Alte Forstgrenzmale.
Bei einer Wanderung von Königstein-Halbestadt über den Kirchweg und Sellnitz, fand ich am Vogelbergweg, da wo es runter geht nach Prossen, diesen alten Grenzstein, auf dem gekreuzte Schwerter, ein Grenzkreuz und die Zahl 177 zu erkennen ist.

Wie ich bei meiner Recherche herausfand, handelt es sich hier um einen 200 Jahre altes Forstgrenzmal, welches den kurfürstlichen Wald von dem der Gemeinde abgrenzt. Dabei zeigen die gekreuzten Schwerter auf die kurfürstliche Seite des Waldes. Die Grenzmale wurden fortlaufend numeriert, jetzt ist es an der Zeit, weitere Nummern und Standorte zu finden.

Im 15. Jh. gelangten die Wälder der Sächsischen Schweiz in den Besitz der Meißner Markgrafen und sächsischen Kurfürsten. Damals erfolgte die Kennzeichnung der Waldgrenzen vorrangig durch Bäume bzw. an Bäumen. Ein auf der Grenze stehender Baum galt als Grenzpunkt, er wurde gelachtert (oder gelochert), d.h. mit einem Zeichen, einem Lachter versehen. Das geschah meist in Form eines Kreuzes. An der Landesgrenze wurde außer den Kreuzen auch das Wappen des Landesherren eingeschlagen. Da die Grenzmerkmale, z.T. durch Alterung oder Abholzung der Bäume, die Grenze nicht eindeutig feststellbar machten, beauftragte Kurfürst Friedrich August III. im Jahre 1781 den Oberlandvermesser Frank zur eindeutigen Grenzfestlegung. Frank ordnete an, die Forstgrenzen dauerhaft mit Grenzsteinen zu versehen, denen die Schwerter, Jahreszahl und Nummer eingeschlagen sind. In der Folgezeit kam es in allen Revieren des Amtes Pirna zur Aufstellung von Forstgrenzsteinen.

Aus: eigener Artikel, eigene Bilder, öffentliche Quellen
Schlagwörter: Königstein, Sächsische Schweiz, Elbe, Elbsandsteingebirge, Forstgrenze, Forstgrenzstein, Forstgrenzmal, Halbestadt, Sellnitz, Kurfürst, kurfürstlich, Meißner Markgrafen, Lachter, gelachtert, gelochert, Wappen, Friedrich August, Pirna, Prossen
