) Minister v. Arnim: Es sind vor der Einführung der Eosinfärbung Versuche gemacht worden an drei Gruppen vo…
-
28. Januar 1910Die Niederlegung eines Kranzes mit roter Schleife bei dem Leichenbegängnis eines Sozialdemokraten war von der Polizeibehörde in Velbert wegen groben Unfugs und wegen versäumter Einholung der Genehmigung mit einem Strafbefehl über 15 Mark b…
-
29. Januar 1910Bei dem Kapitel „Förderung der Fischerei“ betont Abg. v. Böhlendorff-Kölpin (K.) die Wichtigkeit der Fische als Volksnahrung.
-
31. Januar 1910Die „Karlsruher Zeitung“ schreibt zu einem Zwischenfall bei der Kaiserfeier, an der der kgl. preußische Gesandte auf Einladung teilgenommen hatte
Februar
-
1. Februar 1910Preußische Einkommensteuer.
-
Februar 1910Daher brach im Reichstage auf sozialdemokratischer Seite ein Sturm der Entrüstung los, als der Reichskanzler wiederholt die moralische Mitschuld der Sozialdemokratie an diesen Vorgängen feststellte
-
2. Februar 1910Die „Nordd. Allg. Ztg.“ kündigt an, daß der Kaiser und König dem Präsidenten des Staatsministeriums und den Ministern der Justiz und des Innern die Ermächtigung erteilte, den Entwurf eines Gesetzes zur Abänderung der Vorschriften über die …
-
3. Februar 1910Die Zukunft des Grunewaldes.
-
3. Februar 1910Der Reichskanzler konferiert mit den Vertretern jeder der vier Parteigruppen des Landtages über die Grundzüge der Wahlrechtsvorlage.
-
4. Februar 1910Deutsches Reich. Bekanntgabe der preußischen Wahlrechtsvorlage.
-
4. Februar 1910Offizielle Darlegungen über Inhalt und Zweck der preußischen Wahlrechtsvorlage
-
4. Februar 1910Der preußische Wahlrechtsentwurf.
-
4. Februar 1910Die Gesetzentwürfe betr. die Abänderung des preußischen Gerichtskosten- gesetzes und der Gebührenordnung für Notare werden einer besonderen Kommission von 21 Mitgliedern überwiesen.
-
5. Februar 1910Die Presse über die Wahlrechtsvorlage.
-
5. Februar 1910Die aufgelegten Reichs- und preußischen Staatsanleihen werden um 200 Millionen Mark überzeichnet.
-
6. Februar 1910Wahlrechtsdemonstrationen.
-
6. Februar 1910Das vollbesetzte Haus zählt 443 Mitglieder.
-
10. Februar 1910Erste Lesung des Gesetzentwurfs zur Abänderung der Vorschriften über die Wahlen zum Hause der Abgeordneten.
-
10. Februar 1910Voraussichtliche Wirkung der Wahlrechtsvorlage.
-
10. Februar; 15. Februar; 25. Augusthaltbar. Ebensowenig konnte der Rücktritt Dernburgs und seine Ersetzung durch den bisherigen Unterstaatssekretär v. Lindequist als ein Systemwechsel ausgelegt werden
-
11. Februar 1910Fortsetzung der Wahlrechtsdebatte.
-
11. Februar 1910Zur preußischen Wahlrechtsdebatte schreiben die „Münchner Neuesten Nachrichten“
-
12. Februar 1910Dritter Tag der Wahlrechtsdebatte.
-
12. Februar 1910schwund der Vorschlag der Revisionisten, die ganze Linke von Liebknecht bis Friedberg zur Erlangung eines zeitgemäßen Wahlrechts mit neuer Wahlkreiseinteilung zu vereinigen.
-
13. Februar 1910Wahlrechtsdemonstrationen. In Berlin veranstaltet die sozialdemokratische Partei 18 öffentliche Versammlungen in der Stadt und 26 in den Vororten.
-
14. Februar 1910Interpellation über das Vorgehen gegen nationalliberale Beamte im Wahlkreis Czarnikau-Filehne.
-
14. Februar 1910Der Seniorenkonvent verhandelt aus Anlaß der Pfuirufe in der Sitzung vom 10. Februar über eine Aenderung der Geschäftsordnung, nimmt aber davon Abstand und überläßt es den Parteien, zu der Frage Stellung zu nehmen.
-
15. Februar 1910Zum Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg ist der Unterstaatssekretär im Landwirtschaftsministerium von Conrad ernannt.
-
15. Februar 1910Beschlüsse der Wahlrechtskommission.
-
15. Februar 1910Beschlüsse der Wahlrechtskommission.
-
16. Februar 1910Antrag auf Verschärfung der Geschäftsordnung.
-
17. Februar 1910Die Stadtverordnetenversammlung nimmt einen Antrag, den Landtag um Ablehnung der Wahlrechtsvorlage zu ersuchen, einstimmig an.
-
17. Februar 1910Die Kommission lehnt die Wahlrechtsprivilegien der Regierungsvorlage einstimmig ab, nachdem alle von den Parteien gestellten Abänderungsanträge verworfen waren.
-
18. Februar 1910Bei den katholischen Kirchenwahlen siegen die Polen mit bedeutender Majorität über die Zentrumskandidaten.
-
22. Februar 1910In der Wahlrechtskommission werden der „kombinierte“ Antrag der Konservativen und des Zentrums auf geheime Urwahlen und offene Abstimmung der Wahlmänner mit Zustimmung der Freikonservativen angenommen.
-
23. Februar 1910Bei der Etatberatung (Ministerium des Innern, Ministergehalt) geht Abg. Dr. Bell (Z.) auf die Broschüre „Fürst Bülow und seine Zeit“ von „Germanicus“ ein
-
24. Februar 1910Der Dichter und Schriftsteller Dagobert von Gerhardt („Gerhardt von Amyntor“) †, 79 Jahre alt.
März
-
3. März 1910Zweite Kommissionsberatung der Wahlrechtsvorlage.
-
3. März 1910Die Kommission beendet die Beratung der Wahlrechtsvorlage.
-
3. März 1910Die Kommission für das Reisekostengesetz beschließt die folgenden Herabsetzungen der Tagegelder für Beamte
-
7. März 1910Fortsetzung der zweiten Beratung des Etats der Handels- und Gewerbeverwaltung: Titel „Ministergehalt“.
-
8. März 1910Die Wahlkommission läßt ihren Bericht an die Abgeordneten verteilen.
-
8. März 1910In Herford-Halle-Bielefeld wird statt des verstorbenen freisinnigen Abg. Lorentz der Gutsbesitzer Meyer zu Jerrendorf-Theesen (Nl.) gewählt.
-
8. März 1910Der Handelsminister Sydow teilt mit, daß in der nächsten Tagung ein Gesetz vorgelegt werden wird, das für alle Gemeinden über 10000 Einwohner den Zwang zur Errichtung von Fortbildungsschulen bringt.
-
11. März 1910Zweite Lesung der Wahlrechtsvorlage.
-
12. März 1910Fortsetzung der zweiten Lesung der Wahlrechtsvorlage.
-
12. März 1910im deutschen Volksleben würdigende Haltung. Überhaupt trat mit immer größerer Deutlichkeit ein gewisser Zwiespalt hervor zwischen der weitgehenden Nachgiebigkeit des leitenden Staatsmannes bei der Abwicklung der preußischen Wahlrechtsvorla…
-
14. März 1910Fortsetzung der zweiten Lesung der Wahlrechtsvorlage.
-
15. März 1910Die Budgetkommission billigt die Einführung von Bibliothekgebühren in Höhe von 2.50 M. pro Semester.
-
16. März 1910Dritte Lesung der Wahlrechtsvorlage.
-
16. März 1910Beim Bericht über die Ergebnisse des Betriebes der vereinigten preußischen und hessischen Staatseisenbahnen im Rechnungsjahr 1908 schildert Berichterstatter Dr. v. Burgsdorff die gute Entwicklung der Staatseisenbahnen und gibt dem Wunsche …
-
20. März 1910Durch Verfügung des Kultusministers ist bestimmt worden, daß bei dem Studium der neueren Sprachen zwei Semester an der Akademie zu Posen auf die vorgeschriebene Studiendauer von drei Jahren angerechnet werden.
-
26. März 1910Die Denkschrift über das Ansiedlungswesen in Posen und Westpreußen geht dem Landtage zu.
April
-
7. April 1910Der Polizeipräsident v. Jagow gibt die von ihm erst verweigerte Erlaubnis zur Abhaltung einer Versammlung der „Demokratischen Vereinigung“ unter freiem Himmel im Humboldthain.
-
7. April 1910Bei der 2. Lesung des Etats der Bauverwaltung sprechen viele Redner auch über die Schiffahrtsabgaben, die sie besonders für die Oder recht niedrig wünschen.
-
8. April 1910Reichstagsersatzwahl. In Posen-Stadt kommt der Oberbürgermeister Dr. Wilms als Kandidat der Deutschen mit dem polnischen Demokraten Nowicki in die Stichwahl.
-
11. April 1910In der Budgetkommission wird der Ankauf der Florabüste von allen Seiten gebilligt und der bezahlte Preis von 160000 Mark sehr gering befunden.
-
11. bis 29. April 1910Bei der verfassungsmäßig vorgeschriebenen Wiederholung der Abstimmung nach drei Wochen (11. April) schnitt die Majorität jede Debatte durch die Taktik ab, einen Redner anzumelden, der dann bloß seinen Verzicht aufs Wort erklärte, während g…
-
12. April 1910Wiederholung der Abstimmung über die Wahlrechtsvorlage (s. ob. S. 200).
-
12. April 1910Landtagsersatzwahl.
-
13. April 1910Angesichts der Nachgiebigkeit der Polizei bei der Zulassung der Wahlrechtskundgebungen schreibt die „Kons. Korr.“: „Soll man sich auch in Preußen wie in anderen Ländern daran gewöhnen lernen, die Rechte des Volkes nicht von der geordneten …
-
13. April 1910Entsprechend dem konservativen Antrag wird die Bestimmung in die Geschäftsordnung aufgenommen, daß im Falle besonders grober, die Würde des Hauses schädigender Verletzung der Ordnung der Präsident den Abgeordneten für den Rest des Tages vo…
-
14. April 1910Zweite Beratung des Eisenbahnetats, Kapitel „Besoldungen“.
-
15. April 1910Bei Beginn der Sitzung kamen Redner der Rechten und dann aller anderen Parteien auf den Zwischenfall am 14. April zurück.
-
15. April 1910In Erfüllung der in der Thronrede gegebenen Verheißung einer Reform des Wahlrechts zum Abgeordnetenhause hat die Regierungsvorlage unter Festhaltung an der Oeffentlichkeit des Wahlverfahrens die indirekte Wahl durch die direkte ersetzt und…
-
15. April 1910Umbau des Bühnenhauses des Opernhauses in Berlin.
-
16. April 1910Die Novelle zum Staatsschuldbuchgesetz wird in der Fassung des Herrenhauses angenommen.
-
16. April 1910Kultus-etat. Titel „Ministergehalt“.
-
18. April 1910Für die Ostmarkenausstellung 1911 übernimmt der Reichskanzler den Vorsitz im Ehrenausschuß.
-
18. April 1910Fortsetzung der allgemeinen Besprechung des Kultusetats.
-
19. April 1910Kommissionsverhandlung der Wahlrechtsvorlage.
-
19. April 1910Fortsetzung der allgemeinen Besprechung des Kultusetats.
-
19. April 1910Zu den Verhandlungen der Herrenhauskommission über die Wahlrechtsvorlage schreibt die „nationalliberale Korrespondenz“:
-
21. April 1910Zweite Lesung der Wahlrechtsvorlage in der Kommission.
-
23. April 1910Die „Nordd. Allg. Ztg.“ zu den Verhandlungen der Kommission des Herrenhauses über die Wahlrechtsreform
-
25. April 1910Zerstörung des „Z II“ am Webersberg bei Weilburg in Nassau.
-
25. April 1910Bei der Fortsetzung der zweiten Lesung des Kultusetats werden Universitäts- und Bibliotheksfragen behandelt.
-
28. April 1910Zweite Lesung der Wahlrechtsvorlage.
-
29. April 1910Fortsetzung der zweiten Beratung der Wahlrechtsvorlage.
-
29. April 1910Resolution Wallraf und Petitionen von Stadtverordnetenversammlungen zum Wahlrecht.
Mai
-
3. Mai 1910Debatte über die Straßendemonstrationen bei der dritten Lesung des Etats Artikel „Ministerium des Innern".
-
4. Mai 1910Fortsetzung der dritten Lesung des Kultusetats.
-
6. Mai 1910Antrag auf Abänderung der Geschäftsordnung.
-
18. Mai 1910Der Maler Professor Franz Skarbina †, 61 Jahre alt.
-
21. Mai 1910Die Gesamtabstimmung über die Wahlrechtsvorlage wird verfassungsgemäß wiederholt (s. 29. April). Die Annahme erfolgt mit 127 gegen 82 Stimmen.
-
21. Mai 1910Das Landgericht entscheidet in dem Prozeß von Hellfeldt gegen Mendelssohn & Co. wegen der Beschlagnahme der russischen Guthaben: die Klage ist wegen Ruhens des Verfahrens unwirksam (s. 3. Januar).
-
21. Mai 1910Schorlemer und am 21. Mai die Wiederholung der Abstimmung über die so amendierte Wahlrechtsvorlage mit 127 gegen 82 Stimmen.
-
23. Mai 1910Der Provinzialvorstand der nationalliberalen Partei in Hannover erklärte sich einstimmig mit aller Entschiedenheit gegen die Beschlüsse des Herrenhauses in der Wahlrechtsvorlage und hält an der Forderung des direkten und geheimen Wahlrecht…
-
26. Mai 1910Ein Zentrumsantrag Porsch verlangt, die Wahlrechtsvorlage in allen Punkten nach den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses vom 16. März und 12. April d. J. wieder herzustellen.
-
27. Mai 1910Die Wahlrechtsvorlage in der Fassung des Herrenhauses wird, nachdem § 6 abgelehnt ist, von der Regierung zurückgezogen.
-
27. Mai 1910Bankdirektor v. Gwinner: Der Etat für 1910 schließt mit einem Defizit ab.
-
30. Mai 1910Auseinandersetzung zwischen dem Direktor der Deutschen Bank, v. Gwinner, und dem Finanzminister, Frhrn. v. Rheinbaben, über Finanzverwaltung.
-
31. Mai 1910Beratung des Antrags Eickhoff-Friedberg, wonach die Regierung in besonderen Ausnahmefällen, in denen die Errichtung von Studienanstalten und Lyzeen aus finanziellen Gründen erschwert ist, zur Bestreitung des Bildungsbedürfnisses der weibli…
-
31. Mai 1910Geheimrat Schwarzkopff, der langjährige Leiter des Volksschulwesens, wird an Stelle des zurücktretenden Dr. Wever Unterstaatssekretär im Kultusministerium.
Juni
-
1. Juni 1910Eine sozialdemokratische Massenversammlung unter freiem Himmel beschließt, die Demonstrationen fortzusetzen bis zur Erlangung des Reichstagswahlrechts für Preußen.
-
2. Juni 1910In den Fraktionen werden vertrauliche Besprechungen über die Erhöhung der Zivilliste des Königs wegen des Heranwachsens seiner Söhne abgehalten.
-
4. Juni 1910Preußen. Die Freisinnigen beantragen, fakultative Feuerbestattung zu ermöglichen.
-
4. Juni 1910Fakultative Feuerbestattung.
-
7. Juni 1910Der preußische Etat für die Zeit vom 1. April 1910 bis zum 31. März 1911 wird endlich veröffentlicht.
-
7. Juni 1910Allgemeine Besprechung über die Gesetzentwürfe betr. die Erhöhung der Kron-dotation und der Subventionen für die königlichen Theater um 1½ Millionen Mark.
-
8. Juni 1910Vermählung des Prinzen Friedrich Wilhelm v. Preußen, des jüngsten Sohnes des verstorbenen Prinzen Albrecht v. Preußen, mit der Prinzessin Agathe v. Ratibor und Corvey.
-
8. Juni 1910Die Budgetkommission nimmt die Vorlage über die Erhöhung der Krondotation und des Nachtragsetats für die königlichen Theater einstimmig an.
-
9. Juni 1910Drei Interpellationen über die Borromäus-Enzyklika.
-
13. Juni 1910Kommunale Zweckverbände. Rechtsstellung für Studierende.
-
14. Juni 1910Über die diplomatische Aktion der preußischen Regierung wegen der Borromäus-Enzyklika berichtet die „Nordd. Allg. Z.“
-
15. Juni 1910Preußen. Erhöhung der Zivilliste des Königs.
-
15. Juni 1910Debattelos werden die beiden Gesetzentwürfe über die Erhöhung der Zivilliste und über die Zuschüsse zu den königlichen Theatern einstimmig angenommen.
-
15. Juni 1910Ein Antrag Engelsmann (Nl.), „die Königliche Staatsregierung zu ersuchen, schleunigst Maßregeln in Aussicht zu nehmen, durch welche den durch schwere Naturereignisse geschädigten Bewohnern des Ahrtales staatliche Unterstützung zuteil wird“…
-
16. Juni 1910Finanzdebatte. Graf Mirbach-Sorquitten nimmt den Finanzminister gegen den ins Ausland gereisten Herrn v. Gwinner in Schutz.
-
16. Juni 1910Der preußische Landtag wird durch den Ministerpräsidenten v. Bethmann Hollweg geschlossen.
-
18. Juni 1910Der Landwirtschaftsminister v. Arnim und der Minister des Innern v. Moltke erhalten ihre Entlassung.
-
21. Juni 1910Die „Nationalliberale Korrespondenz“ schließt aus dem Ministerwechsel in Preußen, „daß sich der Reichskanzler entschlossen hat, der Machtstellung des schwarzblauen Blocks Rechnung zu tragen und einen einseitig-konservativen Kurs zu steuern…
-
28. Juni 1910Der Finanzminister Freiherr v. Rheinbaben nimmt seine Entlassung und wird zum Oberpräsidenten der Rheinprovinz ernannt
-
30. Juni 1910Streit Gwinner-Rheinbaben über Finanzverwaltung.
-
30. Juni 1910In dem Prozeß gegen Frau v. Schönebeck-Weber wegen Gattenmordes erfolgt Vertagung und am 2. Juli Einstellung, weil die Angeklagte, die sich eine Anzahl Schnitte am linken Handgelenk beigebracht hatte, geisteskrank erscheint.
Juli
-
1. Juli 1910Vizeadmiral v. Usedom wird seiner Stellung als Oberwerftdirektor enthoben und durch Kapitän z. S. Henkel ersetzt.
-
1. Juli 1910Die Regierung versagte dem Deutschen Bund für weltliche Schule und Moralunterricht die Bestätigung des ihm zugefallenen Fellingerschen Legats von 30000 Mark ohne Angabe von Gründen.
-
2. Juli 1910Der Rücktritt Rheinbabens von der Leitung des Finanzministeriums wird allgemein als ein Ereignis von starker politischer Bedeutung empfunden.
-
4. Juli 1910Zum Oberpräsidenten von Schlesien wird der Unterstaatssekretär des Staatsministeriums Dr. v. Günther (geb. 1864 in Berlin) ernannt.
August
-
1. August 1910Professor Schmoller schreibt in seinem „Jahrbuch für Gesetzgebung, Verwaltung und Volkswirtschaft“ über die Notwendigkeit einer Wahlreform in Preußen
-
1. August 1910Grenzverletzungen auf deutschem Boden.
-
18. August 1910Landtagsersatzwahl in Allenstein-Rössel.
-
23. August 1910Der Kronprinz hält bei seiner Investitur zum Rektor Magnificentissimus eine Rede, in der er sich zum Dolmetsch der Gedanken macht, die mit ihm die deutsche Jugend „aus gelehrtem Munde vor allem hören möchte“.
-
24. August 1910Polenblätter über die Posener Kaisertage
-
25. August 1910Bei der Abendtafel für die Provinz im Moskowiter Saal des Schlosses bringt der Kaiser folgenden Trinkspruch aus
September
-
1. September 1910Preußen und die thüringischen Staaten.
-
1. September 1910Die evangelisch-lutherische Konferenz innerhalb der preußischen Landeskirche gegen den Weltkongreß für freies Christentum.
-
5. September 1910Das Kaiserpaar wohnt der Enthüllung des Denkmals Wilhelms I. zur Feier des 600jährigen Bestehens der Stadt bei.
-
12. September 1910Die tierärztlichen Hochschulen erhalten das Promotionsrecht.
-
22. September 1910Der Gesamtvorstand deutscher Metallindustrieller beschließt, am 8. Oktober 60 Prozent der Arbeiter auszusperren, wenn bis dahin die Streitigkeit in der Werftindustrie nicht beigelegt ist.
Oktober
-
6. Oktober 1910Erneuerung der Streikausschreitungen in Moabit.
-
25. Oktober 1910Einigkeit in der Zentrumspartei.
-
29. Oktober 1910Straßentumulte am Wedding infolge des Streiks der Fleischergesellen bei einem unbeliebt gewordenen Meister.
-
30. Oktober 1910Der „Deutsche Bund für weltliche Schule und Moralunterricht“ veranstaltet unter Vorsitz des Stadtrats Dr. Penzig eine Versammlung, die folgende Resolution annimmt: „Die Versammlung bedauert aufs lebhafteste den Willkürakt, dessen sich das …
-
30. Oktober 1910Der konservative Verein erklärt auf eine Anfrage des „Hauptvereins der Konservativen“, daß er in dem Auftreten des Bundes der Landwirte mit seinem rücksichtslos eigennützigen, demagogischen Charakter eine Gefahr für die konservative Partei…
November
-
4. November 1910Zur Regelung des Studentenrechts.
-
8. November 1910Im 4. Berliner Wahlkreis wird Kreitling (Fortschr. Vp.) mit 269 Stimmen gegen Grunwald (Sd.) mit 193 Stimmen gewählt.
-
8. November 1910Der Verleger des „Katholik“ Reichstagsabg. Napieralski kauft den gesamten „Polak“-Verlag des Abg. Korfanty und engagiert diesen ehemaligen Gegner mit einem Monatsgehalt von 500 Mark.
-
10. November 1910Deutsche gegen den Ostmarkenverein.
-
18. November 1910Nr. 37 der preußischen Gesetzsammlung veröffentlicht das Gesetz vom 24. September 1910 über die Verlegung der Landesgrenze bei der preußischen Gemarkung Steinhofen, Oberamt Hechingen.
-
28. November 1910Der Landtagsabgeordnete v. Oldenburg-Januschau legt sein Mandat nieder.
-
28. November 1910Aus der Denkschrift über die Organisation des Militärbekleidungswesens.
Dezember
-
1. Dezember 1910Graf Götzen, preußischer Gesandter bei den Hansestädten, †, 44 Jahre alt.
-
2. Dezember 1910Die achttägige Gefängnisstrafe der Borussen v. Finckenstein und v. Quistorp wegen Hausfriedensbruchs wird durch Gnadenakt des Kaisers in Festungshaft umgewandelt.
-
2. Dezember 1910Förderung der inneren Kolonisation.
-
5. Dezember 1910In Breslau erhielt Kaufmann Vogel (Z.) 820, Handelskammer-syndikus Dr. Ehlers (Fortschr. Vp.) 470, Redakteur Loebe (Sd.) 355 Stimmen.
-
7. Dezember 1910Ein Erlaß des Ministers der öffentlichen Arbeiten verkündet eine Verlängerung des den unteren und mittleren Beamten, die das 50. Lebensjahr zurückgelegt haben, zustehenden Urlaubs.
-
15. Dezember 1910Landtagsersatzwahl. Einstimmige Wiederwahl des Abg. Schiffer (Nl.).
-
15. Dezember 1910Landtagsersatzwahl.
-
23. Dezember 1910Einführung der Bürger- und Lebenskunde in den ländlichen Fortbildungsschulen.