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Chronik Preußen 1875
Alle Staaten der Chronik · Mehr über Preußen
Januar
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1. Januar 1875Dem Erzbischof von Köln wird der Gehalt gesperrt, da er die wegen Nichtbesetzung der Succursalpfarreien über ihn verhängte Geldstrafe nicht bezahlt hat.
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1. Januar 1875Da der Erzbischof von Köln der an ihn ergangenen Aufforderung, die auf dem Verwaltungswege wegen Nichtbesetzung der sog. Succursalpfarreien nach Maßgabe der Maigesetze gegen ihn ausgesprochene Geldstrafe von fast 30,000 Thlrn. vor Ablauf d…
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Januar 1875Die kgl. Berufungen in die Provinzialsynoden der sechs östlichen Provinzen bewegen sich sämmtlich auf derjenigen Linie der kirchlichen Parteigruppirung, auf welcher der Oberkirchenrath die eingeleiteten Verfassungsbestrebungen für die evan…
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Januar 1875Das Hauptorgan der Ultramontanen, die „Germania“, stellt bereits wie für Posen so auch für Paderborn eine geheime Diöcesanregierung in Aussicht
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Januar 1875Der Kaiser ertheilt dem Landgrafen und ehemaligen Erbprinzen von Kurhessen, Friedrich, das Prädikat königl. Hoheit.
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5. Januar 1875Der kgl. Gerichtshof für kirchliche Angelegenheiten spricht einstimmig die Amtsentsetzung des Bischofs Martin von Paderborn aus.
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5. Januar 1875Der kgl. Gerichtshof für kirchliche Angelegenheiten spricht einstimmig die Amtsentsetzung des Bischofs Martin von Paderborn aus.
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7. Januar 1875Der Ex-Kurfürst von Hessen † in Prag.
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7. Januar 1875Der Ex-Kurfürst von Hessen † in Prag.
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14. Januar 1875Feierliche Beisetzung des verstorbenen Ex-Kurfürsten von Hessen in Kassel.
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14. Januar 1875Der durch den k. Gerichtshof für kirchliche Angelegenheiten seines Amtes entsetzte Bischof Martin von Paderborn enthebt seine geistlichen Räthe und Beamten ihrer bisherigen Amtsverpflichtung; den weltlichen Räthen und Beamten des Generalvi…
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16. Januar 1875Eröffnung des Landtags. Die Thronrede hebt die weitere Durchführung der inneren Verwaltungsreform und den Gesetzesentwurf betr. Vermögensverwaltung der kathol. Kirchengemeinden hervor.
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16. Januar 1875Herrenhaus: wählt zu seinem Präsidenten den Grafen Stolberg mit 86 von 87 Stimmen und zu Vicepräsidenten die beiden Liberalen Bernuth und Hasselbach mit 46 resp. 57 Stimmen.
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16. Januar 1875Eröffnung des Landtags. Der Vicepräsident des Staatsministeriums, Finanzminister Camphausen, verliest in Abwesenheit des Kaisers die Thronrede
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16. Januar 1875Herrenhaus: wählt zu seinem Präsidenten den Grafen Stolberg mit 86 von 87 Stimmen, zu Vicepräsidenten die Liberalen Bernuth und Hasselbach mit 46 resp. 57 Stimmen.
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18. Januar 1875Die Regierung schließt das Clericalseminar in Fulda wegen verweigerter Beaufsichtigung und belegt das Diöcesanvermögen nach den Maigesetzen mit Beschlag.
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18. Januar 1875Die Regierung schließt das Clericalseminar in Fulda in Folge des den Regierungscommissären verweigerten Zutritts zu den Vorlesungen und belegt das ganze Diöcesanvermögen mit Beschlag nach Maßgabe des Gesetzes, wonach diese einzutreten hat,…
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22. Januar 1875die Regierung legt demselben die Entwürfe einer neuen Provinzialordnung, eines Gesetzes betr. die Dotation der Provinzen aus Staatsmitteln und die Errichtung eines obersten Verwaltungsgerichtshofes vor.
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22. Januar 1875Die Regierung legt demselben die Entwürfe einer neuen Provincialordnung, eines Gesetzes betr. die Dotation der Provinzen aus Staatsmitteln und betr. die Errichtung eines obersten Verwaltungsgerichtshofes vor.
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26. Januar bis 3. Februar 1875Zusammentritt der Provinzialsynoden der 6 östlichen Provinzen.
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26. Januar bis 3. Februar 1875Zusammentritt der Provinialsynoden der sechs östlichen Provinzen, hauptsächlich auch behufs der Wahlen zu der Generalsynode.
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26. Januar bis 3. Februar 1875Der Kaiser empfängt den Vorstand der brandenburgischen Provincial-synode in besonderer Audienz und beantwortet die Ansprache desselben mit einer längeren Rede.
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26. Januar bis 3. Februar 1875Im Ganzen und Großen sind die Resultate günstiger als man in vielen Kreisen zu hoffen gewagt hatte.
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27. Januar 1875Die Staatsregierung legt demselben den mit Spannung erwarteten Entwurf über die Vermögensverwaltung in den katholischen Kirchgemeinden vor.
Februar
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2. Februar 1875In Oberschlesien macht der Pfarrcaplan Kick in Tarnowicz mit der Regierung Frieden, ohne zum Altkatholicismus überzugehen, und wird vom Oberpräsidenten zum Propst in Kähme, kgl. Patronats, erwählt.
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4. Februar 1875Erste Berathung des Budgets für 1875.
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5. Februar 1875Der Papst erläßt eine Bulle an die preußischen Bischöfe, in welcher er die sog. Maigesetze ohne Um-schweife für ungültig erklärt.
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5. Februar 1875Der Papst schleudert eine Encyclica an die Erzbischöfe und Bischöfe Preußens, in der er „ganz offen Allen, welche es angeht“, d. h. zunächst den kath. preußischen Staatsunterthanen, erklärt, daß die daselbst in vollkommen gültiger Weise ve…
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9. bis 12. Februar 1875Abg.-Haus: Erste Lesung der Provincialordnungs-Vorlage. Virchow beantragt die Ausdehnung derselben auch auf Rheinland und Westfalen, v. Sybel spricht sich mit Rücksicht auf die ultramontane Agitation in diesen Provinzen dagegen aus, die Re…
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9. bis 12. Februar 1875Abg.-Haus: Erste Lesung der Vorlagen der Regierung betr. die neue Provincialordnung, die Verwaltungsgerichte und die Dotation der Provinzen.
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10. Februar 1875Der Bischof von Münster spricht in seinem Fastenhirtenbrief die Ueberzeugung aus, daß nur ein Wunder das Ende des kirchlichen Conflikts mit der Staatsgewalt herbeiführen könne
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14. Februar 1875Ein Erlaß des Cultusministers gesteht den Religionsgesellschaften, d. h. den Geistlichen, nur die Leitung des Religionsunterrichts an den Volksschulen zu, wahrt dagegen die Ertheilung des Unterrichts selbst den Schullehrern.
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14. Februar 1875Der Cultminister trifft bezüglich der Ertheilung des schulplanmäßigen Religionsunterrichts an den Volksschulen folgende wichtige Entscheidung
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16. bis 17. Februar 1875Abg.-Haus: Erste Lesung der Vorlage betr. die Vermögensverwaltung katholischer Kirchgemeinden.
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18. Februar 1875Ultramontane Blätter veröffentlichen die Encyclica des Papstes vom 5. Februar. Die Regierung belegt sie mit Beschlag. Die öffentliche Meinung ist entschiedene der Ansicht, daß Preußen sich die Anmaßung des Papstes, preußische, in verfassun…
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18. Februar 1875Eine kgl. Cabinetsordre regelt den Geschäftsgang innerhalb des preußischen Ministeriums neu nach den Wünschen des Fürsten Bismark.
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18. Februar 1875Der (ultramontane) „Westfälische Merkur“ veröffentlicht die päpstliche Bulle wider Preußen vom 5. Februar mit folgender Bemerkung
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18. Februar 1875Eine kgl. Ordre an den Ministerpräsidenten Fürst Bismarck und auf seinen Antrag hin trifft neue Bestimmungen über den Geschäftsgang im preuß. Staatsministerium
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18. Februar 1875Abg.-Haus: Der (ultramontane) Abg. v. Schorlemer-Ast ruft eine Debatte über das Processionswesen hervor, indem er die dießfalls von der Regierung erlassenen beschränkenden Verfügungen angreift.
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20. Februar 1875Das preuß. Staatsministerium als Berufungsinstanz bestätigt den Beschluß der Düsseldorfer Regierung, welcher einen Communalbeamten seines Amtes entsetzte, weil derselbe Mitglied des Mainzer Katholikenvereins ist und weder aus demselben aus…
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22. Februar 1875Der [altkatholische] Abg. Petri bringt einen Gesetzesentwurf ein, der den Altkatholiken dieselben Rechte an dem katholischen Kirchenvermögen sichern will, wie in Baden.
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22. Februar 1875Abg.-Haus: Der (altkath.) Abg. Petri bringt einen Gesetzesentwurf ein über die Verhältnisse der Alt-katholiken, der dahin geht, diesen in Preußen dieselben Rechte am katholischen Kirchenvermögen einzuräumen, welche ihnen in Baden durch übe…
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24. Februar 1875Der Weihbischof von Posen, Janizewski, vom Oberpräsidenten aus Posen ausgewiesen, erklärt nur der Gewalt weichen zu wollen, worauf er aufgegriffen, in einem verschlossenen Wagen ohne Aufsehen zur Eisenbahn gebracht und von einem Commissär …
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25. Februar 1875Der Bischof von Münster wird zu Verbüßung einer Haft von 14 Tagen, da eine ihm auferlegte Geldstrafe von 600 Mark nicht hat beigetrieben werden können, gerichtlich aufgefordert, widrigenfalls gewaltsame Abführung angeordnet werden müßte.
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26. Februar 1875Die Organe der ultramontanen Partei verlieren gegenüber der entschlossenen Stimmung wider Rom, welche die päpstliche Bulle vom 5. Februar überall hervorgerufen hat, allen Halt.
März
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März 1875Eine Entscheidung des Obertribunals erklärt, daß die zeugeneidliche Vernehmung eines katholischen Geistlichen nicht deshalb unterbleiben dürfe, weil die Zeugenaussage für denselben die große Excommunication zur Folge haben würde.
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März.Bis jetzt sind 119 selbstständige Kreis-Schulinspektoren mit Nicht-Geistlichen besetzt
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4. März 1875Abg.-Haus: Die Regierung beantragt als Antwort auf die Encyclica des Papstes vom 5. Februar die Einstellung aller Leistungen an die römisch-katholische Kirche aus Staatsmitteln.
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4. März 1875Abg.-Haus: Die Staatsregierung legt demselben, offenbar als Antwort auf das Breve des Papstes vom 3. Februar, einen Gesetzesentwurf vor, durch welchen die sämmtlichen bisherigen Staatszuschüsse für die Bedürfnisse der katholischen Kirche u…
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10. März 1875Der Erzbischof von Köln protestiert im Namen aller preußischen Bischöfe gegen das Gesetz betr. die Vermögensverwaltung der katholischen Kirchgemeinden.
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10. März 1875Abg.-Haus: beschließt, den Antrag Petri betr. Erlaß eines Gesetzes über die Rechte der Altkatholiken an eine Commission zu weisen
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10. März 1875Der Erzbischof von Köln richtet einen Protest gegen den Gesetzesentwurf betr. die Vermögensverwaltung in den katholischen Kirchengemeinden an das Abg.-Haus
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11. März 1875Abg.-Haus: Berathung des Budgets für 1875: das Haus erhöht die von der Regierung der Provinz Schleswig-Holstein für das Zwangsanlehen von 1861 als Entschädigung zugestandenen 1,200,000 Mark auf 4 1/2 Mill. Die Regierung schweigt dazu.
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13. März 1875Abg.-Haus: bewilligt die von der Regierung beantragte Gehaltsaufbesserung der katholischen und protestantischen Geistlichen gegen die Stimmen der ultramontanen und einen Theil der Fortschrittspartei.
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13. März 1875Abg.-Haus: Berathung des Budgets für 1875: das Haus bewilligt die von der Regierung geforderte Gehaltsaufbesserung für die katholischen und protestantischen Geistlichen mit großer Mehrheit gegen die Stimmen der Ultramontanen und eines Thei…
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13. März 1875Die beabsichtigte Verhaftung des Bischofs von Münster kann nicht ausgeführt werden, da derselbe inzwischen auf Reisen gegangen ist.
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14. März 1875In Posen verkehren die Laien unweigerlich mit den staatlichen Verwaltern des Diöcesanvermögens, von den Geistlichen jedoch nur eine Minderheit.
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15. März 1875Abg. Haus: Die Regierung erklärt sich damit einverstanden, Schleswig-Holtstein mit 4 1/2 Mill. Mark zu entschädigen.
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15. März 1875Abg.-Haus: Das Budget für 1875 wird in dritter Lesung endgültig angenommen.
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16. März 1875Erste Lesung der Vorlage betreffend Einstellung aller Staatszuschüsse an die römisch-katholische Kirche.
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16. März 1875Erste Lesung der Vorlage über die Einstellung aller Staatszuschüsse an die katholische Kirche.
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17. März 1875Der Abg. Wehrenpfennig bringt in der Commission betr. die Vermögensverwaltung katholischer Kirchengemeinden ein Amendement ein, welches die Wirkungen des sog. Sperr- oder Brodkorbgesetzes auch auf alle Zahlungen an Geistliche aus Mitteln d…
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18. bis 19. März 1875Zweite Lesung des sog. Sperrgesetzes gegen die katholische Kirche.
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18. bis 19. März 1875Zweite Lesung des sog. Sperrgesetzes. Die Sitzung gestaltet sich sofort überaus stürmisch, da der (ultramontane) Frhr. v. Wendt die Encycliea oder Bulle des Papstes vom 5. Februar in extenso verlesen will und darauf beharrt, da es der Präs…
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18. März 1875Der Bischof von Münster wird wegen einer gerichtlich über ihn verhängten, nicht bedeutenden Strafsumme, die er nicht bezahlen will, von seiner Reise zurückgekehrt, in's Gefängniß nach Warendorf abgeführt.
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19. März 1875Der Redakteur des ultramontanen Westphälischen Merkurs, der die Encyelica des Papstes vom 5 Februar zum Abdruck gebracht hat, wird gerichtlich zu einem Jahr Gefängnis verurtheilt und sofort in Haft genommen.
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19. März 1875Der Redakteur des (ultramontanen) „Westfäl. Merkurs“ wird wegen (erster) Veröffentlichung der päpstlichen Bulle vom 5. Februar zu einem Jahr Gefängniß verurtheilt und sofort in Haft genommen.
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20. März 1875Abg.-Haus: Der Abg. Miquel erstattet Namens der Commission seinen Bericht über die Verhandlungen und Anträge derselben, betreffend den Entwurf einer neuen Provinzialordnung für die sechs östlichen Provinzen.
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20. März 1875Der abgesetzte Bischof von Paderborn wird durch ein die ersten Urtheile abänderndes Erkenntniß des Appellationsgerichts von Paderborn wegen Erlaß seines Hirtenbriefes vom 14. März 1874 zu drei Monaten Festungshaft verurtheilt.
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23. März 1875Ein Erlaß des Cultusministers regelt die Leitung des Religionsunterrichts an den Volksschulen durch die Geistlichen.
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23. März 1875Der Cultminister regelt durch Verfügung die Frage der Leitung des Religionsunterrichts an den einzelnen Volksschulen
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29. März 1875Der Oberpräsident von Schlesien fordert den Fürstbischof von Breslau auf, sein Amt freiwillig niederzulegen.
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29. März 1875Der Ober-Präsident von Schlesien fordert als Einleitung zur staatlichen Amtsentsetzung desselben den Fürstbischof von Breslau auf, sein Amt freiwillig niederzulegen.
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31. März bis 2. April 1875Der preusische Episcopat beschließt in Fulda eine Immediateingabe an den König gegen das sog. Sperrgesetz.
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31. März bis 9. April 1875Die Conferenz der preußischen Erzbischöfe und Bischöfe in Fulda beschließt eine Immediat-Eingabe an den Kaiser, mit der Bitte, dem sog. Sperrgesetze als „einer Verletzung wohlerworbener Rechte und einer Quelle unsäglicher Trauer und Friede…
April
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April 1875Der Cultusminister beantwortet ein Schreiben des evangelischen Ober-Kirchenraths, worin dieser seinen Bedenken bezüglich der Aufhebung der Artikel 15, 16 und 18 der Verfassung für die evangelische Kirche Ausdruck gibt, dahin, daß die Geset…
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April 1875Die Lage der katholischen Geistlichen in der Provinz Posen, welche überwiegend der polnischen Nationalität angehören, wird eine immer bedenklichere und schwierigere.
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5. April 1875Virchow motivirt eine Interpellation betreffs Einführung der Kreis- und Provincialordnung in Rheinland und Westfalen
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6. April 1875Abg.-Haus: genehmigt das sog. Sperrgesetz gegen die römisch-katholische Kirche mit einigen Verschärfungen auch in dritter Lesung mit allen gegen die Stimmen der Ultramontanen und vereinzelter Anderer.
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6. April 1875Abg.-Haus: Dritte Lesung des sog. Sperrgesetzes der bisherigen Staatszuschüsse an die katholische Kirche.
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8. bis 10. April 1875Abg.-Haus: Zweite Lesung der Vorlage bez. Provincialordnung für die sechs östlichen Provinzen.
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11. April 1875Die Regierung beantragt demselben als weitere Maßregel gegen die Anmaßungen des römischen Papstes in seiner Encyclica vom 5. Febr. die Aufhebung der Artikel 15, 16 und 18 der Verfassung, worauf sich die Ultramontanen zu steifen pflegen.
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11. April 1875Die Regierung bringt einen Gesetzesentwurf ein, der in einem einzigen § die Aufhebung der Art. 15, 16 und 18 der preußischen Verfassung ausspricht, mit dem Zusatze, daß die Verhältnisse der verschiedenen Kirchen fortan lediglich durch das …
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11. April 1875In Kwilcz, einem Nachbarorte von Kähme, wird der von der Regierung kraft kgl. Patronats ernannte neue Pfarrer Kick, der sich den Gesetzen unterworfen hat, von einem geheimnißvoll erschienenen, unbekannten Priester feierlich mit der großen …
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13. bis 15. April 1875Herrenhaus: Erste Berathung des sog. Sperrgesetzes gegen die römisch-katholische Kirche.
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13. bis 15. April 1875Herrenhaus: Erste Berathung des sog. Sperrgesetzes. Die Debatte gestaltet sich als eine höchst bedeutsame.
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16. April 1875Abg.-Haus: genehmigt die Vorlage betr. Aufhebung der Verfassungsartikel 15, 16 und 18 mit großer Mehrheit gegen die Stimmen der Ultramontanen.
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16. April 1875Abg.-Haus: Erste und zweite Lesung der Vorlage betr. Aufhebung der Verfassungsartikel 15, 16 und 18.
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17. April 1875Abg.-Haus: genehmigt die Provincialordnungs-Vorlage in dritter Lesung mit 240 gegen 103 Stimmen.
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17. April 1875Abg.-Haus: Dritte Lesung der Vorlage betr. Reform der Provincialordnung für die 6 östlichen Provinzen.
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17. April 1875Herrenhaus: genehmigt das sogen. Sperrgesetz der bisherigen Staatszuschüsse an die katholische Kirche auch in zweiter Berathung.
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18. April 1875Der Kaiser geht nach Wiesbaden, ohne noch zu der ihm vom Staatsministerium in Vorschlag gebrachten Aufhebung aller Klöster in Preußen seine Zustimmung gegeben zu haben, da er gegen die Maßregel in dieser Ausdehnung Bedenken hegt.
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19. April 1875Abg.-Haus: genehmigt auch in dritter Lesung die Aufhebung der Verfassungs-Artikel 15, 16 und 18 mit 275 gegen 90 Stimmen (der Ultramontanen und Polen).
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19. April 1875Abg.-Haus: Dritte Lesung der Vorlage betr. Aufhebung der Artikel 15, 16 und 18 der Verfassung.
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20. bis 22. April 1875Abg.-Haus: genehmigt die Vorlage betr. Dotation der Provincial- und Kreisverbände aus Staatsmitteln.
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22. April 1875Der Weihbischof Cybichowski von Gnesen wird wegen Anmaßung bischöflicher Rechte zu 9 Monat Gefängniß verurtheilt.
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22. April 1875Der Kaiser sanctionirt in Wiesbaden das von beiden Häusern des Landtags angenommene sog. Sperrgesetz betr. die bisherigen Staatszuschüsse an die katholische Kirche, kann sich aber auch bei dieser Gelegenheit noch nicht dazu entschließen, d…
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22. April 1875Der Weihbischof Cybichowski von Gnesen wird wegen Ausübung bischöflicher Rechte, während der erzbischöfliche Stuhl staatlicher Seits für erledigt erklärt ist, gerichtlich zu 9 Monat Gefängniß verurtheilt.
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23. April 1875Dem seines Amtes entsetzten Bischof Martin von Paderborn wird, nachdem er seine zweimonatliche Festungshaft abgebüßt hat, die Stadt Wesel zum Aufenthaltsort angewiesen.
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24. bis 27. April 1875Abg.-Haus: genehmigt den Gesetzesentwurf betr. Vermögensverwaltung katholischer Kirchgemeinden mit der Modification, daß der Pfarrer nicht der geborene Vorsitzende des Kirchenvorstandes sei, sondern dieser seinen Vorsitzenden frei wählen s…
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24. bis 27. April 1875Abg.-Haus: Zweite Lesung der Vorlage betr. Vermögensverwaltung der katholischen Kirchengemeinden.
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28. April 1875Der kgl. Gerichtshof für kirchliche An- gelegenheiten eröffnet das Verfahren auf Amtsentsetzung gegen den Fürstbischof von Breslau.
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28. April 1875Der kgl. Gerichtshof für kirchliche Angelegenheiten eröffnet, dem Antrage des Ober-Präsidenten von Schlesien entsprechend, das Verfahren auf Amtsentsetzung gegen den Fürstbischof Förster von Breslau.
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29. April 1875Der staatliche Commissär für die Ver- mögensverwaltung der Diöcese Paderborn ordnet die Beschlagnahme des Kirchenvermögens aller nicht nach Vorschrift der Maigesetze be- setzten Pfarreien an.
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29. April 1875Der staatliche Commissarius für die Vermögensverwaltung der Diöcese Paderborn ordnet die Beschlagnahme des Kirchenvermögens in den nicht nach Vorschrift der Maigesetze besetzten Pfarreien an.
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30. April 1875Abg.-Haus: genehmigt auch die Vor- lage betr. Organisation von Verwaltungsgerichten für die 6 östlichen Provinzen.
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30. April 1875Der Kaiser gibt endlich zur Einbringung einer Vorlage an den Landtag betr. Aufhebung der Klöster im ganzen Umfange der Monarchie mit einigen Ermäßigungen resp. Ausnahmen, namentlich bezüglich des Ordens der barmherzigen Schwestern, seine E…
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30. April 1875Abg.-Haus: genehmigt die von der Regierung zugleich mit derjenigen über die Reorganisation der Provinciallandtage eingebrachte Vorlage betr. Organisation von Verwaltungsgerichten in den 6 östlichen Provinzen der Monarchie.
Mai
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1. Mai 1875Das Sperrgesetz gegen die römisch-katholische Kirche tritt in Kraft: sämmtliche kgl. Kassen stellen die bisherigen Zahlungen an die römisch-katholischen Geistlichen, insoweit sie nicht ausdrücklich oder thatsächlich erklären, sich den Staa…
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1. Mai 1875Sämmtliche kgl. Kassen stellen in Folge des Sperrgesetzes die bisherigen Zahlungen an die katholischen Geistlichen ein, außer an diejenigen, welche sich, sei es durch eine förmliche Erklärung, sei es thatsächlich, den Staatsgesetzen unterw…
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1. Mai 1875Abg.-Haus: Die Regierung legt demselben den Gesetzesentwurf betr. Aushebung der Klöster in Preußen vor.
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— Mai.Die Klöster fangen an, ihre Besitzungen zu verkaufen.
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— Mai.Der Cultusminister erläßt an die Provincialbehörden allmälig die erforderlichen Weisungen bez. Ausführung des Sperrgesetzes.
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Mai 1875Die Verkäufe von Klostergebäuden und Klostergütern mehren sich.
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3. Mai 1875Der Fürstbischof von Breslau hebt durch Verfügung an das Domcapitel das Knabenseminar auf den 15. August d. J. selbst auf.
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3. Mai 1875Abg.-Haus: Zweite Lesung des von dem (altkatholischen) Abg. Petri eingebrachten Gesetzentwurfes betr. die Rechte der altkatholischen Kirchengemeinschaften an dem kirchlichen Vermögen.
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5. Mai 1875Die Regierung versagt den sog. Jubiläumsprocessionen ihre Genehmigung.
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5. Mai 1875Abg.-Haus: Eine Conferenz von Delegirten aller Fraktionen, ausgenommen die der Ultramontanen, verständigt sich nach längerer Debatte über die unveränderte Annahme des Klostergesetzentwurfs.
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6. Mai 1875Der Fürstbischof von Breslau, dessen Proceß auf Amtsentsetung vor dem kgl. Gerichtshofe schwebt, entweicht in den österreichischen Theil seiner Diöcese.
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6. Mai 1875Der Fürstbischof von Breslau, dessen Prozeß auf Amtsentsetzung vor dem kgl. Gerichtshof für kirchliche Angelegenheiten schwebt, entweicht in den österreichischen Theil seiner Diöcese.
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7. bis 8. Mai 1875Abg.-Haus: genehmigt das Klosteraufhebungsgesetz unverändert gegen die Stimmen der Ultramontanen und das Altkatholikengesetz, in dritter Lesung mit 202 gegen 75 Stimmen.
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7. bis 8. Mai 1875Abg.-Haus: Erste und zweite Lesung des Klostergesetzes. Cultminister Falk vertheidigt die Vorlage
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8. Mai 1875Herrenhaus: beschließt, das Klostergesetz sofort in pleno zu behandeln, das Altkatholikengesetz aber durch eine Commission vorberathen zu lassen, und genehmigt auch seinerseits die Ueberweisung von 4½ Millionen Mark an die Provinz Schleswi…
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9. Mai 1875In verschiedenen Orten der katholischen Landestheile bilden sich Vereine, um die Geistlichen für die ihnen in Folge des Sperrgesetzes entfallenden Bezüge durch freiwillige Sammlungen zu entschädigen.
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10. bis 13. Mai 1875Abg.-Haus: genehmigt das Klosteraufhebungsgesetz in zweiter Berathung mit 243 gegen 80 Stimmen.
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10. Mai 1875Abg.-Haus: genehmigt das Klosteraufhebungsgesetz in dritter Lesung mit 243 gegen 80 Stimmen.
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11. Mai 1875Abg.-Haus: genehmigt in wiederholter, in den Formen der dritten Lesung vorgenommener Berathung den Gesetzentwurfs betr. die Aufhebung der Verfassungsartikel 15, 16 und 18.
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12. Mai 1875Die Regierung beantragt die Wiederaufhebung der Beschlagnahme des Vermögens des ehemaligen Kurfürsten von Hessen.
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20. Mai 1875Herrenhaus: genehmigt in erster Lesung die Aufhebung der Verfassungsartikel 15, 16 und 18.
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21. Mai 1875genehmigt den Gesetzesentwurf betr. die Vermögensverwaltung katholischer Kirchgemeinden mit wesentlichen Abschwächungen, besonders darin, daß er die Regierungsvorlage, welche den Vorsitz im Kirchenvorstand dem Ortspfarrer übertrug, wieder …
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21. Mai 1875Die Regierung des Regierungsbezirks Münster erläßt an sämmtliche Kreis-Schulinspektoren folgende Verfügung: „Auf Grund des Ministerialerlasses vom 23. Febr. d. J. sehen wir uns veranlaßt, sämmtlichen Geistlichen die Betheiligung am Religio…
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21. Mai 1875Herrenhaus: genehmigt in erster Berathung den Gesetzesentwurf betr. Verwaltung des Kirchenvermögens der katholischen Kirchgemeinden, jedoch nicht ohne wesentliche Abschwächungen gegenüber den Beschlüssen des Abg.-Hauses, namentlich auch da…
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22. Mai 1875genehmigt die Aufhebung der Art. 15, 16 und 18 der Verfassung mit 68 gegen 25 Stimmen und das Klosteraufhebungs- Gesetz unverändert nach den Beschlüssen des Abg.-Hauses.
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22. Mai 1875Herrenhaus: genehmigt den Gesetzesentwurf betr. Aufhebung der Verfassungsartikel 15, 16 und 18 in zweiter Berathung mit 68 gegen 25 Stimmen und das Klosteraufhebungsgesetz unverändert nach den Beschlüssen des Abg.-Hauses.
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25. Mai 1875Herrenhaus: Generaldebatte über die neue Provincialordnung für die 6 östlichen Provinzen der Monarchie.
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28. Mai 1875Die Regierung fordert den Bischof von Münster auf, sein Amt freiwillig niederzulegen.
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28. bis 31. Mai 1875Herrenhaus: genehmigt die neue Provincialordnung nur mit wesentlichen Modificationen gegenüber den Beschlüssen des Abg.-Hauses.
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28. Mai 1875Der Oberpräsident von Westfalen fordert den Bischof von Münster als Einleitung des Verfahrens auf Amtsentsetzung vor dem kgl. Gerichtshof für kirchliche Angelegenheiten auf, sein Amt freiwillig niederzulegen.
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28. bis 31. Mai 1875Herrenhaus: Specialdebatte erster Berathung über die Provincialordnung.
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31. Mai 1875Der Kaiser genehmigt das Klosteraufhebungsgesetz nach den Beschlüssen beider Häuser des Landtags.
Juni
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1. Juni 1875Abg.-Haus: nimmt in dritter Lesung die Vorlage betr. Aufhebung der Beschlagnahme des Vermögens des Kurfürsten von Hessen an und beschließt auf den Antrag der Petitionscommission, die Regierung zu Vorlage eines Gesetzes über die Aufhebung d…
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— Juni.Hie und da fangen einzelne katholische Geistliche an, die vom Sperrgesetze verlangte Erklärung bez. Unterwerfung unter die Staatsgesetze abzugeben.
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1. bis 2. Juni 1875Herrenhaus: genehmigt die Provincialordnung nach den von dem Abg.-Hause wesentlich abweichenden bisherigen Beschlüssen in der Gesammtabstimmung mit großer Mehrheit und ebenso das Dotationsgesetz und das Verwaltungsgerichtsgesetz mit nicht …
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— Juni.Die Regierung beschließt, das vom Staat f. Z. errichtete Convict für katholische Theologie-Studirende an der Universität Bonn mit Schluß des gegenwärtigen Semesters aufzulösen
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2. Juni 1875Abg.-Haus: beharrt bez. der Vermögensverwaltung katholischer Kirchgemeinden gegen das Herrenhaus darauf, dass der Ortspfarrer nicht der geborene Vorsitzende des Kirchenvorstandes sein dürfe.
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2. Juni 1875Abg.-Haus: fügt sich den Beschlüssen des Herrenhauses bez. des Gesetzes betr. Vermögensverwaltung katholischer Kirchgemeinden bis auf die Bestimmung, daß der Ortspfarrer nicht der geborene Vorsitzende des Kirchenvorstandes sein dürfe, wora…
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4. Juni 1875Ein Erkenntniß des Obertribunals gesteht den Bischöfen in partibus infidelium zwar die bischöflichen Rechte, darunter auch die Befugniß zur Firmung, zu, aber nur für denjenigen Bezirk, für welchen sie zu Bischöfen ernannt sind, also für de…
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7. Juni 1875Abg.-Haus: tritt bez. der Provincialordnung mit 213 gegen 148 Stimmen einem Vermittlungsvorschlage bei, dessen Annahme durch das Herrenhaus bereits gesichert ist.
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7. Juni 1875Abg.-Haus: Debatte über die vom Herrenhause modificirte Provincialordnung.
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8. Juni 1875Abg.-Haus: nimmt das Dotationsgesetz meist mit den Modifikationen des Herrenhauses an und ebenso das Verwaltungsgerichtsgesetz, doch dieses nicht ohne Wiederherstellung der ursprünglichen Fassung des Abg.-Hauses in zwei wesentlichen Punkte…
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10. Juni 1875Der Finanzminister erklärt sich für Beibehaltung des bestehenden Freihandelssystems und gegen die von einer thätigen Partei angestrebte Rückkehr zu gemäßigten Schutzzöllen.
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10. Juni 1875genehmigt das Altkatholikengesetz einfach in der Fassung des Abg.-Hauses.
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10. Juni 1875Der Fürstbischof von Breslau wird wegen gesetzwidriger Excommunication gerichtlich zu 2000 Mk. Geldbuße oder 133 Tagen Gefängniß verurtheilt.
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10. Juni 1875Abg.-Haus: Der Finanzminister Camphausen erklärt gelegentlich einer Bemerkung des Abg. v. Karsdorff: er glaube nicht, daß die Regierung das bestehende Freihandelssystem oder vielmehr gemäßigte Schutzzollsystem verlassen werde, um wieder zu…
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10. Juni 1875Der Fürstbischof von Breslau wird vom Kreisgerichte Birnbaum wegen Androhung und Verfügung der großen Excommunication gegen den Propst Kick in Kämmen zu 2000 Mark Geldbuße, event. 133 Tagen Gefängniß verurtheilt.
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11. Juni 1875Der Cultusminister erläßt bezüglich der Aufnahme des jüdischen Religionsunterrichts in den Lehrplan öffentlicher höherer Schulen eine Verfügung an die Provincial-Schulcollegien
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11. Juni 1875Herrenhaus: nimmt nunmehr das Gesetz betr. Vermögensverwaltung der katholischen Kirchgemeinden nach den letzten Beschlüssen des Abg.-Haufes unverändert an.
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12. Juni 1875Herrenhaus: nimmt die Gesetze betr. Provincialordnung, Dotation der Provinzen und Organisation der Verwaltungsgerichte nach den letzten Beschlüssen des Abg.-Hauses an.
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14. Juni 1875Herrenhaus: genehmigt in zweiter Behandlung die Aufhebung der 3 Verfassungsartikel 15, 16 und 18.
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15. Juni 1875Schluß der Session des Landtags.
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15. Juni 1875Schluß der Session des Landtags. Der Vicepräsident des Staatsministeriums, Finanzminister Camphausen, verliest die kgl. Botschaft. Windthorst-Meppen (ultram.) spricht dem Präsidenten seinen Dank für die unerschütterliche Ruhe und große Unp…
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18. Juni 1875Feierliche Enthüllung des Denkmals auf dem Schlachtfelde von Fehrbellin, „gewissermaßen der Wiege der Monarchie“, durch den Kronprinzen.
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20. Juni 1875Ultramontane Excesse in Rheine (Westfalen).
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25. Juni bis 6. Juli 1875Der Cultusminister Falk macht eine Rundreise in der Rheinprovinz und wird dabei in den Städten Köln, Bonn, Düsseldorf, Aachen etc. mit lebhaften, zum Theil wirklich großartigen Demonstrationen gefeiert, so daß seine Reise einem wahren Triu…
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25. Juni bis 6. Juli 1875Der Cultusminister Falk macht eine Rundreise in der Rheinprovinz und wird dabei in den Städten, wie Köln, Bonn, Düsseldorf, Aachen 2c., überall mit lebhaften und zum Theil geradezu großartigen Demonstrationen gefeiert, so daß seine Reise e…
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26. Juni 1875In dem gegen die sämmtlichen katholischen Vereine Berlins von der Regierung in Folge des Attentats Kullmann gegen den Reichskanzler eingeleiteten Prozesse wird vom Berliner Stadtgerichte nur einer verurtheilt, die andern werden freigesproc…
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28. Juni 1875Ein in Köln, offenbar als Gegen-demonstration gegen die neuliche Ovation für den Cultusminister und die Regierung in ihrem Kampfe wider Rom, beabsichtigter Fackelzug zu Ehren des Erzbischofs wird von der Regierung verboten.
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30. Juni 1875Die Regierung befiehlt den Behörden die Geheimhaltung der Namen derjenigen Pfarrer, welche, um den Folgen des Sperrgesetzes zu entgehen, ihre Unterwerfung unter die Staatsgesetze erklären.
Juli
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1. Juli 1875Das sog. Sperrgesetz gegen die Staatszuschüsse an die katholische Kirche findet nunmehr durchweg seine Anwendung.
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Juli 1875Der abgesetzte Bischof Martin von Paderborn veröffentlicht als Frucht seiner unfreiwilligen Muße in der Festung Wesel einen Katechismus des katholischen Kirchenrechts, der bezüglich des Verhältnisses zwischen Staat und Kirche folgende exor…
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Juli 1875Die Minister des Innern und des Cultus erlassen eine neue verschärfte Instruktion gegen das Collectiren geistlicher Genossenschaften, namentlich der Bettelorden
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4. Juli 1875Der Kaiser vollzieht das Altkatholikengesetz.
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8. Juli 1875Der kgl. Gerichtshof für kirchliche Angelegenheiten beschließt die Einleitung des Verfahrens auf Amtsentsetzung gegen den Bischof Brinkmann von Münster.
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8. Juli 1875Der kgl. Gerichtshof für kirchliche Angelegenheiten beschließt die Einleitung des Verfahrens auf Amtsentsetzung gegen den Bischof Brinkmann von Münster.
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15. Juli 1875Der Kaiser versagt als oberster Landesbischof der lutherischen Kirche im ehemaligen Königreich Hannover einem von der hannoverschen Landessynode beschlossenen Gesetzentwurf über die kirchliche Trauung seine Sanktion und begründet seine Wei…
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20. Juli 1875Die katholischen Bischöfe nehmen das Gesetz betr. die Vermögensverwaltung katholischer Kirchgemeinden trotz ihres früheren Protestes gegen dasselbe nunmehr doch an.
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20. Juli 1875Die Bischöfe erklären, das neue Gesetz über die Vermögensverwaltung katholischer Kirchgemeinden anerkennen und annehmen zu wollen, zuerst der Fürstbischof von Breslau, dann die Bischöfe von Hildesheim, Fulda, Münster rc., selbst der Erzbis…
August
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August 1875Der abgesetzte Bischof von Paderborn wird in Folge seiner heimlichen Entweichung aus Wesel von dem zuständigen Minister seiner Eigenschaft als preußischer Staatsangehöriger verlustig erklärt.
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3. August 1875Der abgesetzte Bischof von Paderborn entweicht nach Holland. Derselbe wird deßhalb seiner Eigenschaft als preußischer Staatsbürger für verlustig erklärt.
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3. August 1875Der abgesetzte Bischof von Paderborn entweicht heimlich aus dem ihm als Internierungsort angeordneten Wesel nach Holland, unter Zurücklassung eines Briefes an den Regierungspräsidenten von Minden
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4. August 1875Bei einer Reichstagswahl in der Stadt Hannover siegt der ultrareactionäre Brüel (Welfe und protestantisches Mitglied der ultramontanen Centrumsfraction) mit 9569 Stimmen.
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14. August 1875In Posen werden sämmtliche, in der Frage des geheimen päpstlichen Delegirten eingezogenen Decane ꝛc., zum Theil nach längerer Haft, entlassen, da der geheime Delegat in der Person des Domherrn Kurowski gefunden zu sein scheint.
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25. August 1875Die Regierung verweigert dem Verleger eines ultramontanen Blattes in Bonn die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen eines ihm vom Papste verliehenen Ordens.
September
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Sept.Der Cullusminister Falk wird auf einer Rundreise in Schleswig- Holstein fast ebenso lebhaft wie unlängst am Rhein gefeiert.
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September 1875Der Domherr und Schulinspektor Suszinski in Posen erklärt, sich verheirathen zu wollen, ohne deßhalb seine Pfründe niederzulegen und ohne förmlich zum Altkatholicismus überzutreten.
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September.Der Cultusminister Falk wird auf einer Rundreise in Schleswig-Holstein mit einem Enthusiasmus aufgenommen, der fast an den neulichen Empfang des Ministers von Seite der Rheinprovinz hinanreicht.
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7. September 1875Die Regierung fordert den Erzbischof von Köln auf, den erzbischöflichen Palast als Eigenthum des Staates zu räumen.
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8. September 1875Versammlung der sog. evangelisch-lutherischen Conferenz innerhalb der preußischen Landeskirche in Berlin.
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10. September 1875Der Kaiser nimmt an den ebenso glänzenden als großartigen Königs-Manövern in Schlesien Theil.
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16. September 1875Eine Reichstagswahl im Wahlkreise Kulm-Thorn gibt zu einem gewaltigen Wettkampfe zwischen den deutschen und den polnischen Elementen der Bevölkerung Anlaß.
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18. September 1875Der in Hannover versammelte hannover'sche Städtetag gibt die Erklärung ab, er halte durch das Verfahren des Landesconsistoriums gegen den Prediger Klapp (welcher wegen unorthodox befundener Ansichten nicht bestätigt wurde) das Patronatsrec…
Oktober
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Oktober.Dem Bischof von Trier geht von Seite des Oberpräsidenten die Aufforderung zu, wegen Nichtbesetzung sämmtlicher Succursalpfarreien der Diöcese Trier innerhalb 8 Tagen die Summe von 91,350 Mark zu bezahlen, widrigenfalls Pfändung erfolgen we…
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Oktober 1875Sämmtliche katholische Pfarrer des Regierungsbezirks Münster werden ohne weitere Angabe eines Grundes des Vorsitzes im Schulvorstande enthoben.
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1. Oktober 1875Mit diesem Tage tritt der neu gegründete oberste Verwaltungsgerichtshof in Thätigkeit.
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1. Oktober 1875Der bisherige Ober-Präsident der Provinz Hessen-Nassau, v. Bodelschwingh, der den Anforderungen der Regierung gegenüber den Ansprüchen der katholischen Hierarchie nicht ganz entsprochen hatte, tritt in Ruhestand.
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6. Oktober 1875Der endlich entdeckte geheime päpstliche Delegat für das Erzbisthum Posen wird gerichtlich zu zwei Jahren Gefängniß verurtheilt.
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6. Oktober 1875Der kgl. Gerichtshof für kirchliche Angelegenheiten spricht die Amtsentsetzung des Fürstbischofs Förster von Breslau wegen beharrlicher Renitenz gegen die Staatsgesetze aus.
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6. Oktober 1875Der Geburtstag des vormaligen Kronprinzen von Hannover wird von den welfischen Mitgliedern des gerade versammelten hannoverschen Provinciallandtags zu einer kleinen Demonstration gegen Preußen benutzt
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6. Oktober 1875Der endlich entdeckte geheime päpstliche Delegat für das Erzbisthum Posen, Domherr Kurowski, wird von der Criminalabtheilung des Kreisgerichts Posen zu zwei Jahren Gefängniß verurtheilt.
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12. Oktober 1875Der Cultusminister erläßt eine Verfügung an die Regierungsbehörden, durch welche die Frage, ob in Gemäßheit des Gesetzes betr. Verwaltung des katholischen Gemeinde-Kirchenvermögens dem Pfarrer die Kassenverwaltung und die Rechnungsführung …
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12. Oktober 1875Der durch den k. Gerichtshof für kirchliche Angelegenheiten seines Amtes entsetzte Fürstbischof Förster von Breslau löst durch Dekret das fürstbischöfliche Generalvikariat und das fürstbischöfliche Consistorium aus.
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13. Oktober 1875Der Ausschuß des preußischen Landes-Oekonomie-Collegiums richtet eine Erklärung gegen die Agitation der Schutzzöllner für Beibehaltung der Eisenzölle an den Reichskanzler
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13. Oktober 1875Beim Bischof von Trier wird für die Bezahlung der ihm für die Nichtbesetzung der sogen. Succursalfpfarreien auferlegte Buße von 91,350 M. Pfändung versucht, jedoch nichts Pfandbares mehr gefunden.
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16. Oktober 1875Der Erzbischof von Köln muß den dem Staate gehörigen erzbischöflichen Palast in Folge des Sperrgesetzes räumen.
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16. Oktober 1875Die Regierung zieht den dem Staat zugehörigen Palast des Erzbischofs von Köln nach dem Gesetze wieder an sich.
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20. Oktober 1875Das preußische Obertribunal weist die Nichtigkeitsbeschwerde des Grafen Arnim gegen die wider ihn ergangenen gerichtlichen Urtheile ab und verurtheilt ihn in die Kosten.
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20. Oktober 1875Die Ersatzwahlen zum Abgeordnetenhause im 1. und 2. schleswig'schen Wahlkreise ergeben neuerdings die Wahl von zwei dänisch Gesinnten.
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24. Oktober 1875In den hohenzoller'schen Fürstenthümern fallen die beiden Wahlen zum Abgeordnetenhause diesmal zu Gunsten der Liberalen aus und zwar mit 115 gegen 103 Stimmen.
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25. Oktober 1875Der Provinciallandtag von Westfalen beschließt mit 29 gegen 24 Stimmen auf den Antrag des Frhrn. v. Schorlemer-Alst, in einem Schreiben an den Oberpräsidenten der Ueberzeugung Ausdruck zu geben, „daß durch die auf dem Gebiete des Volksschu…
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25. Oktober 1875Im Wahlkreis Lissa (Posen) entspinnt sich bei drei Neuwahlen zum Abg.-Hause ein hartnäckiger Kampf zwischen Polen und Deutschen.
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26. Oktober 1875Feierliche Enthüllung des Denkmals zum Andenken des Frhrn. v. Stein in Berlin.
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27. Oktober 1875Der ehemalige preußische Eisenbahnkönig Stronsberg wird in St. Petersburg verhaftet und zugleich über sein Vermögen in Oesterreich (Böhmen) der Concurs eröffnet.
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31. Oktober 1875Der König genehmigt einen vom Oberkirchenrath ausgearbeiteten Entwurf einer Generalsynodal-Ordnung, dem eingehende Motive beigegeben sind.
November
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1. November 1875Die officielle Prov.-Korr. spricht sich gegen die Agitation der Schutzzöllner aus.
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November 1875Die Regierung scheint der dänischen Agitation in Schleswig ein Ende machen zu wollen, indem sie Einleitungen trifft, die deutsche Sprache als Unterrichtssprache in den Volksschulen desselben einzuführen.
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1. November 1875Die Regierung zu Düsseldorf beschränkt in Folge ministerieller Weisung die Bewilligung von Collecten seitens geistlicher Genossenschaften auf eine bestimmte Frist und befiehlt, ohne obrigkeitliche Erlaubniß in's Werk gesetzte Hauscollecten…
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1. November 1875Ahlemann, einer der beiden bisherigen Vertreter der dänisch gesinnten Nordschleswiger im preußischen Abg.-Hause, scheint an seiner Sache zu verzweifeln und siedelt nach Kopenhagen über.
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1. November 1875Drei Kölner Domherrn und ein Domvikar haben der Staatsregierung eine für ausreichend gehaltene Erklärung rücksichtlich der Befolgung der Staatsgesetze zukommen lassen und erlangen damit den Fortbezug ihrer bisherigen Besoldungen.
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November 1875Die preußische Regierung scheint endlich der Ungewißheit und der Agitation der dänisch Gesinnten in Nordschleswig ein Ende machen zu wollen
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4. November 1875Die bisherige Beschlagnahme des Vermögens des Ex-Kurfürsten von Hessen wird in aller Form aufgehoben.
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5. November 1875Das schon am 6. Oktober vom kgl. Gerichtshof für kirchliche Angelegenheiten gegen den Fürstbischof Förster von Breslau ausgesprochene Absetzungsurtheil ist erst jetzt ausgefertigt und wird dem Fürstbischof durch Vermittlung der österreichi…
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9. November 1875Die Wahlen zu den neuen Provinciallandtagen fallen in den Provinzen Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen ganz überwiegend conservativ und nur in der Provinz Preußen überwiegend liberal aus.
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9. November 1875Der Oberpräsident von Schlesien belegt das Vermögen des Fürstbischofs von Breslau mit Beschlag und fordert das Domcapitel zur Wahl eines Bisthumsverwesers auf.
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10. November 1875Das erzbischöfliche Priesterseminar Köln, das die Revision durch Regierungs-Commissäre (nach den Bestimmungen der Maigesetze von 1873) verweigert, wird von der Staatsbehörde geschlossen.
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13. November 1875Das bischöfliche Priesterseminar zu Paderborn wird von der Staatsbehörde geschlossen.
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15. November 1875Der Kaiser ernennt die ihm zustehenden 30 Mitglieder der bevorstehenden Generalsynode, wobei er auf der ihm vom Cultusminister und dem Präsidenten des Oberkirchenraths vorgelegten Liste eine Anzahl liberaler Namen streicht und durch conser…
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24. November 1875Zusammentritt der preußischen Generalsynode behufs Feststellung einer Synodalordnung.
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24. November 1875Zusammentritt der außerordentlichen preußischen Generalsynode behufs Feststellung der ihr vom Oberkirchenrathe vorgelegten Synodalordnung.
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29. November 1875Im westpreußischen Wahlbezirk Konitz-Schlochau gelingt es einer Verbindung der deutschen Ultramontanen mit den Polen, ihren Candidaten für das Abgeordnetenhaus durchzusetzen, aber doch nur mit 234 gegen 231 Stimmen.
Dezember
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14. Dezember 1875Die Generalsynode nimmt den Entwurf einer Synodalordnung wesentlich nach der Vorlage des Oberkirchenraths mit 113 gegen 78 (ultraorthodoxe) Stimmen an.
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14. Dezember 1875Generalsynode: nimmt nach Beendigung der Specialdebatte über die ihr vorgelegte Synodalordnung den Entwurf mit den von ihr beschlossenen Modifikationen in erster Lesung mit 113 gegen 78 Stimmen an.
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18. Dezember 1875Generalsynode: nimmt die Synodalordnung in zweiter Berathung mit 134 gegen 62, also mit mehr als Zweidrittelmehrheit an. Schluß derselben.
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18. Dezember 1875Die Generalsynode beendigt die zweite Lesung der Synodalordnung und genehmigt dieselbe schließlich mit 134 gegen 62 Stimmen, also mit mehr als Zweidrittelmehrheit.
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25. Dezember 1875Das Kreisgericht Paderborn erläßt gegen den flüchtigen Bischof Martin von Paderborn folgenden Steckbrief
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29. Dezember 1875Ein Rückblick, welchen die officiöse „Prov.-Corr.“ in ihrer letzten Nummer auf die Entwicklung des inneren staatlichen Lebens in Preußen in dem nun abgelaufenen Jahre wirft, ist großentheils dem kirchenpolitischen Gebiete gewidmet.
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31. Dezember 1875In Posen wird der Weihbischof Janizewski verhaftet und dem Kreisgerichte zu Verbüßung der gegen ihn erkannten sechsmonatlichen Gefängnißstrafe überliefert.