→ Chronik Bund und Reich
Chronik Bund und Reich 1870
Alle Staaten der Chronik · Mehr über Bund und Reich
Januar
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1. Januar 1870Die ausw. Angelegenheiten Preußens gehen mit diesem Tage auf den nordd. Bund über.
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Januar 1870Socialistische Bestrebungen: Neuer Hader zwischen den Richtungen Schweizer und Mende und Bebel und den Süddeutschen Arbeiterführern.
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14. Januar 1870Nordd. Bund schließt mit Baden einen sog. Jurisdictions-Vertrag bez. wechselseitiger Gewährung der Rechtshülfe ab.
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23. Januar 1870In Bayern, am Rheine und in Schlesien tritt unter den gebildeten Katholiken eine sehr lebhafte Opposition gegen die in Rom beabsichtigte Unfehlbarkeitserklärung des Papstes zu Tage.
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27. Januar 1870Eröffnung des Bundesraths behufs Berathung der Vorlagen für die bevorstehende Session des Reichstags.
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30. Januar 1870Der größere Ausschuß der „deutschen Volkspartei“ verlegt den Sitz seines geschäftsleitenden Bureau's von Stuttgart nach Mainz mit Beibehaltung der „demokratischen Korrespondenz“ als Organ der Partei unter Leitung von J. Frese.
Februar
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Anf. Febr.Opposition am Rhein gegen die in Rom angestrebte Erklärung einer persönlichen Unfehlbarkeit des Papstes
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Februar 1870Die Bischöfe von Köln, Trier, Ermland etc. in Rom sind mit der in Deutschland unter den wissenschaftlich gebildeten Katholiken eingetretenen Bewegung gegen die Infallibilitätserklärung des Papstes nichts weniger als einverstanden.
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2. Februar 1870Die Opposition gegen das Unfehlbarkeitsdogma tritt am Rhein unter den gebildeten Katholiken immer unzweideutiger zu Tage.
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10. Februar 1870Die „Nordd. Allg. Ztg.“ erklärt das von den süddeutschen Gegnern Preußens geforderte Recht zur Prüfung des casus foederis geradezu für eine Absurdität, die Preußen niemals zugestanden habe.
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11. Februar 1870Der Bundesrath nimmt den Entwurf eines Strafgesetzbuchs mit zwei Modificationen als Vorlage an den Reichstag (mit allen gegen die drei Stimmen der beiden Mecklen- burg) an
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14. Februar 1870Eröffnung des Reichstags. Die Thronrede des Königs von Preußen betont „das Gefühl nationaler Zusammengehörigkeit, dem die bestehenden Verträge (Schutz= und Trutzbündnisse und Zollverein) ihr Dasein verdanken, und daß das gegenseitig verpfä…
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14. Februar 1870Eröffnung des Reichstags. Thronrede des Königs von Preußen
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15. Februar 1870Eine ziemliche Anzahl deutscher Bischöfe der Concilsminderheit sucht von Rom aus der Bewegung gegen das Infallibilitätsdogma möglichst entgegenzuwirken.
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18. Februar 1870Die Parteien verzichten auf die Erlassung einer Antwortsadresse auf die Thronrede.
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19. Februar 1870In Köln erscheint ein neues kirchlich-politisches Wochenblatt der „Rheinische Merkur“ mit dem Programm, die großen kirchlich-politischen Fragen der Gegenwart im Gegensatz zu der jesuitisch-römischen Auffassung mit deutschem Freimuth, mit S…
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21. Februar 1870Der Landtag verwirft auch die ihm am 10. Jan. vorgelegten neuen Steuervorschläge der Regierung und nimmt die Anträge der Commission an.
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22. Februar 1870Erste Lesung des Strafgesetzbuchs. Es wird beschlossen, den ersten, allgemeinen, und die sieben ersten, wesentlich politischen, Abschnitte des zweiten Theils, im Ganzen 144 Paragraphen, sofort der Berathung im Plenum zu unterziehen, dagege…
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23. Februar 1870Der Reichstag tritt in die Berathung des ihm vom Bundesrathe vorgelegten Entwurfs eines Strafgesetzbuches für den gesammten Umfang des Bundes ein.
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23. Februar 1870Graf Bismarck lehnt den Entwaffnungsvorschlag des neuen franz. Ministers des Auswärtigen Grafen Daru ab.
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24. Februar 1870Reichstag: Debatte über den Jurisdictionsvertrag mit Baden.
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24. Februar 1870Reichstag: Debatten über den Jurisdictionsvertrag mit Baden und in Folge eines Antrages von Lasker n. Gen. über die Frage eines sofortigen isolirten Eintrittes Badens und den Eintritt der süddeutschen Staaten überhaupt in den norddeutschen…
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25. Februar 1870Der Reichstag weist die Vorlage des Bundesraths bez. Unterstützungswohnsitz an eine Commission in der Absicht, den ursprünglich von Preußen gemachten weit liberaleren Entwurf, der aber im Bundesrath in particularistischem Sinne modificirt …
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25. Februar 1870Reichstag: Erste Lesung des Gesetzesentwurfs bez. Bundesangehörigkeit.
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28. Februar 1870Reichstag: Debatte über den Strafgesetzbuchs-Entwurf. Die Beibehaltung resp. Wiederherstellung der Todesstrafe wird trotz aller Bemühungen Bismarcks mit 118 gegen 81 Stimmen abgelehnt.
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28. Februar bis 1. März 1870Reichstag: Debatte über das Strafgesetzbuch. Antrag auf Abschaffung der Todesstrafe.
März
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2. März 1870Der Reichstag lehnt neuerdings einen Antrag auf Gewährung von Diäten ab.
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2. März 1870Der Reichstag geht nach kurzer Debatte über den Antrag Schulze's auf Gewährung von Diäten zur Tagesordnung über.
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3. März 1870Reichstag: Sitzung der Commission für den Gesetzentwurf bez. Unterstützungswohnsitz. Die anwesenden Mitglieder des Bundesraths bekämpfen einander selbst sehr lebhaft.
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3. März 1870Der Landtag beschließt, die beiden Landesherrn zu ersuchen, sie möchten sich gegen die Einführung eines obersten Gerichtshofs im norddeutschen Bunde als einen Eingriff in die Rechte der Einzelstaaten erklären.
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4. März 1870Der Bundesrath genehmigt einstimmig den Antrag des Präsidiums auf Ausarbeitung einer für das ganze Bundesgebiet giltigen Concursordnung. Mecklenburg und Sachsen machen indeß ihre Vorbehalte.
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5. März 1870Der Reichstag genehmigt den Gesetzentwurf, der die Ausdehnung der Maß- und Gewichtsordnung auch auf die süddeutschen Staaten ermöglicht.
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8. März 1870Der Reichstag sichert durch eine Einschiebung in das Strafgesetzbuch mit großer Mehrheit allen Landtagen der Bundesstaaten, auch Preußen, diejenige Redefreiheit, die der Reichstag verfassungsmäßig bereits genießt.
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8. März 1870Reichstag: Fortsetzung der Debatte über das Strafgesetzbuch. Lasker, Twesten und v. Hoverbeck beantragen vor § 49 die Einschaltung einer Bestimmung: „Kein Mitglied eines Landtags oder einer Kammer eines zum nordd. Bunde gehörigen Staates d…
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9. März 1870Reichstag: Fortsetzung der Debatte über das Strafgesetzbuch.
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10. März 1870Reichstag: Graf Lehndorff beantragt, über die allgemeinen Bestimmungen und den ersten Theil des Strafgesetzbuchs sofort die dritte Lesung vorzunehmen, um den Bundesrath (nach Beseitigung der Todesstrafe) zu einem Entscheid zu drängen und n…
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12. März 1870Die sog. katholischen Vereine und der an ihrer Spitze stehende spezifisch katholische Adel demonstriren gegen die „unbesugten“ Kundgebungen einer Anzahl deutscher Gelehrter wider die Unfehlbarkeit des Papstes.
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12. März 1870Reichstag: Generaldebatte über das Budget für 1871.
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15. März 1870Der Reichstag modifizirt den ihm vom Bundesrathe vorgelegten Entwurf eines Strafgesetzbuches mehrfach in entschieden liberalem Sinne.
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15. März 1870Der Reichstag nimmt die Berathung des Strafgesetzbuches wieder auf.
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15. März 1870Das katholische Vereinscomité der Diöcese Mainz erläßt eine Erklärung gegen „die ärgerlichen Umtriebe, die von gewisser Seite dem Concil gegenüber versucht werden" und gegen „die unbefugten Kundgebungen einer Anzahl deutscher Gelehrter".
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15. März 1870Das Centralcomité der katholischen Vereine Deutschlands veröffentlicht eine Erklärung, worin es seiner „Entrüstung“ Ausdruck gibt darüber, daß „auch an unseren Hochschulen sich Männer finden, welche es wagen, unter dem Deckmantel der Wisse…
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15. März 1870Reinkens, Baltzer und andere Professoren der Breslauer Universität nehmen den Handschuh auf und stellen an die Herren das Verlangen, einmal den Schleier von den katholischen Vereinen wegzuheben und gewissenhaft und authentisch die Zahl der…
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16. bis 17. März 1870Reichstag: Fortsetzung der Berathung des Strafgesetzbuches. Für politische Verbrechen 2c. wird überall Festung statt Zuchthaus eingefügt.
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18. März 1870Reichstag: Fortsetzung der Berathung des Strafgesetzbuches. Mit großer Mehrheit geht gegen den Protest des (mecklenb. Ministers) Abg. Bassewitz der Ausdruck „Bundesoberhaupt“ statt des sonst gebrauchten „Bundespräsidium“ durch.
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18. März 1870läßt sich endlich doch auch zur Ablösung des Scheldezolls und zum Beitritt zum Hauptvertrage von 1863 herbei und schließt darüber mit Belgien zu Berlin einen Vertrag ab.
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21. März 1870Der Reichstag nimmt den vom Bundesrath vorgelegten Entwurf eines Gesetzes die Ausgabe von Banknoten betr. in zweiter Lesung an; ein Antrag: das Gesetz auf das Staatspapiergeld auszudehnen, wird zurückgezogen.
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22. März 1870Ein Jurisdictionsvertrag, wie der mit Baden abgeschlossene, ist nunmehr auch mit Hessen unterzeichnet.
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22. März 1870Der Bundesrath legt demselben ein Gesetz bez. Abänderung der Tilgung der Marine-Bundesschuld, analog dem neuen preußischen Convertirungsgesetz, vor.
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24. März 1870Die Commission für den Gesetzentwurf über den Unterstützungswohnsitz nimmt mit 11 gegen 6 Stimmen das vom Abg. Stephani aufgestellte Princip einer höchsten Bundesinstanz mit richterlicher Kraft, an welche alle Streitigkeiten der Gemeinden,…
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26. März 1870Berathung des vom Bundesrathe vorgelegten Autorengesetzes. Ein Antrag Braun's auf Verweisung des gesammten Entwurfs an eine Commission behufs Umarbeitung wird abgelehnt.
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30. März 1870Der Reichstag erklärt sich auf den Antrag von Lasker, Bernuth und Hoverbeck mit 117 gegen 73 Stimmen für baldige Revision der Militärstrafgesetze.
April
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1. April 1870Reichstag: Etat für 1871. Heftige Debatte über ein Aversum Preußens an die Bundeskasse für Besorgung auswärtiger Angelegenheiten.
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April.Der Reichstag genehmigt die Consolidation der Bundesschuld und den Jurisdictionsvertrag mit Hessen.
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3. April 1870Hervorragende Mitglieder der nationalen Partei aus Bayern, Württemberg und Baden treten in Stuttgart zusammen, um sich über ein praktisches Zusammenwirken in allen drei süddeutschen Staaten zu verständigen.
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8. April 1870Der Reichstag bringt die zweite Berathung des von Anfang an liberalen, den Forderungen der Zeit und der Wissenschaft entsprechenden, nun aber von ihm noch liberaler modifizirten Entwurfs eines Strafgesetzbuches zu Ende.
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8. April 1870Der Reichstag bringt die zweite Berathung des Strafgesetzbuches zu Ende, nimmt das Einführungsgesetz dazu an und vertagt sich bis zum 21. d. M.
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20. April 1870Sitzung des engern Ausschusses des deutschen Protestantentags in Eisenach. Derselbe constatirt, daß sich die Zahl der Zweigvereine abermals um 20—30 vermehrt hat, und daß mehrfach Provinzialverbände in der Bildung begriffen sind.
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21. April 1870Eröffnung des Zollparlaments.
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21. April 1870Der Reichstag beschließt fast einstimmig, den Bundeskanzler aufzufordern, dem nächsten Reichstage ein Gesetz über das Eisenbahnwesen vorzulegen
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21. April 1870Eröffnung des Zollparlaments durch eine Rede des Präsidenten des norddeutschen Bundeskanzleramts
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23. April 1870Der nordd. Bundesgesandte in Rom, v. Arnim, unterstützt auch seinerseits die Warnungen Frankreichs und die Depesche des Grafen Daru und betont es namentlich, daß „in Deutschland die katholischen und nichtkatholischen Christen friedlich bei…
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27. April 1870Das Zollparlament genehmigt die Abänderung der Verordnung bez. Besteuerung des Rübenzuckers und den Handelsvertrag mit Mexico.
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29. bis 30. April 1870Zollparlament: Beginn der Tarifdebatte.
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30. April 1870Zollparlament: Die Regierungen legen demselben wiederum den Entwurf eines revidirten Tarifgesetzes vor. Die wiederholt abgelehnte Einführung eines Petroleumzolls ist darin fallen gelassen und durch eine Erhöhung des Kaffeezolls ersetzt.
Mai
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— Mai.Bundesrath: Der Bundeskanzler legt demselben einen Antrag, betr. die Gotthardbahn, nebst Denkschrift vor.
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2. Mai 1870Zollparlament: Specialdebatte über die Tarifvorlage.
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3. Mai 1870Zollparlament: Specialdebatte über die Tarifvorlage.
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4. Mai 1870Das Zollparlament lehnt auch die Erhöhung des Kaffeezolls mit 187 gegen 63 Stimmen ab. Die Tarifreform scheint damit neuerdings gescheitert zu sein.
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4. Mai 1870Zollparlament: Specialdebatte über die Tarifvorlage.
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5. Mai 1870Zollparlament: Debatte über den Antrag Bamberger.
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6. Mai 1870Zollparlament: v. Patow stellt einen Vermittlungsantrag, nach welchem die Erhöhung des Kaffeezolls den Regierungen zugestanden werden soll, wenn dieselben eine Herabsetzung der Zölle auf Roheisen und Reis zugestehen wollen. Die Regierungen…
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6. Mai 1870Zollparlament: Schlußberathung über die Tarifvorlage.
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9. Mai 1870Der Reichstag nimmt seine durch das Zollparlament unterbrochenen Arbeiten wieder auf.
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13. Mai 1870Der Reichsrath beendigt die Berathung eines Gesetzesentwurfs zum Schutz des Autorenrechts.
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13. Mai 1870Der Reichstag erledigt den Gesetzesentwurf über das Urheberrecht an Schriftwerken.
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17. Mai 1870Der Reichstag beendigt die Berathung der Gesetzesentwürfe über den Unterstützungswohnsitz unter Beseitigung der vom Bundesrath gegen Preußen in denselben hineingebrachten particularistischen Tendenzen.
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17. Mai 1870Der Reichstag erledigt die Berathung über den Gesetzesentwurf betr. Unterstützungswohnsitz in zweiter Lesung.
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19. Mai 1870Reichstag: Berathung einer Regierungsvorlage bez. Abänderung des Marine-Etats für 1870.
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21. Mai 1870Der Bundesrath will den Entwurf des Strafgesetzbuchs mit den liberalen Modificationen des Reichstags annehmen, unter der Bedingung, daß die Todesstrafe wenigstens für Mord und Mordversuch auf das Bundesoberhaupt und die Landesfürsten beibe…
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21. Mai 1870Der Reichstag beharrt mit 113 gegen 102 Stimmen auf seiner Weigerung, den bereits abgeschlossenen und bezahlten Ankauf eines Dienstgebäudes für das Marineministerium durch einen Nachtragscredit für 1870 zu genehmigen.
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21. Mai 1870Debatte über den Gesetzesentwurf bez. Aufhebung der Elbzölle: Die Entschädigung Mecklenburgs wird mit 126 gegen 100 Stimmen von 1,250,000 Thlrn. auf 1 Mill. herabgesetzt, diejenige Anhalts ohne Schwierigkeit bewilligt, dagegen diejenige La…
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21. Mai 1870Beginn der dritten Berathung des Strafgesetzbuches. Der Bundescommissär, preuß. Justizminister Leonhardt, erklärt, die Bundesregierungen seien den Beschlüssen des Reichstags möglichst entgegengekommen, die Todesstrafe solle nur für Mord un…
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21. Mai 1870Der Bundeskanzler kehrt von Varzin nach Berlin zurück.
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23. bis 24. Mai 1870Reichstag: Generaldebatte über das Strafgesetzbuch; Erklärung des Bundeskanzlers. Beginn der Specialdebatte: mit 127 gegen 109 Stimmen wird beschlossen, die in Art. 1 gestrichenen Worte „mit dem Tode“ wieder herzustellen.
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25. Mai 1870Der Reichstag entspricht dem Begehren des Bundesraths bez. des Strafgesetzbuches (bez. der Todesstrafe mit 127 gegen 109 Stimmen), um das Werk, das im Ganzen einen gewaltigen Fortschritt bezeichnet, zu Stande zu bringen, und genehmigt für …
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25. Mai 1870Reichstag: Schluß der dritten Berathung des Strafgesetzbuches.
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25. bis 28. Mai 1870Der Bundesrath ertheilt dem Strafgesetzbuch (mit 34 resp. 36 gegen 9 resp. 7 Stimmen) dem Gesetz über die Urheberrechte an Schriftwerken (Nachdrucksgesetz) und (mit 29 gegen 14 Stimmen) dem Gesetz betr. Unterstützungswohnsitz seine Zustimm…
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26. Mai 1870Schluß der Session des Reichstags. Die Thronrede des Königs von Preußen wirft einen zusammenfassenden Rückblick auf die nach allen Seiten so befriedigenden Ergebnisse der nunmehr abgelaufenen ersten Legislaturperiode des Reichstags.
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26. Mai 1870Schluß der Session des Reichstags. Die Thronrede des Königs von Preußen faßt die Ergebnisse der gesammten ersten Legislaturperiode des Reichstags zusammen
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28. Mai 1870Der Bundesrath ertheilt den drei wichtigsten Ergebnissen der diesjährigen Session des Reichstags, dem Strafgesetzbuch, dem Nachdrucksgesetz und dem Gesetz betr. Unterstützungswohnsitz seine Zustimmung.
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30. Mai 1870Der Bundesrath ordnet auf den Herbst die Einberufung einer Conferenz von Sachverständigen bez. der Münzfrage an, an der sich auch die süddeutschen Regierungen betheiligen können.
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30. Mai 1870Der Bundesrath beschließt, den Bundeskanzler zu ermächtigen, auf den September eine Conferenz von Sachverständigen in der Münzfrage einzuberufen.
Juni
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6. Juni 1870Ein social-demokratischer Congreß in Stuttgart unter Bebel und Liebknecht erklärt sich gleichfalls gegen den individuellen Grundbesitz und für eine Verwandlung des Ackerlandes in gemeinsames gesellschaftliches Eigenthum und die Verpachtung…
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9. Juni 1870Zusammentritt des Landtags. Unter den ihm gemachten Vorlagen befindet sich auch ein Entwurf betr. Incorporation des Herzogthums in Preußen.
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12. Juni 1870Lebhafte Wahlagitation für die im Herbst bevorstehenden Wahlen zum Reichstag und zum preußischen Landtag.
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14. Juni 1870Lebhafte Wahlagitation für die im Herbst bevorstehenden Wahlen zum nordd. Reichstage und zum preuß. Abgeordnetenhause.
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20. Juni 1870Unterzeichnung der Convention mit der Schweiz betr. Beitritt des Bundes zum Gotthardvertrage.
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20. Juni 1870Der süddeutsche Buchhändlerverein spricht sich in seiner Generalversammlung zu Stuttgart auf den Antrag des Buchhändlers Rohmer aus Nördlingen einstimmig dafür aus
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22. Juni 1870Unterzeichnung der Uebereinkunft mit Oesterreich bez. Aufhebung des Elbzolls.
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26. Juni 1870Unterzeichnung eines Vertrags mit den süddeutschen Staaten über gegenseitige Benützung der Eisenbahnen für Truppenbeförderung in Krieg und Frieden.
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26. Juni 1870Abschluß einer Convention zwischen den süddeutschen Staaten und dem norddeutschen Bunde bez. der Militärtransporte auf Eisenbahnen in Krieg und Frieden
Juli
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10. Juli 1870Das auswärtige Amt theilt den Bundesregierungen offiziell mit, daß der Bund und Preußen insbesondere der spanischen Throncandidatenfrage jederzeit fern und fremd geblieben sei
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10. Juli 1870Das auswärtige Amt theilt den Bundesvertretern in Deutschland mit, daß die verbündeten Regierungen, insbesondere die preußische, sich jeder Einwirkung auf die Wahl des Königs von Spanien und auf deren eventuelle Annahme oder Ablehnung durc…
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10. Juli 1870Die norddeutsche Bundesregierung erklärt ihren Vertretern bei den deutschen Regierungen, daß sie dem Entschlusse der spanischen Regierung jederzeit vollkommen fern geblieben sei und noch sei
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12. Juli 1870Der Erbprinz von Hohenzollern entsagt seiner Throncandidatur, um der spanischen Nation die Freiheit ihrer Initiative zurückzugeben und eine untergeordnete Familienfrage nicht zu einem Kriegsvorwande Frankreichs gegen Deutschland heranreife…
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12. Juli 1870Graf Bismarck kehrt von Varzin nach Berlin zurück.
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12. Juli 1870Der Erbprinz von Hohenzollern „um der spanischen Nation die Freiheit ihrer Initiative zurückzugeben, entsagt seiner Throncandidatur, fest entschlossen, eine untergeordnete Familienfrage nicht zu einem Kriegsvorwande heranreifen zu lassen“.
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12. Juli 1870Graf Bismarck trifft von Varzin in Berlin ein.
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14. Juli 1870Die preußischen Blätter bringen die Vorgänge in Ems in einem (offiziellen) Telegramm aus Ems durch Extrablätter zur Kenntniß des Publikums.
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14. Juli 1870Die preußischen Blätter bringen über die Vorgänge folgendes officiöse Telegramm aus Ems 14. Juli
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16. Juli 1870Die süddeutschen Staaten mobilisiren ihre gesammten Streitkräfte
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16. Juli 1870Bundesrath: Die preußische Regierung legt demselben die Sachlage gegenüber Frankreich vor, und derselbe erklärt sich mit allen bisherigen Schritten des Bundespräsidiums, sowie mit der von Preußen kundgegebenen Auffassung der Sachlage einst…
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17. Juli 1870Ein norddeutsches Panzergeschwader, das eben die Fahrt nach den Azoren angetreten hat, kehrt, noch rechtzeitig unterrichtet, nach Wilhelmshafen zurück.
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17. Juli 1870Ein auf einer Fahrt nach den Azoren begriffenes und von Plymouth ausgelaufenes norddeutsches Panzergeschwader hat glücklicher Weise in Deal gelandet.
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18. Juli 1870Eine Circulardepesche Bismarcks recapitulirt die Vorgänge zwischen Frankreich und Preußen und spricht die Zuversicht aus, daß „ganz Deutschland in diesem riesenhaften Kampfe zu Preußen stehen werde, und die Hoffnung, daß Frankreich für ein…
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18. Juli 1870verkündet in dem bevorstehenden Kriege mit Frankreich seinerseits, den Grundsatz der Achtung des Privateigenthums auf der See, und zwar ohne Vorbehalt der Reciprocität, rein und ohne irgend welchen Vorbehalt.
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18. Juli 1870Zusammentritt des Reichstags. Die Thronrede des Königs von Preußen betont die „lebendige Ueberzeugung, daß der norddeutsche Bund die deutsche Volkskraft nicht zur Gefährdung, sondern zu einer starken Stütze des allgemeinen Friedens zu mach…
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18. Juli 1870Die französische Kriegserklärung wird in aller Form in Berlin übergeben.
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18. Juli 1870Eine Bundesverordnung verkündet, hauptsächlich auf das Betreiben des Bundeskanzlers, von Seite Deutschlands den Grundsatz der Achtung des Privateigenthums auf der See nicht mit dem Vorbehalte der Reciprocität, sondern rein und ohne irgend …
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18. Juli 1870Graf Bismarck zeigt der luxemburgischen Regierung telegraphisch an, der norddeutsche Bund werde die Neutralität des Landes achten, so lange sie auch Frankreich achte.
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19. Juli 1870Zusammentritt des Reichstages. Thronrede des Königs von Preußen: „Als ich Sie bei Ihrem letzten Zusammentreten an dieser Stelle im Namen der verbündeten Regierungen willkommen hieß, durfte ich es mit freudigem Danke bezeugen, daß meinem au…
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20. Juli 1870Der Reichstag nimmt einstimmig und ohne Debatte eine Antwortsadresse auf die Thronrede des Königs von Preußen an
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20. Juli 1870Reichstag: Präsident Simson verliest die dem Hause vorgeschlagene Adresse an den König.
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21. Juli 1870Der Reichstag genehmigt den geforderten Kriegscredit auch in dritter Lesung einstimmig, ebenso ein Gesetz wegen Errichtung von Darlehenskassen und beschließt (gegen die Stimmen der Fortschrittspartei), die Legislaturperiode des gegenwärtig…
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24. Juli 1870Frankreich notifizirt den Mächten die bevorstehende Blokade der deutschen Nord- und Ostseeküsten an.
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24. Juli 1870Die französische Flotte unter dem Vice-Admiral Bouet-Willaumez läuft von Cherbourg aus. Statt der beabsichtigten 14 Panzerschiffe, einer großen Anzahl Avisos und anderer Fahrzeuge, besteht dieselbe bloß aus 7 Panzerschiffen und einem einzi…
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25. Juli 1870Der norddeutsche Bundeskanzler beginnt vor der militärischen eine diplomatische Action gegen Frankreich.
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26. Juli 1870Prinz Friedrich Karl, der Höchstcommandirende der zweiten deutschen Armee, geht zu derselben ab.
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27. Juli 1870Der norddeutsche Bundeskanzler bestätigt in einer telegraphischen Depesche an alle Mächte die Authenticität der Enthüllung der Times und schneidet Frankreich jede Hoffnung ab, sich am Ende doch noch auf solchen Grundlagen mit Preußen arran…
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27. Juli 1870Gleichzeitig richtet der Bundeskanzler vorläufig einen telegraphischen Erlaß an den nordd. Bundesgesandten in London, worin nicht nur die Authenticität der Enthüllung der Times bestätigt, sondern beigefügt wird, Frankreich habe überhaupt s…
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29. Juli 1870Der norddeutsche Bundeskanzler setzt die zuerst in der Times gemachten Enthüllungen über die Gelüste Frankreichs auf Belgien in einer Circulardepesche fort.
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29. Juli 1870Eine Circular-Depesche Bismarcks erörtert und vervollständigt die zuerst in der Times gemachten Enthüllungen über die Absichten Frankreichs auf Belgien 2c.
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30. Juli 1870Nachdem schon seit einigen Tagen an der Grenze zwischen den beiderseitigen Vorposten hin und her geplänkelt worden ist, greift eine französische Infanteriecolonne mit Artillerie Saarbrücken an, wird aber trotz ihrer bedeutenden Ueberlegenh…
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31. Juli 1870Die Stimmung in Deutschland ist eine entschlossene, aber auch wesentlich beruhigte.
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Ende Juli.Dänemark, Italien, England, Oesterreich und Rußland haben ihre Neutralität in dem bevorstehenden Kriege zwischen Frankreich und Deutschland erklärt.
August
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3. August 1870Die Deutschen unter dem Kronprinzen von Preußen nehmen Weißenburg und erstürmen den dahinter liegenden Geisberg.
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5. August 1870Eröffnung des Bundes-Oberhandelsgerichts in Leipzig.
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5. August 1870Eröffnung des Bundes-Oberhandelsgerichtes in Leipzig.
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6. August 1870Schlachten bei Wörth und Spicheren. Die ganze franz. Armee macht Kehrt und tritt den Rückzug nach Metz an.
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6. August 1870Schlachten bei Wörth und bei Spicheren. In jener wird die französische Armee unter dem Marschall Mac Mahon, in dieser das Armeecorps des französischen Generals Frossard vollständig geschlagen. Die ganze französische Armee, auf beiden Flüge…
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10. August 1870Der norddeutsche Bundeskanzler vervollständigt die Enthüllungen über Annexionsgelüste Frankreichs durch den ihm ausdrücklich im Auftrage des Kaisers durch Benedetti am 6. August 1866 übergebenen Entwurf einer geheimen Convention.
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10. August 1870Die preußische Regierung setzt ihre Ent-hüllungen über die Politik Frankreichs und seine Gelüste nach Luxemburg, Belgien, Rheinpreußen, Rheinhessen und Rheinbayern fort
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12. August 1870Die Vorhut der deutschen Armeen hat bereits die Linie der Vogesen überschritten; Uhlanen schwärmen bis Nancy.
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13. August 1870Die Vorhut der deutschen Armeen hat bereits die Linie der Vogesen überschritten.
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13. August 1870Eine Circulardepesche an die Gesandten bei den süddeutschen Höfen in Bezug auf die Depesche des Herzogs von Gramont vom 3. August, wonach Graf Bismarck geäußert haben sollte, daß er die Allianz der südd. Staaten mit Oesterreich fürchte, er…
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14. August 1870Erste Schlacht bei Metz — bei Courcelles. Die erste deutsche Armee unter Gen. Steinmetz hält durch dieselbe Bazaine bei Metz fest und hindert den Abzug desselben in der Richtung von Verdun.
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14. August 1870Schlacht bei Courcelles vor Metz: Die Avantgarde der deutschen Armee hält die französische Armee unter Bazaine, die von Metz abziehen will, daselbst fest.
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16. August 1870Zweite Schlacht bei Metz — bei Mars la Tour oder Vionville. Bazaine wird von seiner Rückzugslinie auf Verdun abgedrängt.
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18. August 1870Dritte Schlacht bei Metz — bei Gravelotte. Bazaine wird von der Verbindungslinie mit Paris völlig abgeschnitten und definitiv in die Befestigungslinien von Metz zurückgeworfen.
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19. August 1870Die zweite deutsche Armee unter dem Prinzen Friedrich Karl bleibt vor Metz, das mit der ganzen Armee Bazaine's eng eingeschlossen wird.
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19. August 1870Die erste und zweite deutsche Armee unter dem Prinzen Friedrich Karl bleiben vor Metz, das eng eingeschlossen wird.
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20. August 1870Der „preußische Staatsanzeiger“ protestirt entschieden gegen die Einmischung der neutralen Mächte beim künftigen Friedensschluß.
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23. August 1870Straßburg wird von Badensern und Preußen belagert und beschossen.
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25. August 1870Mac Mahon wird von Paris aus gezwungen, einen gehofften Ausbruch Bazaine's aus Metz zu unterstützen und wendet sich daher mit seiner Armee nach Sedan, statt nach Paris.
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25. August 1870Eine Anzahl der hervorragendsten und gelehrtesten Katholiken einigen sich in einer Zusammenkunft in Nürnberg über eine Erklärung gegen das in Rom beschlossene Unfehlbarkeitsdogma und verlangen „ein wirklich-freies und daher nicht in Italie…
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25. August 1870Der Marschall Mac Mahon wird von der Kaiserin-Regentin und dem Cabinet Palikao gezwungen, sich von Rheims aus nach Nordosten zu wenden und schlägt die Richtung gegen Sedan zu ein.
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26. August 1870Die deutschen Armeen sind in rascher ununterbrochener Vorrückung nach Paris begriffen; Chalons ist von ihnen besetzt, und ihre Spitzen reichen bis Epernay.
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27. August 1870Die deutschen Armeen machen auf ihrem Marsche auf Paris eine Schwenkung, um Mac Mahon sowohl von Metz, als von Paris abzuschneiden.
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27. August 1870Die dritte unter dem Kronprinzen von Preußen stehende Armee macht, von dem Zuge des Marschalls Mac Mahon unterrichtet, in ihrem Marsche auf Paris plötzlich eine Schwenkung.
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29. August 1870Die Thionville mit Paris verbindende Eisenbahn ist zwischen Thionville und Mezières bereits an zwei verschiedenen Stellen durch deutsche Detachements unterbrochen.
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30. August 1870Erster Schlachttag bei Sedan — Schlacht bei Beaumont. Die Franzosen werden über die Maas gedrängt und von Bazaine und Metz abgeschnitten.
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30. August 1870Eine durch Oberbürgermeister v. Seydel, v. Unruh und Löwe-Calbe berufene Versammlung in Berlin beschließt einen Aufruf an das deutsche Volk behufs einer Adresse an König Wilhelm für Herstellung eines „einigen Reichs und geschützter Grenzen…
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30. August 1870Schlacht bei Beaumont: die Franzosen unter Mac Mahon werden angegriffen, geschlagen und von Beaumont bis über die Maas bei Mouson zurückgetrieben.
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31. August 1870Zweiter Schlachttag bei Sedan. Die Deutschen gehen über die Maas und drängen die ganze franz. Armee unter Mac Mahon mit sammt dem Kaiser um Sedan zusammen.
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31. August 1870Bazaine sucht umsonst aus Metz auszubrechen und wird durch die Schlacht bei Noisseville in die Festung Metz zurückgeworfen.
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31. August 1870Conferenz der Mehrzahl der deutschen Bischöfe in Fulda, sowohl der bisherigen Anhänger, als der bisherigen Gegner des Infallibilitätsdogmas.
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31. August 1870Zweiter Schlachttag vor Sedan: die Deutschen gehen über die Maas und drängen die ganze französische Armee mit Mac Mahon und dem Kaiser um Sedan zusammen.
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31. August 1870Conferenz deutscher Bischöfe in Fulda. Dieselben, worunter auch eine Anzahl der Bischöfe der Concils-Minderheit, beschließen, sich dem neuen Unfehlbarkeitsdogma selber zu unterwerfen und die Unterwerfung von ihren Angehörigen zu erzwingen.
September
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1. September 1870Dritter Schlachttag bei Sedan. Die Franzosen sind völlig umzingelt und versuchen umsonst den Ring zu durchbrechen, werden vielmehr in die Festung hineingedrängt. Der Kaiser läßt die weiße Fahne ausstecken.
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1. September 1870Bazaine macht noch einen Versuch, aus Metz auszubrechen, aber mit nicht besserem Erfolge als am Tage zuvor.
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1. September 1870Der nordd. Bundesgesandte in London beschwert sich sehr einläßlich über die Art und Weise, wie die Neutralität von England praktisch gehandhabt wird, zum Nachtheile Deutschlands und zum entschiedenen Vortheile Frankreichs.
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1. September 1870In Bayern und Württemberg entwickelt sich eine sehr lebhafte Agitation für Anschluß Süddeutschlands an den nordd. Bund.
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1. September 1870Dritter Schlachttag um Sedan: die Franzosen, die um Sedan durchzubrechen versuchen, werden vollständig eingeschlossen und in die Festung hineingedrängt.
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2. September 1870Die ganze Armee Mac Mahon's mit sammt dem Kaiser ergibt sich in Kriegsgefangenschaft. Zusammenkunft des Kaisers mit Bismarck und mit dem König von Preußen; er wird als Gefangener nach Wilhelmshöhe bei Kassel geleitet.
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2. September 1870Sedan und die ganze Armee Mac Mahon's mit sammt dem Kaiser ergeben sich.
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3. September 1870Die Bischöfe fangen bereits an, gegen die Gegner des Infallibilitäts-Dogma's zwangsweise vorzugehen.
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3. September 1870Die deutschen Armeen haben den Marsch auf Paris bereits wieder angetreten.
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5. September 1870Der Ausschuß der social-demokratischen Fortschrittspartei in Braunschweig richtet mit Rücksicht auf die Wiederherstellung der Republik in Paris ein Manifest an die Arbeiter Deutschlands.
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7. September 1870In Folge der Anregung Badens soll die Frage des Beitritts der süddeutschen Staaten zum nordd. Bunde in die Hand genommen werden.
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13. bis 16. September 1870Zwei diplomatische Erlasse des nordd. Bundeskanzlers erörtern das historische Verhältniß zwischen Deutschland und Frankreich und die Nothwendigkeit für jenes, sich den Besitz von Straßburg und Metz zu sichern.
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13. bis 16. September 1870Zwei Erlasse des Grafen Bismarck an die Vertreter des Bundes bei den neutralen Großmächten erläutern die Verhältnisse zwischen Frankreich und Deutschland in Folge des gegenwärtigen Krieges und die Nothwendigkeit für dieses, die beiden Fest…
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15. September 1870Lord Clarendon sucht in seiner Antwort auf die Denkschrift vom 1. Sept. die Beschwerden Deutschlands über die Handhabung seiner Neutralität bez. Kriegscontrebande zu entkräften
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15. September 1870Eine Broschüre des Engländers Lord Acton in deutscher Sprache „Sendschreiben an einen deutschen Bischof des vaticanischen Concils“ geißelt durch eine Blumenlese authentischer Auszüge aus den Erklärungen der Bischöfe der Concilsminderheit w…
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15. September 1870Die „Kölnische Zeitung“ fängt an, die Listen solcher Katholiken zu veröffentlichen, welche sich dem Münchener Protest gegen die päpstliche Unfehlbarkeit angeschlossen haben
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17. September 1870Die deutschen Armeen fangen an, vor Paris anzulangen und beginnen dasselbe zu cerniren.
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18. September 1870Jules Favre sucht durch Vermittlung Englands um eine Unterredung mit dem Grafen Bismarck nach, die ihm gewährt wird.
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19. September 1870Paris ist von den deutschen Armeen bereits vollständig cernirt.
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20. September 1870Unterhandlungen zwischen Bismarck und Favre über einen Waffenstillstand scheitern, da Favre keinerlei Concessionen zuge-stehen will.
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20. September 1870Die Unterhandlungen zwischen Jules Favre und Bismarck führen zu keinem Resultate: Favre will bez. eines Friedensschlusses von einer Gebietsabtretung nichts wissen und der Abschluß eines Waffenstillstands scheitert an den von Bismarck geste…
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20. September 1870Die am 25. Aug. in Nürnberg zusammengetretenen kath. Professoren verständigen sich in Folge des Resultats der Fuldaer Bischofsconferenz vom 31. Aug., die damals vereinbarte Erklärung mit sammt den Unterschriften, welche sie gefunden, unter…
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21. September 1870Erster Ausfall aus Paris. Derselbe wird abgeschlagen.
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21. September 1870Der Präsident des nordd. Bundeskanzleramtes, Delbrück, trifft in München ein, um die Wünsche Bayerns und Württembergs bez. einer näheren Verbindung derselben mit dem nordd. Bunde entgegenzunehmen und zu besprechen.
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21. September 1870Auf den Wunsch der bayerischen Regierung trifft der Präsident des Bundeskanzleramts Delbrück zur Besprechung der deutschen Frage in München ein, wo sich auch der württembergische Minister Mittnacht einfindet.
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21. bis 27. September 1870Dem Wunsche Bayerns entsprechend kommt der Präsident des norddeutschen Bundeskanzleramtes v. Delbrück in München an, wo sich auch der württembergische Justizminister v. Mittnacht einfindet. Besprechungen über die deutsche Verfassungsfrage
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22. September 1870Aus dem eingeschlossenen Paris geht der erste Luftballon mit Briefen und Depeschen ab.
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26. September 1870Die Fortschrittspartei erläßt einen Aufruf bez. einer künftigen deutschen Reichsverfassung, in dem sie ihre Forderungen für eine solche Verfassung formulirt und zugleich hiefür die Vereinbarung der Regierungen mit Vertretern aller deutsche…
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27. September 1870Ausfall Bazaine's aus Metz behufs Beschaffung von Proviant, was nur theilweise gelingt.
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28. September 1870Straßburg capitulirt.
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30. September 1870Zweiter Ausfall aus Paris, der aber wiederum mit leichter Mühe abgeschlagen wird.
Oktober
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Oktober 1870Auf Anregung Württembergs verständigen sich dieses und Baden mit Preußen, die weiteren Verhandlungen über den Anschluß an den norddeutschen Bund nach Versailles zu verlegen
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2. Oktober 1870Nachdem Straßburg gefallen, schreiten die Deutschen nunmehr auch zur Besetzung des Oberelsasses.
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6. Oktober 1870Der Präsident des Bundeskanzleramtes Delbrück wird neuerdings in das k. Hauptquartier nach Versailles berufen.
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10. Oktober 1870Graf Bismarck läßt den Regierungen der neutralen Mächte eine Denkschrift mittheilen, in der er die Ueberzeugung ausspricht, daß Paris über kurz oder lang fallen müsse und auf die schreckenerregenden Folgen aufmerksam macht, wenn der Zeitpu…
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10. Oktober 1870Graf Bismarck erörtert in einer sämmtlichen Cabinetten mitgetheilten Denkschrift die möglichen Folgen einer Aushungerung von Paris
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11. Oktober 1870Die Deutschen unter General v. d. Tann werfen die neugebildete Loirearmee über diesen Fluß zurück und besetzen Orleans.
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11. Oktober 1870Schlacht bei Orleans gegen die neugebildete Loire-Armee. Der bayer. General v. d. Tann erstürmt die Stadt und wirft die Franzosen über die Loire zurück.
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12. Oktober 1870Eine Katholikenversammlung in Fulda protestirt gegen die Beraubung des Papstes und regt eine umfassende clerikale Wahlbewegung an, um die Intervention der Regierung für eine Restauration des Papstes zu verlangen.
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12. Oktober 1870Württemberg und Baden verständigen sich, die weiteren Verhandlungen über die deutsche Frage nach Versailles zu verlegen. Auch Hessen entschließt sich dazu und schließlich auch Bayern.
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12. Oktober 1870Eine Katholikenversammlung in Fulda, an der sich namentlich viel katholischer Adel hervorthut, beschließt eine Erklärung gegen die „Veraubung“ des Papstes durch die Annezion des Kirchenstaats von Seite Italiens und die Anregung einer umfas…
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15. Oktober 1870Die sämmtlichen süddeutschen Regierungen beschließen, mit Preußen über einen Anschluß, oder doch ein näheres Verhältniß zum norddeutschen Bunde zu unterhandeln und zu diesem Ende hin Bevollmächtigte ins Hauptquartier des Königs von Preußen…
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18. Oktober 1870General Werder operirt gegen Epinal, Vesoul und Dijon, um die Bildung einer Lyoner Armee zu verhindern.
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19. Oktober 1870General Bourbaki organisirt in Lille eine neue franz. Nordarmee.
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20. Oktober 1870Bevollmächtigte aller vier süddeutschen Staaten gehen nach Versailles behufs weiterer Verhandlungen über die deutsche Frage.
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20. Oktober 1870Die Bundesregierung gibt Spanien auf erfolgte Mittheilung bezüglich der Throncandidatur des Herzogs von Aosta vollkommen freie Hand.
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20. Oktober 1870Ebendahin gehen von Württemberg die HH. v. Suckow und v. Mittnacht, von Baden die HH. Jolly und v. Freydorff, von Hessen Hr. v. Dalwigk ab
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22. Oktober 1870Ein Theil der katholischen Professoren der Universität Bonn, sowie der Pfarrer Dr. Tangermann in Unkel weigern sich, die vom Erzbischof von Köln von ihnen geforderte, ihrer Ueberzeugung widerstreitende Unterwerfung unter die päpstliche Unf…
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25. Oktober 1870Beginn der Unterhandlungen in Versailles über eine Lösung der deutschen Frage.
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25. Oktober 1870Beginn der Unterhandlungen zwischen dem Bundeskanzler und den Bevollmächtigten Bayerns, Württembergs, Badens und Hessens über die deutsche Verfassungsfrage.
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27. Oktober 1870Metz capitulirt. Bazaine mit seiner ganzen Armee wird kriegsgefangen nach Deutschland gebracht.
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28. Oktober 1870Großer Ausfall aus Paris: Le Bourget wird von den Deutschen verloren, aber alsbald wieder genommen.
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29. Oktober 1870Der Haupttheil der vor Metz frei gewordenen deutschen Armeen wird unter dem Prinzen Friedrich Karl nach Süden beordert, um den dort in der Bildung begriffenen Armeen entgegenzutreten, ein anderer unter General Manteuffel gegen die in Lille…
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29. Oktober 1870Von der vor Metz frei gewordenen deutschen Armee wird ein Theil nach Paris gezogen, ein anderer wird unter General v. Manteuffel gegen die Armee Bourbaki's nach dem Norden von Frankreich, die Hauptmacht derselben aber unter dem Prinzen Fri…
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30. Oktober 1870Die Ausfallsversuche Trochu's aus Paris haben bis jetzt zu keinerlei Resultat geführt.
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30. Oktober 1870Die Deutschen vor Paris nehmen die am 28. d. M. von den Franzosen eingenommene und inzwischen befestigte Position in Le Bourget wieder.
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31. Oktober 1870Dijon ergibt sich. In Paris gelingt eine Ueberrumpelung der provisorischen Regierung im Stadthause von Seite der socialistischen Partei anfänglich, wird jedoch schließlich von der Nationalgarde mit Macht vereitelt. Die provisorische Regier…
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31. Oktober 1870Bismarck läßt in Versailles den Präsidenten des Bundeskanzleramts v. Delbrück und den Kriegsminister v. Roon mit den Bevollmächtigten der süddeutschen Staaten die Anschlußfrage und die einzelnen dabei zur Sprache kommenden Schwierigkeiten …
November
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3. November 1870Das ganze obere Elsaß ist von den deutschen Truppen besetzt, die Festung Belfort cernirt und die Verbindung mit dem Corps des General Werder hergestellt.
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3. November 1870Das ganze obere Elsaß ist von den deutschen Truppen besetzt, die Festung Belfort cernirt und die Verbindung mit dem Corps Werder hergestellt.
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3. November 1870Der Präsident des Bundeskanzleramts v. Delbrück hat Hessen, Baden und Württemberg nachgerade auf einigermaßen gleiche Basis der Unterhandlung in der Anschlußfrage gebracht.
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6. November 1870Die Unterhandlungen Thier's mit Bismarck in Versailles über einen Waffenstillstand und Einberufung einer französischen Constituante scheitern wiederum an den zu weitgehenden Forderungen des franz. Unterhändlers.
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6. November 1870Der Erzbischof von Köln und der Fürstbischof von Breslau maßregeln immer nachdrücklicher diejenigen Professoren der Theologie, die das Infallibilitäts-Dogma nicht anerkennen wollen.
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9. November 1870Es ist den gewaltigen Anstrengungen Gambetta's gelungen, eine sehr zahlreiche Loirearmee unter Aurelles de Paladine auf die Beine zu bringen: die Deutschen unter General v. d. Tann sehen sich genöthigt, der Uebermacht momentan zu weichen u…
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10. November 1870Die Festung Neu-Breisach capitulirt.
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12. November 1870Einberufung des Reichstags — zu dem Zwecke, einen gelinden Druck auf die Particularisten Süddeutschlands auszuüben — auf den 24. d. M. nach Berlin.
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13. November 1870Die Unterhandlungen in Versailles über die deutsche Frage sind mit Württemberg, Baden und Hessen fast zum Abschluß gediehen, mit Bayern dagegen vorerst fast aussichtslos.
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13. November 1870Während mit den Bevollmächtigten nicht bloß Badens und Hessens, sondern auch Württembergs ein Einverständniß über die deutsche Frage bereits so weit erzielt ist, daß die Unterzeichnung der dießfälligen Verträge mit allen dreien am 15. d. M…
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15. November 1870Baden und Hessen schließen in Versailles einen Vertrag mit dem nordd. Bunde ab über ihren Beitritt zu demselben unter einigen Modificationen.
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15. November 1870Abschluß der Unterhandlungen zu Versailles mit den Bevollmächtigten Badens und Hessens über ihren Beitritt zum bisherigen norddeutschen Bunde und über die Verfassung des deutschen Bundes und Unterzeichnung eines Separatprotokolls mit Hesse…
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15. November 1870Protokoll wegen Abschlusses einer neuen Verfassung des deutschen Bundes, abgeschlossen zu Versailles d. d. 15. Nov. 1870 zwischen den Bevollmächtigten des norddeutschen Bundes, des Großherzogthums Baden und des Großherzogthums Hessen.
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17. November 1870Der Großherzog von Mecklenburg beginnt die Operationen gegen die neue Loire-Armee: Einnahme von Dreux.
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19. November 1870Beginn der Belagerung von Belfort.
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21. November 1870Der Bundesrath genehmigt einstimmig die Verfassungsverträge vom 15. d. M. mit Baden und Hessen.
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23. November 1870Eröffnung des Reichstags: der Präsident des Bundeskanzleramts, v. Delbrück, verliest die Thronrede des Königs von Preußen.
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23. November 1870Die Unterhandlungen zu Versailles mit den Bevollmächtigten Bayerns betr. Abschluß eines Verfassungsvertrages gelangen doch noch zum Abschluß.
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24. November 1870Die Bundesregierung verlangt einen neuen Credit von 100 Mill. Thlrn. behufs Fortführung des Kriegs gegen Frankreich und legt demselben die mit Baden und Hessen abgeschlossenen Verträge vor.
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24. November 1870Die Festung Thionville capitulirt.
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25. November 1870Abschluß des Vertrages zwischen dem norddeutschen Bunde und Württemberg bez. Beitritt Württembergs zu dem am 15. Nov. in Versailles mit Baden und Hessen vereinbarten Entwurf einer Verfassung des deutschen Bundes
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25. November 1870Nachträglicher Abschluß einer Militärconvention zwischen dem norddeutschen Bunde und Baden
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26. November 1870Graf Bismarck nimmt die Vermittlung zwischen Rußland und den übrigen Großmächten bez. der Pontusfrage in die Hand und schlägt ihnen vor, dieselbe in einer Conferenz in London zu erörtern.
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26. November 1870General Manteuffel schlägt die franz. Nordarmee unter Faidherbe bei Moreuil und wirft sie nach Amiens zurück. Amiens selbst wird von General Göben besetzt.
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26. November 1870Reichstag: Erste und zweite Lesung der Creditvorlage. Die Social-Demokraten erklären sich gegen die Vorlage und gegen die Fortsetzung des Krieges, und erregen durch die Art, wie sie es thun, einen gewaltigen Scandal.
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26. November 1870Der Bundeskanzler sucht zwischen Rußland und den übrigen Großmächten bez. der Pontusfrage zu vermitteln
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26. November 1870Der norddeutsche Bundeskanzler Graf Bismarck schlägt vermittelnd Rußland und den übrigen Pariser Vertragsmächten vor, die von ersterem angeregte Pontusfrage in einer Conferenz zu London zu erwägen.
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26. November 1870Graf Bismarck sucht in Versailles zwischen Rußland und den übrigen Großmächten zu vermitteln und schlägt zu diesem Ende hin vor, die ganze Frage in einer Conferenz zu London näherer Erörterung zu unterziehen.
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27. November 1870Die kleine Festung La Fere capitulirt. General v. Manteuffel schlägt die franz. Nordarmee bei Moreuil
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28. November 1870Prinz Friedrich Karl schlägt die franz. Loirearmee unter General Chancy bei Baune la Rolande.
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28. November 1870Der Reichstag bewilligt mit allen gegen die Stimmen der Socialisten den geforderten Kriegscredit von 100 Mill. Thlrn.
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28. November 1870Siegreiches Gefecht bei Baune la Rolande gegen die Loirearmee.
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28. November 1870Reichstag: Dritte Lesung der Creditvorlage. Die Socialdemokraten erregen neuen Scandal.
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29. November 1870Großer, aber erfolgloser Ausfall aus Paris unter den Generalen Trochu und Duocrot.
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30. November 1870Bundesrath: Das Bundespräsidium macht demselben eine Vorlage bez. der schwebenden Pontusfrage.
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30. November 1870Der Reichstag geht über eine Petition für Erwerbung des franz. Saigoun (in Cochinchina) — aus Abneigung gegen mögliche Colonie-Jdeen — zur Tagesordnung über.
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30. November 1870Der vermittelnde Vorschlag des Bundeskanzlers vom 26. d. M. ist bereits von den Regierungen sämmtlicher Großmächte (außer Frankreich) und der Pforte angenommen worden.
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30. November 1870Fürst Lynar geht mit Briefen des Königs von Preußen von Versailles nach Stuttgart, München und Dresden.
Dezember
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1. Dezember 1870Der Bundesrath ertheilt dem Vertrage mit Bayern bez. der deutschen Frage schließlich doch auch einstimmig seine Genehmigung.
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3. Dezember 1870Der nordd. Bundeskanzler richtet an die Regierung von Luxemburg eine Note, um sich über mehrfache starke Verletzungen der Neutralität zu beschweren, Entschädigungsansprüche vorzubehalten und zu erklären, daß die deutschen Heere sich in ihr…
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3. Dezember 1870Der große Ausfall aus Paris ist vollständig gescheitert. Die Franzosen gehen unter den Schutz ihrer Forts zurück, die Deutschen haben alle ihre früheren Positionen theils behauptet, theils wieder genommen.
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3. Dezember 1870Der Bundeskanzler richtet an die Regierung von Luxemburg und gleichzeitig auch an die Garantiemächte von 1867 eine Note, in welcher er eine Reihe vou Verletzungen der Neutralität Seitens Luxemburgs constatirt und dahin schließt:
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5. Dezember 1870Reichstag: Erste Berathung über die Verträge mit den süddeutschen Staaten.
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5. Dezember 1870General v. Manteuffel besetzt Rouen.
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5. Dezember 1870General Manteuffel besetzt Rouen.
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6. Dezember 1870Reichstag: Erste Debatte über die Verträge mit den süddeutschen Staaten.
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6. Dezember 1870Ein Telegramm des Bundeskanzlers aus Versailles tritt nachträglich entschieden für Annahme der Verträge mit den süddeutschen Staaten ein und stellt seinen Rücktritt in Aussicht für den Fall, daß sie vom Reichstag verworfen werden sollten.
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7. bis 8. Dezember 1870Reichstag: Zweite Spezialdebatte über die Verträge mit den südd. Staaten.
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8. Dezember 1870Der Reichstag genehmigt in zweiter Lesung mit großer Mehrheit die Verträge mit den süddeutschen Staaten.
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8. Dezember 1870Der Reichstag genehmigt auch in dritter Lesung die Verträge mit den südd. Staaten, denjenigen von Bayern mit 195 gegen 32 Stimmen.
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8. Dezember 1870Die Bevollmächtigten Bayerns, Württembergs, Badens und Hessens in Berlin erklären durch ein Protokoll ihre gegenseitige Zustimmung zu den Verfassungsverträgen mit dem norddeutschen Bunde.
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8. bis 9. Dezember 1870Die Deutschen dringen nördlich der Loire nur langsam und nur nach zähen Gefechten gegen General Chanzy bei Meung und Beaugency in der Richtung auf Tours vor.
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10. Dezember 1870Der Reichstag genehmigt die Einfügung der Worte Kaiser und Reich in die Verfassung und beschließt eine Adresse an den König von Preußen, die ihm durch eine Deputation in Versailles überreicht werden soll.
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12. Dezember 1870Die Festung Pfalzburg capitulirt.
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12. Dezember 1870Aus Görlitz, Hirschberg, Minden, Münster, Oppeln, Trier, Magdeburg entweicht eine nicht unbedeutende Anzahl gefangener französischer Offiziere unter Bruch ihres verpfändeten Ehrenworts.
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13. Dezember 1870Blois wird besetzt.
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14. Dezember 1870Der nordd. Bundeskanzler zeigt der österr. Regierung die neue Gestaltung der deutschen Verhältnisse an und stellt eine innigere Verbindung zwischen beiden Reichen in Aussicht.
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14. Dezember 1870Ungeheure Munitionssendungen wälzen sich aus Deutschland nach Frankreich behufs des nunmehr bevorstehenden Bombardements von Paris.
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14. Dezember 1870Die Festung Montmédy capitulirt.
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14. Dezember 1870Nachdem mehrfache Besprechungen (s. Oesterreich) vorausgegangen, zeigt Graf Bismarck der österreichischen Regierung die neue Gestaltung der deutschen Verhältnisse an und stellt eine innigere Verbindung zwischen beiden Reichen in Aussicht.
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14. Dezember 1870Ungeheure Munitionssendungen wälzen sich aus Deutschland nach Paris behufs eines Bombardements desselben
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17. Dezember 1870Die Subscriptionen auf die neuen Schatzanweisungen des Bundes (von dem durch den Reichstag bewilligten zweiten Kriegscredit von 100 Mill. Thlrn.) ergeben in Deutschland mehr als das vierfache, in England fast das dreifache der von der Bund…
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19. Dezember 1870Uebergabe der Adresse des Reichstags durch die sog. Kaiserdeputation an den König von Preußen in Versailles.
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21. Dezember 1870Neuer, wiederum fruchtloser Ausfall aus Paris.
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23. Dezember 1870General Manteuffel schlägt bei Amiens neuerdings die franz. Nordarmee unter Faidherbe.
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27. Dezember 1870Die Verfassungsverträge zwischen dem norddeutschen Bund und Württemberg, Baden und Hessen werden als perfect geworden ratifizirt in Berlin ausgewechselt.
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30. Dezember 1870Die Verfassungsverträge mit Württemberg, Baden und Hessen werden, durch die Zustimmung des Reichstags und der betreffenden Landtage perfect geworden, ratifizirt in Berlin ausgewechselt.
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31. Dezember 1870Das norddeutsche Bundesblatt verkündet die mit Württemberg, Baden und Hessen vereinbarte neue deutsche Verfassung mit Kaiser und Reich, ohne auf die Zustimmung auch Bayerns zu warten.
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31. Dezember 1870Das Bundesblatt verkündet, ohne auf die formelle Zustimmung auch Bayerns zu warten, die mit Baden, Hessen und Württemberg vereinbarte neue Verfassung mit Kaiser und Reich.