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Chronik Preußen 1905
Alle Staaten der Chronik · Mehr über Preußen
Januar
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Januar/Februar.Seit Anfang Januar zeigt sich eine starke Gärung unter den Bergarbeitern, besonders im Ruhrrevier, die hervorgerufen ist durch Zechenstilllegungen, Arbeiterentlassungen, Lohnstreitigkeiten, Arbeitsverlängerungen.
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Januar 1905Konflikt zwischen Berliner Geistlichen und dem Evangelischen Oberkirchenrat. Ein liberaler Geistlicher Fischer hatte auf dem 22. Deutschen Protestantentag einen Vortrag gehalten, der den Gemeinderat veranlaßte, beim brandenburgischen Konsi…
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10. Januar 1905Vorlegung des Etats. Finanzen seit 1903. Beziehungen zum Reich.
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14. bis 17. Januar 1905Erste Lesung des Etats. Eisenbahnen, Handelsverträge, Bergarbeiterstreik, Polenfrage.
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21. Januar 1905Die Klagen der Arbeiter seien wie 1889 stark übertrieben. Die Zeche Bruchstraße habe nicht kontraktwidrig gehandelt, vielmehr stets die gesetzlichen Vorschriften befolgt, aber die Arbeiter hätten alle Angebote zurückgewiesen und auf den St…
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21. Januar 1905Annahme der Hiberniavorlage.
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25. Januar 1905Das Preußische Abgeordnetenhaus bewilligt zwei Millionen Mark für die innere Kolonisation in Ostpreußen und Pommern.
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27. Januar 1905Auszeichnung der Eisenbahner.
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30. Januar 1905Ankündigung einer Novelle zum Berggesetz. Untersuchung im Ruhrrevier.
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30. bis 31. Januar 1905In der zweiten Beratung des Justizetats wird eine Vermehrung der Richter gefordert.
Februar
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3. bis 8. Februar 19053./8. Februar. Zweite und dritte Beratung der wasserwirtschaftlichen Vorlagen.
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13. Februar 1905Preuß. Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben: Die Behauptung der Linken, daß die Verträge nur den ostelbischen Junkern zustatten kämen, werde widerlegt durch die Wünsche der südlichen und westlichen Bauern nach erhöhtem Zollschutz.
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14. Februar 1905In der zweiten Beratung des Ministeriums des Innern wird vornehmlich debattiert über Selbstverwaltung, Schutz der Arbeitswilligen, Dirnen- und Zuhälterwesen, Korpsstudenten in der Verwaltung (1903 S. 90), Parität der Konfessionen.
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15. Februar 1905Annahme der Hiberniavorlage (S. 19) und einer Resolution auf Schuldentilgung.
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Mitte Februar.Die in Preußen erscheinenden polnischen Zeitungen veröffentlichen folgende Erklärung über den Aufstand in Russisch-Polen
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16. Februar 1905Erste Beratung der Kanalvorlagen.
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21. Februar bis 3. März 1905Zweite Beratung des Kultusetats. — Gymnasiasten und Kongregationen; akademische Freiheit; polnischer Unterricht; Schulkompromiß; Bekämpfung der Sozialdemokratie.
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22. Februar 1905Abg. Glattfelter (Z.) fordert Freizügigkeit für die katholischen Orden in Preußen und polemisiert gegen die geforderte Fachaufsicht der Volksschulen.
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25. Februar 1905Hiernach werden die beiden mecklenburgischen Landeslotterien und die lübeckische Staatslotterie mit dem Abschlusse der laufenden Lotterien eingestellt.
März
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März 1905Diskussion über die Parität.
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6. März 1905Minister v. Budde: Die preußisch-hessische Eisenbahngemeinschaft umfaßte Ende Dezember v. J. 34080 Kilometer Betriebsfläche.
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8. März 1905Dem Landtag geht ein Entwurf über Abänderung des Berggesetzes zu.
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13. März 1905Im Abgeordnetenhause erklärt am 13. März Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben über die Reichsfinanzreform und die preußischen Steuern: Daß der Misere der Reichsfinanzen abgeholfen werden muß, ich glaube, darüber werden alle einig sein.
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15. März 1905Das Haus genehmigt einen Gesetzentwurf, der eine nichtpensionsfähige Stellenzulage von 14 000 Mark für die Minister gewährt.
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20. März 1905Minister des Innern Frhr. v. Hammerstein, 62 Jahre alt, an Herzschwäche †.
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27. bis 28. März 1905Erste Beratung der Berggesetznovellen.
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28. bis 30. März 1905Ein Delegiertentag der Bergarbeiter Preußens tadelt scharf die Haltung der Arbeitgeber während des Streiks und stellt Forderungen, die über die preußische Berggesetznovelle hinausgehen.
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Ende März.Dem Landtag geht eine Vorlage über den Bau von Nebenbahnen zu, die 124 569 000 Mark fordert.
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31. März 1905Nach dem Etatsgesetz balanciert der Etat mit 2 718 281 607 in Einnahme und Ausgabe.
April
Mai
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Mai 1905Die Berggesetzkommission des Abgeordnetenhauses bereist die Kohlengruben des Ruhrgebiets.
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10. Mai 1905Die am 17. Februar gebildete Kommission zur Beratung eines Antrags Fuchs (Z.) auf Aenderung der Warenhaussteuer beantragt, die Steuer bei 200 000 Mark Umsatz anstatt bei 400 000 beginnen zu lassen. Die Steuer soll progressiv steigen bis zu…
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15. bis 19. Mai 1905Eine Konferenz der Rektoren der preußischen Hochschulen in Berlin berät mit dem Kultusminister über die Fragen der akademischen Freiheit
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16. Mai 1905Diskussion über das Schuldotationsgesetz und Verbesserung der Lehrergehälter.
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18. bis 22. Mai 1905Zweite Beratung der Novelle über Bergarbeiterschutz. (Vgl. S. 69.) Annahme der modifizierten Vorlage.
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22. Mai 1905Der Unterstaatssekretär im preußischen Staatsministerium Frhr. v. Seckendorff wird zum Präsidenten des Reichsgerichts ernannt.
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26. Mai 1905Dritte Beratung der Berggesetznovelle. Kompromißanträge. Annahme.
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27. Mai 1905Das Preußische Abgeordnetenhaus genehmigt die Abänderung des Berggesetzes über die Stillegung von Zechen.
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30. Mai 1905Das Preußische Abgeordnetenhaus genehmigt einen Antrag Gamp (frk.) auf Änderung des Mutungsrechts.
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Ende Mai.Die konservative Presse vertritt meist den Standpunkt der Fraktion; auch soweit sie eine Befriedigung über die Annahme des Gesetzes äußert, betont sie, daß der Regierung eine schwere Verantwortung und die unangreifbare Pflicht erwachse, di…
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31. Mai 1905Das Preußische Herrenhaus lehnt den Beschluß des Abgeordnetenhauses über die Warenhaussteuer ab
Juni
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2. Juni 1905Erste Beratung der Berggesetznovelle.
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3. Juni 1905Das Preußische Herrenhaus fordert die Regierung in einer Resolution auf, eine Reichserbschaftssteuer zu verhindern und die Erbschaftssteuer den Einzelstaaten vorzubehalten.
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6. Juni 1905Vermählung des deutschen Kronprinzen mit der Herzogin Cäcilie von Mecklenburg-Schwerin.
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22. Juni 1905Die Kommission des Herrenhauses beendet die Beratung der Berggesetznovellen.
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28. Juni 1905Annahme der Berggesetße in Preußen.
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28. Juni 1905Annahme der Berggesetznovelle. — Zechenstillegung.
Juli
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1. Juli 1905Minister der öffentlichen Arbeiten v. Budde erwidert auf eine Interpellation, daß die geplante Reform des Personentarifs nicht von fiskalischen Gesichtspunkten ausgehe, sondern die Verständigung mit Süddeutschland und sozialen Ausgleich in…
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1. Juli 1905Schluß des Landtags. Folgende Gesetze sind angenommen worden
August
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7. August 1905Durch ein Eisenbahnunglück bei Spremberg (Lausitz) kommen 14 Personen um.
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9. August 1905Der Kaiser besucht Gnesen und hält in Erwiderung der Begrüßung durch den Bürgermeister folgende Rede über die Pflichten der Deutschen im Osten und die konfessionellen Verhältnisse
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19. August 1905Der Oberpräsident der Rheinprovinz Dr. Nasse tritt zurück.
September
Oktober
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Anfang Oktober.In der Presse wird lebhaft geklagt, daß mehrere große Güter von Deutschen an Polen verkauft seien und daß die Stadtverwaltung von Posen ein städtisches Grundstück an Polen verkauft habe.
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Oktober. Dezember.Bewegung unter den Bergarbeitern im Ruhrrevier.
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19. Oktober 1905Handelsminister Möller erhält die nachgesuchte Entlassung unter Verleihung des erblichen Adels.
November
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1. November 1905Ein neuer Regierungsbezirk Allenstein wird errichtet.
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Anfang November.Wahlrecht, Sozialdemokratie und Straßenagitation.
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21. November 1905Justizminister Schönstedt tritt zurück. Sein Nachfolger wird Dr. Beseler, Präsident des Oberlandesgerichts in Breslau, der durch Oberlandesgerichtspräsident Vierhaus in Kiel ersetzt wird. Dessen Nachfolger wird Reichsgerichtsrat Abg. Spahn.
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29. November 1905Eine dem Reichstag vorgelegte Denkschrift des preußischen Landwirtschaftsministers über die Fleischteuerung faßt als Ergebnis zusammen
Dezember
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1. Dezember 1905Der Minister der öffentlichen Arbeiten verbietet dem Eisenbahnpersonal während des Dienstes den Genuß alkoholischer Getränke.
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Anfang Dezember.Der Entwurf eines Volksschulunterhaltungsgesetzes wird veröffentlicht.
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5. Dezember 1905Ministerpräsident Fürst Bülow eröffnet den Landtag mit folgender Thronrede
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5. Dezember 1905Das Preußische Abgeordnetenhaus wählt die Abgg. v. Kröcher (kons.), Dr. Porsch, Dr. Krause zu Präsidenten.
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6. Dezember 1905Das Preußische Herrenhaus wählt den Fürsten zu Inn- und Knyphausen, Frhrn. v. Manteuffel und Oberbürgermeister Becker zu Präsidenten.
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6. Dezember 1905Auf eine Interpellation über das Spremberger Eisenbahnunglück erwidert Minister der öffentlichen Arbeiten v. Budde, es sei dadurch entstanden, daß zufällig sieben Beamte an einer Stelle ihre Schuldigkeit nicht getan hätten.
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9. Dezember 1905Das Preußische Abgeordnetenhaus weist nach kurzer Debatte die Novelle zum Einkommensteuergesetz und das Kreis- und Provinzialabgabengesetz an Kommissionen.
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11. bis 12. Dezember 1905Volksschulunterhaltungsgesetz. Kultusminister Dr. Studt: Die Vorlage entspreche dem Kompromisse der Parteien.
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22. Dezember 1905Ein königlicher Erlaß ordnet die Verdeutschung von 97 polnischen Ortsnamen der Provinz Posen an.