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Chronik Sachsen 1866
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März
April
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29. April 1866weist die preußische Sommation v. 27. d. M. zurück.
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29. April 1866Antwort des Hrn. v. Beust auf die preuß. Sommation v. 27. d. M.
Mai
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5. Mai 1866In Sachsen beginnen Demonstrationen für und gegen die Rüstungen der Regierung.
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5. Mai 1866Der Magistrat von Leipzig beschließt einstimmig, eine Vorstellung an das Gesammtministerium zu richten, in welcher, im Hinblick auf die unselige Wahrscheinlichkeit, daß der zwischen Oesterreich und Preußen ausgebrochene Conflict auf Sachse…
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7. Mai 1866Demokratische Volksversammlung in Dresden gegen die von den Stadtbehörden von Leipzig an die Regierung gerichtete Eingabe, welche eine „feige und landesverderbliche Neutralität“ anzurathen wage.
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8. Mai 1866Große Volksversammlung in Leipzig gegen die Demonstration des Stadtraths und der Stadtverordneten.
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8. Mai 1866Die Handels- und Gewerbekammer von Chemnitz beschließt einstimmig, „die Staatsregierung zu ersuchen, daß sie alles aufbieten möge, die drohende Kriegsgefahr zu beseitigen und jeden Conflict mit unseren Nachbarstaaten zu vermeiden“.
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11. Mai 1866Eine zweite demokratische Volksversammlung in Dresden beschließt, daß sie auf ihren in der letzten Versammlung v. 7. d. M. gefaßten Beschlüssen bestehen bleibe und daß sie den Resolutionen der in Leipzig abgehaltenen großen Volksversammlun…
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12. Mai 1866Einberufung des Landtags auf den 23. Mai.
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12. Mai 1866Einberufung des Landtags auf den 23. Mai.
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13. Mai 1866Die Krämerinnung von Leipzig schließt sich mit 31 gegen 25 Stimmen (10 Mitglieder entfernen sich vorher) dem Schritte des Stadtraths und der Stadtverordneten gegen die Rüstungen Sachsens an.
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15. Mai 1866Eine Volksversammlung in Chemnitz erklärt sich für Neutralität, für ein deutsches Parlament und für Herstellung des sächsischen Wahlgesetzes von 1848.
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21. Mai 1866Die Einberufung des Landtags auf den 23. d. M. wird mit Rücksicht auf die Congreßaussichten verschoben, alsbald aber wieder auf den 26. d. M. angesetzt.
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27. Mai 1866Eröffnung des Landtags.
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27. Mai 1866Eine große Versammlung der Arbeiter in Glauchau erklärt sich gegen die Rüstungen und das Zusammengehen mit Preußen für eine Lebensfrage der sächsischen Industrie.
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28. Mai 1866Eine Bürgerversammlung in Leipzig beschließt eine Petition an die II. Kammer gegen die Rüstungen.
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30. Mai 1866II. Kammer: Die Regierung verlangt einen außerordentlichen Militärcredit im Betrage von 4,650,000 Thlrn.
Juni
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5. Juni 1866Die II. Kammer bewilligt einstimmig den von der Regierung geforderten Militärcredit, indem sie die Ueberzeugung ausspricht, die Regierung werde, fern von einseitiger Parteinahme, die Interessen des nähern wie des Gesammtvaterlandes wahren …
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5. Juni 1866Die II. Kammer genehmigt einstimmig den von der Regierung verlangten Militärcredit und beschließt ferner:
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11. Juni 1866Beide Kammern genehmigen den geforderten außerordentlichen Militärcredit und verlangen die Einberufung eines deutschen Parlaments, keiner Delegirtenversammlung, auf Grund directer Wahlen schleunigst, längstens aber im künftigen Monat.
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11. Juni 1866Beide Kammern verständigen sich über einen gemeinsamen Beschluß bez. Parlament:
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15. Juni 1866Die preuß. Sommation ist folgendermaßen motivirt:
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16. Juni 1866Proclamation des Königs:
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16. Juni 1866Die preußische Elbarmee unter General Herwarth v. Bittenfeld rückt auf 3 Punkten, über Strehla, Dahlen und Wurzen, in Sachsen ein
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18. Juni 1866Die Preußen unter Gen. Herwarth besetzen Dresden.
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19. Juni 1866Die Preußen besetzen Leipzig.
August
Oktober
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Oktober 1866Die Adressen der Communalbehörden an den König um endliche Verständigung mit Preußen werden immer dringender.
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21. Oktober 1866Sachsen schließt endlich auch seinen Frieden mit Preußen in Berlin.
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24. Oktober 1866Uebergabe der Festung Königstein an eine preußische Besatzung.
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26. Oktober 1866Der König kehrt aus Oesterreich wieder nach Sachsen, zunächst nach Pillnitz zurück.
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28. Oktober 1866Die sächsische Armee beginnt aus Oesterreich wieder im Lande einzutreffen.
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29. Oktober 1866Der König erläßt eine allerh. Verordnung behufs Ausführung des Amnestieparagraphen des Friedensvertrags mit Preußen.
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29. Oktober 1866General v. Bonin übernimmt den Oberbefehl über die preuß. Truppen in Sachsen.
November
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3. November 1866Feierlicher Einzug der königlichen Familie in Dresden.
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15. November 1866Eröffnung des Landtags.
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16. November 1866II. Kammer: Ein Antrag des Abg. Eisenstuck und 15 Gen.:
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28. November 1866Die II. Kammer genehmigt nach lebhafter Debatte einstimmig den Friedensvertrag mit Preußen.
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29. November 1866Die II. Kammer genehmigt einstimmig das Wahlgesetz für das norddeutsche Parlament.
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30. November 1866II. Kammer: Die Regierung legt derselben ein neues Militärgesetz, auf Grund allgemeiner Wehrpflicht und mit dreijähriger Dienstzeit in der Linie wie in Preußen, vor.
Dezember
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3. Dezember 1866Die I. Kammer nimmt den Friedensvertrag mit Preußen auch ihrerseits einstimmig an.
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4. Dezember 1866Die I. Kammer nimmt das Reichswahlgesetz unverändert nach dem Beschlusse der II. Kammer an.
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6. Dezember 1866II. Kammer: Debatte über den Antrag Koch und Gen. bez. Reform des Wahlgesetzes.
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8. Dezember 1866I. Kammer: Das neue Militärgesetz wird einstimmig en bloc angenommen.
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18. Dezember 1866Die II. Kammer genehmigt ein neues Militärgesetz nach dem Princip der allgemeinen Wehrpflicht wie in Preußen mit dreijähriger Dienstzeit.
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18. Dezember 1866II. Kammer: Debatte über das neue Militärgesetz.
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20. Dezember 1866Die I. Kammer tritt dem Beschlusse der II. Kammer bez. Verfassungsrevision und Wahlgesetz mit 28 gegen 10 Stimmen bei.